Vierschanzentournee

Landrätin zum zwischenzeitlichen Ausschluss der polnischen Springer: Entscheidung ohne politischen Druck

Landrätin Indra Baier-Müller verteidigt das Vorgehen des Gesundheitsamts beim Auftaktpringen in Oberstdorf.

Landrätin Indra Baier-Müller verteidigt das Vorgehen des Gesundheitsamts beim Auftaktpringen in Oberstdorf.

Bild: Ralf Lienert

Landrätin Indra Baier-Müller verteidigt das Vorgehen des Gesundheitsamts beim Auftaktpringen in Oberstdorf.

Bild: Ralf Lienert

Die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller rechtfertigt Linie des Gesundheitsamtes, das polnische Team beim Tourauftakt anfangs auszuschließen.
03.01.2021 | Stand: 11:04 Uhr

Diese Entscheidung sorgte für Schlagzeilen: Beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf war das polnische Team wegen eines positiven Coronatests in der Qualifikation zunächst ausgeschlossen worden. Am Wettkampftag – nach negativen Tests – durfte es dann doch starten. Die Entscheidung wurde kritisiert. In einer aktuellen Pressemitteilung rechtfertigt das Landratsamt das Vorgehen: Das Gesundheitsamt habe „eine rechtlich und fachlich begründete Entscheidung getroffen“. Es sei kein politischer Druck ausgeübt worden.

Landrätin Indra Baier-Müller betont, wie wichtig Vertrauen in der Corona-Pandemie sei. Vertrauen zu Veranstaltern, Sportlern und deren Verbänden, aber auch in die Behörden. Baier-Müller: „Die Diskussionen sind geeignet, dieses wichtige Vertrauen auch über die Sportveranstaltung hinaus zu beschädigen.“

Bei einer vom Veranstalter durchgeführten Probenentnahme war ein Mitglied des polnischen Skisprungteams zunächst positiv auf das Coronavirus getestet worden. Aufgrund negativer Nachtestungen wurde der Sportler wieder freigegeben, seine Kontaktpersonen durften ebenfalls die Quarantäne verlassen.

„Es ist richtig und wichtig, dass die letzte Entscheidung über infektionsschutzrechtliche Maßnahmen bei den Gesundheitsbehörden verbleibt“, betont die Landrätin. Das Gesundheitsamt wirke stets mit dem Gedanken höchstmöglicher Sicherheit. Auf diesen Fall gemünzt bedeute dies, dass sowohl der Betroffene selbst, als auch seine engen Kontaktpersonen bis zur Klärung der Situation isoliert wurden.

Fälle wie diese seien zwar selten, kämen aber in der Praxis des Gesundheitsamtes immer wieder vor. Zunächst würden dann neuerliche Labordiagnostiken veranlasst. Eine Entscheidung werde dann immer allein aufgrund „ fachlicher Erwägungen“ getroffen.

Im Hinblick auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte verbiete sich eine Diskussion medizinischer Details in der Öffentlichkeit. „Dennoch bieten die Geschehnisse Anlass, mit dem Veranstalter die bisher guten Kommunikationsabläufe im Hinblick auf die baldige Nordische Ski-WM weiter zu optimieren“, sagt Baier-Müller.