Missen-Wilhams

Leichter durch die Krise

Missen Haushalt Kellerwiesen

Aus Sicht des Kämmerers war es eine weise Entscheidung des Missener Gemeinderates, Grundstücke im Baugebiet Kellerwiesen an Auswärtige rasch zu verkaufen.

Bild: Foto: Olaf Winkler

Aus Sicht des Kämmerers war es eine weise Entscheidung des Missener Gemeinderates, Grundstücke im Baugebiet Kellerwiesen an Auswärtige rasch zu verkaufen.

Bild: Foto: Olaf Winkler

Das Gesamtvolumen der Etatplanung in der Gemeinde Missen-Wilhams beträgt 6,8 Millionen Euro. Größter Ausgabenposten ist der neue Dorfsaal
06.07.2021 | Stand: 18:22 Uhr

Mit einer durchschnittlichen Steuerkraft von knapp 687 Euro pro Einwohner ist Missen-Wilhams das Schlusslicht unter den 28 Kommunen im Landkreis Oberallgäu, der wiederum in Schwaben die durchschnittlich niedrigste Steuerkraft aufweist. „Wir haben nie viel Geld gehabt und sind keinen Luxus gewöhnt. Vielleicht geht man da leichter durch die Krise“, stellte Kämmerer Thomas Klöpf bei der Vorstellung des Haushalts 2020 in der jüngsten Gemeinderatssitzung fest. Das Gesamtvolumen beträgt 6,8 Millionen Euro.

An einigen Punkten hat er gemeinsam mit Bürgermeister Hans-Ulrich von Laer das Zahlenwerk dennoch auf die neue Situation nach Ausbruch der Corona-Pandemie angepasst.

Die Einnahmen aus dem Kurbeitrag dürften heuer mangels Gästen deutlich geringer ausfallen: Flossen 2019 noch über 120 000 Euro in die Gemeindekasse, rechnet Klöpf nun nur noch mit 80 000 Euro. Und auch das auch nur, weil er 60 000 Euro schon verbuchen konnte. Auch beim Ansatz der Gewerbesteuer sind die Corona-Folgen berücksichtigt: Hier kalkuliert der Kämmerer mit 60 000 Euro weniger als ursprünglich gedacht. Gespart wird dafür beim Straßenunterhalt. Hier sollten ursprünglich 120 000 Euro im Haushalt stehen, nun sind es nur noch 76 000 Euro. An vielen Zahlen lässt sich aber nichts mehr ändern. So steigen die Personalkosten heuer um 14 Prozent auf 99 5000 Euro. Das hat vor allem zwei Gründe: In der Kindertagesstätte gibt es eine zusätzlich Angestellte und ab 1. Mai hat die Gemeinde mit Martina Wilhelm erstmals eine hauptamtliche Bürgermeisterin. Auch die Kreisumlage steigt deutlich an. Hier muss Missen-Wilhams aufgrund der zuletzt verbesserten Steuerkraft 70 000 Euro mehr überweisen. Nicht zuletzt klettert auch die VG-Umlage um 40 000 Euro, weil die Personalkosten im Tourismussektor künftig über die Verwaltungsgemeinschaft Weitnau abgerechnet werden. Dafür sinkt das Defizit beim Tourismus auf 63 000 Euro. Die Gemeinde muss jedoch weitere Fehlbeträge ausgleichen: Im Bereich der Kindertagesstätte 25 0000, beim Haus des Gastes 111 700 und beim Freibad 96 000 Euro.

Größter Ausgabeposten 2020 ist der angestrebte Neubau des Dorfsaals. Hier sind heuer 1,9 Millionen Euro eingeplant. Insgesamt soll der Bau rund fünf Millionen Euro kosten. Insgesamt 1,5 Millionen sollen vom Amt für ländliche Entwicklung an Zuschüssen fließen. Hier kann sich der Bürgermeister aber durchaus noch Änderungen aufgrund der Folgen der Corona-Krise zugunsten der Gemeinde vorstellen. „Ein Preisverfall im Herbst ist nicht ausgeschlossen“, sagt von Laer.

Größte Einnahmequelle bleibt der Anteil an der Einkommenssteuer. Er soll heuer rund 775 000 Euro betragen und hat sich seit 2010 nahezu verdoppelt. 277 000 Euro hofft die Gemeinde in diesem Jahr durch den Verkauf von Grundstücken im Bereich Kellerwiesen einzunehmen. Hier lobte der Kämmerer den Gemeinderat für eine im Nachhinein „wohl weise Entscheidung“: Das Gremium hatte nach der Erschließung festgelegt, dass die Hälfte der Grundstücke an auswärtige Interessenten verkauft werden sollte – und das möglichst rasch. Gut vorstellen kann sich Klöpf, dass die Nachfrage aufgrund der sich entwickelnden Wirtschaftskrise sinkt.

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Trotz Corona baut die Gemeinde Roßhaupten Schulden ab

Das Gesamtvolumen des Haushaltes beträgt rund 6,8 Millionen Euro. Dank Rücklagen kommt die Kommune 2020 noch ohne neue Kredite aus. Zum Jahresende hat die Missen-Wilhams rund 642 000 Euro Schulden. Mit Blick auf den Bau des Dorfsaals und die anstehende Dorferneuerung seien neue Schulden in den Folgejahren aber nicht zu vermeiden, meinte der Kämmerer.