Kinder

Künftig mehr Betreuungsplätze für Schüler im Oberallgäu

In Ganztagesklassen haben die Kinder auch am Nachmittag Unterricht. Es gibt aber auch andere Betreuungsformen, bei denen die Schüler nach dem Mittagessen an Freizeitangeboten teilnehmen.

In Ganztagesklassen haben die Kinder auch am Nachmittag Unterricht. Es gibt aber auch andere Betreuungsformen, bei denen die Schüler nach dem Mittagessen an Freizeitangeboten teilnehmen.

Bild: Marcus Merk

In Ganztagesklassen haben die Kinder auch am Nachmittag Unterricht. Es gibt aber auch andere Betreuungsformen, bei denen die Schüler nach dem Mittagessen an Freizeitangeboten teilnehmen.

Bild: Marcus Merk

Mit dem Rechtsanspruch auf ein Ganztagesangebot für Grundschüler müssen die Kommunen im Oberallgäu ihre Angebote ausbauen. Oberstdorf verdoppelt die Plätze.
07.05.2022 | Stand: 07:11 Uhr

Für die Eltern wird es einfacher, die Kommunen im Oberallgäu stellt es vor Herausforderungen. Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Eltern schrittweise einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschülern. Die Städte und Gemeinden rechnen mit massiv steigender Nachfrage und befassen sich nun damit, wie sie das Angebot in den nächsten vier Jahren ausbauen.

Die Stadt Kempten stellt der Rechtsanspruch vor einen Kraftakt. Dort hat man sich nämlich entschieden, die bisherige Mittagsbetreuung zur offenen Ganztagsschule auszubauen. Für sie erhalten Kommunen höhere Zuschüsse. Der Besuch des Ganztagesangebots ist weitgehend kostenfrei. Deshalb geht die Stadt davon aus, dass sie 400 zusätzliche Plätze braucht.

Ob Kommunen im Oberallgäu dem Kemptener Modell folgen, ist nicht bekannt – genauso wenig wie die künftigen Kosten für die Eltern.

Betreuungsquote bei 42 Prozent

Fest steht, dass im Oberallgäu bereits jetzt nach Angaben des Schulamts 90 Prozent der Grundschulen ein Betreuungsangebot nutzen. Derzeit sei etwa jeder Dritte der 5319 Oberallgäuer Schüler nach Ende des Vormittagsunterrichts weiter an der Schule. Nach Angaben des Landratsamtes kommen jedoch noch 519 Hortkinder hinzu, sodass die Betreuungsquote im Landkreis Oberallgäu insgesamt derzeit bei 42 Prozent liege.

In den nächsten vier Jahren wird die Zahl der Sechs- bis Zehnjährigen laut Landratsamt um 14 Prozent steigen. Deswegen werde es entsprechend mehr Grundschüler in Nachmittagsangeboten geben. „Wie viele Plätze dies tatsächlich sein werden, ist abhängig vom tatsächlichen Bedarf“, teilt Pressesprecherin Lea Binzer mit.

Kinder auf der Warteliste

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Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung: Ein Kraftakt in den Grundschulen in Kempten

Doch schon jetzt bekommt nicht jeder, der dies möchte, auch einen Platz. In Immenstadt stehen zum Beispiel nach Angaben der Stadtverwaltung an der Königsegg Grundschule aktuell 14 Kinder auf der Warteliste. Und der Bedarf wird nach Einschätzung der Stadtverwaltung weiter steigen. Sie rechnet damit, dass sie an den beiden Immenstädter Grundschulen die Kapazität um 20 Prozent erweitern muss, erklärt der Immenstädter Zuschussmanager Michael Peters.

„Wir sind bei der Standortsuche schon sehr weit“, sagt Peters, ohne Details zu nennen. Wo die Kinder unterkommen, hänge letztlich aber von den Kosten ab – und vor allem von der Förderung seitens des Freistaats. Deren Höhe stehe aber noch nicht fest. „Derzeit warten alle Träger auf weitere Informationen, wie es mit der Umsetzung und Ausgestaltung der Ganztagsbetreuung weitergehen soll“, teilt Peters mit.

In Sonthofen will man sich in den nächsten Monaten intensiv mit dem Thema befassen, berichtet Sozialreferatsleiter Marcus Kleebaur. „Es brennt unter den Nägeln“, sagt er. Sollte etwas baulich verändert werden müssen, sei dafür nicht viel Zeit, weil die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden müssen. Derzeit gebe es in Sonthofen Ganztagesklassen, die die Schulen organisieren und 200 städtische Betreuungsplätze. Sie seien nahezu voll belegt. „Der Bedarf in den Familien steigt, stellt Kleebaur fest. Für nächsten Schuljahr gebe es mehr Anmeldungen als Plätze.

Die Marktgemeinde Oberstdorf hat den steigenden Bedarf bei der Generalsanierung der Grundschule bereits einkalkuliert. Dort will man die Hortplätze von 50 auf 100 verdoppeln, teilt die Pressesprecherin der Marktgemeinde, Christine Uebelhör, mit.

Fraglich ist, woher das Personal für die vielen neuen Betreuungsplätze kommen soll. Das Landratsamt stellt fest: „Der Ausbau weiterer Betreuungsplätze für Grundschulkinder ist von weiteren Faktoren wie qualifiziertem Personal abhängig.“ Und auch in Kempten verweisen Stadträte auf die vielen offenen Stellen im Kita-Bereich.

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