Volleyball 3. Liga

Leistungsexplosion nach Zitter-Start: Sonthofer Volleys ringen Eibelstadt nieder

Volleyball-Spiel AllgäuStromVolleys gegen TSV Eibelstadt

Die Routiniers haben die „Kohlen aus dem Feuer“ geholt: Angeführt von der bärenstarken Kapitänin Katharina Schöll (Nummer 6) trugen Caro Strobl (7) und Nadja Roth (15, Zweite von rechts) die Sonthofer Volleys zum 3:1-Sieg gegen Eibelstadt.

Bild: Markus Henseleit

Die Routiniers haben die „Kohlen aus dem Feuer“ geholt: Angeführt von der bärenstarken Kapitänin Katharina Schöll (Nummer 6) trugen Caro Strobl (7) und Nadja Roth (15, Zweite von rechts) die Sonthofer Volleys zum 3:1-Sieg gegen Eibelstadt.

Bild: Markus Henseleit

Sonthofen gelingt nach trägem Start gegen Eibelstadt die Wende – und ein 3:1-Sieg. Kapitänin Katharina Schöll spielt wie entfesselt auf.
15.11.2021 | Stand: 16:37 Uhr

Sie haben den Schalter rechtzeitig umgelegt. Dank einer massiven Leistungssteigerung nach einem verkorksten Auftaktsatz haben die AllgäuStrom Volleys Sonthofen den TSV Eibelstadt auf heimischem Parkett mit 3:1 besiegt und den vierten Saisonsieg im fünften Spiel in der 3. Liga gefeiert.

„Wir sind überglücklich, auch wenn der Start holprig war“, sagte Spielertrainerin Vanessa Müller. „Ich habe überhaupt keine Erklärung dafür, aber immerhin haben wir rechtzeitig die Kurve gekriegt.“ Dabei passte der Auftakt ins Bild der aktuellen Lage: Der Auftritt der Volleys wirkte beschwert, aufgrund der Corona-Lage sollte möglichst wenig Personal in der Halle sein – keine Ballmädchen, keine Party vor dem Spiel, keine danach – und lange keine auf dem Parkett.

AllgäuStrom Volleys müssen verletztes Trio kompensieren

Ohne die am Kreuzband verletzte Müller und die Außentalente Nora Harner und Alena Pauker (beide Sprunggelenk) gingen die Sonthoferinnen ersatzgeschwächt ins Duell mit denUnterfranken. Dafür hatten die Verantwortlichen die Regionalliga-Meisterin von 2017, Nadja Roth, und die langjährige Zweitliga-Spielerin Alex Kettenbach reaktiviert – beide sollten noch ihren Effekt auf das Spiel haben. Anfangs aber startete die Partie vor 170 Zuschauern in der Allgäu-Sporthalle auf überschaubarem Niveau: Unsicherheiten in der Annahme und eine unübersehbare Nervosität bei Aufschlägen sorgten für einen zügigen 3:6-Rückstand der Gastgeber, was Vanessa Müller zur frühen Auszeit zwang.

Bei den Volleys erhielt das Zuspiel-Talent und Eigengewächs Patricia Wendl von Beginn an die Chance – und die 16-Jährige machte ihre Sache zwar gut, unaufgeregt ohne Schnörkel. Ihre Mannschaft erwischte aber im Kollektiv einen miserablen Start. Sonthofen lief dem Rückstand über 5:12 und 9:17 bis zum 13:21 den gesamten ersten Durchgang hinterher. Selbst mit der Einwechslung der zuletzt kränkelnden Spielertrainerin Veronika Kettenbach und eben Nadja Roth kam die Wende nicht – die Volleys verkürzten zwar noch, gaben Satz eins allerdings mit 21:25 ab. „Ich habe eine Verunsicherung im Team gespürt. Das kann auch daran liegen, dass wir turbulente Zeiten im Kader erleben – vielleicht ist der Start deshalb so aus dem Ruder gelaufen“, sagte Müller.

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Volleyball-Euphorie in Sonthofen

Ein unliebsames Déjà-vu erlebte sie zweiten Durchgang: Erneut starteten die Gastgeberinnen schwach, waren in den Aufschlägen klar im Nachteil und scheiterten nun auch mehr und mehr am stabilen Mittelblock der Franken. Beim 2:8-Rückstand brachte Müller „Aushilfs-Comebackerin“ Alex Kettenbach. Doch trotz des gewohnt energischen Auftritts der blonden Allzweckwaffe und der besser werdenden Kapitänin Katharina Schöll konnten die Gastgeberinnen auch den zweiten Durchgang (zunächst) nicht umbiegen –bis zum 8:15. Veronika Kettenbach, Roth und Schöll spielten aus dem Nichts wie entfesselt auf, legten einen 6:0-Lauf zum 14:15 hin und waren plötzlich wieder im Spiel.

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Dieses Hoch hielt an und stachelte vor allem die Kapitänin an. Beim Stand von 21:23 aus Sonthofer Sicht explodierte Schöll förmlich, machte vier Punkte in Serie und holte den Satzgewinn zum 25:23 praktisch im Alleingang.

Schöll, Kettenbach und Roth spielen furios auf

Davon angetrieben waren die Volleys den Franken im dritten Durchgang von Beginn an ebenbürtig, glichen dank der – im Zusammenspiel mit Kettenbach – immer stärker werdenden Strobl beim 7:7 aus und gingen 11:8 in Führung. Diese hielten die Gastgeberinnen bis 17:14 konstant; verschwunden war das behäbige Spiel der Anfangsphase. Angeführt von der nun entfesselten Schöll und getragen von den Routiniers Kettenbach, Strobl und Roth, setzte sich Sonthofen zum 21:17 ab und holte Satz drei mit 25:20.

In Satz vier lief es wie am Schnürchen, Sonthofen steigerte sich in allen Mannschaftsteilen – Eibelstadt hatte letztlich nichts mehr entgegenzusetzen. Die Volleys setzten sich nach dem 7:6 und 12:12 beim 18:16 erstmals ab. Müller vertraute der Besetzung aus den Sätzen zwei und drei – und das Team lieferte ab. Mit dem ersten Matchball sicherte die zur wertvollsten Spielerin gewählte Schöll den Triumph. „Wir sehen, dass momentan die „Alten“ die Fahnen hochhalten. Das ist gut, auch wenn wir wissen, dass die Zeit in der Saison kommen wird, in der die Jungen ihre Chance haben“, sagte Müller. „Es ist ein gutes Zeichen, dass wir spüren: Wir können oben mitspielen – bei allen Problemen.“