App statt Münzen

Oberstaufen reduziert die Zahl der Parkscheinautomaten

Dieser Parkscheinautomat am Bahnhof in Oberstaufen hat wohl bald ausgedient.

Dieser Parkscheinautomat am Bahnhof in Oberstaufen hat wohl bald ausgedient.

Bild: Benjamin Liss

Dieser Parkscheinautomat am Bahnhof in Oberstaufen hat wohl bald ausgedient.

Bild: Benjamin Liss

Oberstaufen will alle 13 Apparate im Gemeindegebiet abbauen und dafür zehn neue anschaffen. Was eine App damit zu tun hat.
16.05.2022 | Stand: 12:05 Uhr

Auf Parkplätzen mit dem Handy zu zahlen, liegt im Trend. In Oberstaufen löst laut Hauptamtsleiter Christian Schiebel derzeit jeder Dritte sein Parkticket übers Handy – Tendenz steigend. „In anderen Gemeinden sind es zum Teil schon um die 70 Prozent“, sagt Schiebel. Deshalb müsse die Marktgemeinde ihr derzeitiges Konzept überdenken. 13 Parkscheinautomaten gibt es im Gemeindegebiet. Diese sind schon 15 Jahre alt und sollen nun ausgetauscht werden. Grund sei, dass weder für die alten Modelle Ersatzteile erhältlich sind noch Kartenzahlung möglich ist. „Bisher kann man nur mit Münzen zahlen. Das ist bei einem 7-Euro-Tagesticket umständlich“, sagt Schiebel.

Gemeinde spart Investitionskosten

Die Gemeinde will allerdings nur zehn neue Automaten anschaffen. „Wenn möglich, wollen wir die Anzahl noch einmal reduzieren“, sagt Bürgermeister Martin Beckel. Denn weniger Automaten bedeuten zugleich eine Einsparung von Investitionskosten sowie weniger Arbeit für die kommunale Verkehrsüberwachung. Als Beispiel nennt der Rathauschef den Parkscheinautomaten an der Kirche. „Für fünf Parkplätze lohnt sich ein Automat nicht.“ Dort sei es lukrativer, eine Höchstparkdauer festzulegen oder die Parkplätze gar kostenfrei anzubieten.

Immer mehr Menschen zahlen per App

Der Marktgemeinderat entschied sich nun einstimmig dafür, die alten Automaten loszuwerden und je nach Bedarf bis zu zehn neue anzuschaffen. „Zahlen per App wird immer mehr angenommen, deshalb müssen wir erörtern, wie viel Nachfrage überhaupt da ist“, sagt Beckel. Gudrun Reichart (Freie Wähler) mahnte jedoch: „Es gibt viele ältere Menschen, die keine App verwenden“. Diese seien auf Automaten und Barzahlung angewiesen.

Die Verwaltung rechnet mit Investitionskosten von etwa 70.000 Euro für die zehn Parkscheinautomaten. Die Mittel dafür seien zwar nicht im diesjährigen Haushalt vorgesehen, dennoch finanzierbar. Ein neues Feuerwehrfahrzeug werde aufgrund voller Auftragsbücher in diesem Jahr nicht angeschafft, weshalb diese Mittel anderweitig zur Verfügung stünden. Durch Parkgebühren nahm die Marktgemeinde im Jahr 2020 etwa 147.500 Euro ein, 2021 waren es knapp 121.000 Euro.

Automaten übermitteln Füllstand der Bargeldkassetten digital

Die moderneren Automaten sollen künftig nicht nur Kartenzahlung ermöglich, sondern auch miteinander vernetzt sein. Dadurch senden sie den Füllstand der Bargeldkassetten digital an die Gemeindeverwaltung. Somit erfolgen die Leerungen in Zukunft nicht mehr nach einem festen Turnus, sondern erst, wenn die Kassetten voll sind. Das erspare viel Arbeit und Geld.

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