Antrag sorgt für Verwirrung

Lager für Katastrophenfall: Oberallgäuer Kreisräte verwundert über Reaktion aus dem Landratsamt

Das Hochwasser richtete im Katastrophengebiet in Rheinland- Pfalz große Schäden an. Gefordert waren danach auch Rettungskräfte wie das BRK aus Schwaben und dem Allgäu.

Das Hochwasser richtete im Katastrophengebiet in Rheinland- Pfalz große Schäden an. Gefordert waren danach auch Rettungskräfte wie das BRK aus Schwaben und dem Allgäu.

Bild: Rotes Kreuz

Das Hochwasser richtete im Katastrophengebiet in Rheinland- Pfalz große Schäden an. Gefordert waren danach auch Rettungskräfte wie das BRK aus Schwaben und dem Allgäu.

Bild: Rotes Kreuz

Zwei Kreisräte haben ein Katastrophenschutzlager für das Oberallgäu beantragt. Über die Reaktion dazu aus dem Landratsamt sind sie verwundert. Wie es dazu kam.
24.08.2021 | Stand: 15:00 Uhr

„Mit großer Verwunderung“ reagieren Lucas Reisacher (Liste Junges Oberallgäu) und Eric Beißwenger (CSU) auf die Antwort aus dem Landratsamt auf ihren Antrag, ein Katastrophenschutzlager für das Oberallgäu einzurichten. Wie berichtet, hat die Kreisbehörde auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt, dass es ein solches Lager bereits gebe. Zusätzliche Geräte seien dezentral über den Landkreis verteilt. Im Ernstfall sei es „jederzeit möglich“, diese Geräte und Materialien zum Einsatzort zu bringen.

Reisacher: Landratsamt strebt Kauf eines Grundstücks für das Lager an

Reisacher verweist auf ein Gespräch mit Landrätin Indra Baier-Müller und Ralph Eichbauer vom Landratsamt: „Es wurde uns eindeutig vermittelt, dass sich unsere Vorstellung für ein zentrales Katastrophenschutzlager mit dem vonseiten des Landratsamtes in Betracht gezogenen Kauf eines Grundstücks sehr gut in Einklang bringen lassen“. Ein solcher Kauf werde angestrebt und „müsse laut Aussagen von Frau Landrätin im Kreistag beschlossen werden“. Nach seinem Kenntnisstand suche der Landkreis aktuell ein passendes Grundstück für die Errichtung eines zentralen Katastrophenschutzlagers, teilt Reisacher mit.

Lange Liste von Hygieneartikeln bis zu Feldbetten für den Fall einer Evakuierung

Eine Nachfrage unter einigen Blaulicht-Organisationen in der Region habe ergeben, dass der Bedarf eines zentralen Katastrophenschutzlagers nach wie vor bestehe. Das aktuelle Provisorium in Sonthofen, das während der Covid-19-Pandemie errichtet worden sei, sei nicht ausreichend. Deshalb fordern Reisacher und Beißwenger unter anderem Rangier- und Stellplätze für Lkw, genügend Raum für Schutzausstattung und Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem haben sie eine lange Liste von Hygieneartikeln bis zu Feldbetten für den Fall einer Evakuierung aufgestellt. (Lesen Sie auch: Nach Hochwasser in Ahrweiler: Oberallgäuer BRK-Bereitschaften helfen Katastrophengebiet)

Landratsamt: "Mittelfristig ein größeres, zentrales Lager für den Katastrophenschutz einrichten"

Brigitte Klöpf, Pressesprecherin des Landratsamtes, bestätigt, dass ein Gespräch mit Baier-Müller und Eichbauer stattfand. Da beide derzeit im Urlaub seien, könne sie keine Einzelheiten nennen. Sie sagt aber: Auch das Landratsamtes sehe die Notwendigkeit, „mittelfristig ein größeres, zentrales Lager für den Katastrophenschutz einzurichten“. Das bestehende Lager sei nur angemietet.

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Nach Möglichkeit solle sich ein zentrales Lager dann auf einem Grundstück im Eigentum des Landkreises befinden, teilt Klöpf weiter mit: „Aktuell sucht das Landratsamt nach einem geeigneten Grundstück beziehungsweise Gebäude. Bei einem Kauf wären dann gegebenenfalls auch die Kreisgremien einzubinden.“

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