Tourismus-Projekt

Lern- und Erholungspfad rund um den Oberstdorfer Moorweiher geplant

Der Moorweiher ist für Einheimische und Gäste ein beliebtes Ausflugsziel. Jetzt ist dort ein Gesundheitspfad geplant.

Der Moorweiher ist für Einheimische und Gäste ein beliebtes Ausflugsziel. Jetzt ist dort ein Gesundheitspfad geplant.

Bild: Benjamin Liss

Der Moorweiher ist für Einheimische und Gäste ein beliebtes Ausflugsziel. Jetzt ist dort ein Gesundheitspfad geplant.

Bild: Benjamin Liss

Mit verschiedenen Stationen und Informationstafeln will Tourismus Oberstdorf das beliebte Ausflugsziel am Moorweiher aufwerten. Warum es auch Kritik gibt.
13.10.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Sich beim Wandern in der Natur erholen und gleichzeitig etwas über die besondere Tier- und Pflanzenwelt am Moorweiher erfahren – Das ist die Idee des neuen Moor-Gesundheitspfads in Oberstdorf. Das Projekt der Kurbetriebe wurde jetzt erstmals im Marktgemeinderat vorgestellt. Geplant war, noch heuer den Zuschussantrag zu stellen, um im Frühjahr mit dem Bau des Pfades beginnen zu können. Doch die Zustimmung des Gemeinderates blieb zunächst aus. Stattdessen übten die Mitglieder Kritik an den Plänen. Am Ende wurde der Tagesordnungspunkt vertagt.

"Ein absolutes Juwel"

„Das Gebiet um den Moorweiher ist ein absolutes Juwel“, sagte Tourismusdirektor Frank Jost bei der Präsentation. „Wir wollen den Gästen die Gelegenheit geben, im Urlaub Kraft zu tanken“, erklärte Annabèlle Mesloh, Projektmanagerin für Gesundheitstourismus in Oberstdorf, die Ziele des Projekts. Der interaktive Erlebnisweg soll gleichzeitig ein Ort der Entspannung werden und ein Informationsangebot darstellen. Geplant sind verschiedene Stationen rund um den Moorweiher mit Informationstafeln, aber auch Balance-Pfade über Baumstämme, Spielgeräte für Kinder sowie Sitzbänke und Liegen an Aussichtspunkten, erklärte Andreas Koop von der gleichnamigen Designgruppe mit Sitz in Marktoberdorf, der im Auftrag von Tourismus Oberstdorf den Moor-Erlebnispfad entworfen hat.

Zuschuss von 50 Prozent

Informiert werden soll über die Entstehung des Moors, verschiedene Vogel- und Fischarten sowie das besondere Verhältnis zwischen Frosch und Libelle. Aber auch auf die Geschichte des Moorbades und den historischen Wandel der Bademode soll eingegangen werden. Die Planung für das Projekt hat 40.000 Euro gekostet, für die Umsetzung kalkulieren die Planer 67.000 Euro. Die Oberstdorfer rechnen aber mit einem Zuschuss aus dem Leader-Förderprogramm von bis zu 50 Prozent. Die Kurbetriebe sollen das Areal künftig pflegen (Lesen Sie auch: Parkplätze an Allgäuer Touri-Hotspots werden teurer - "weiteren Ansturm verhindern").

Touristische Trends berücksichtigen

„Schön, dass der Pfad erneuert wird, der in die Jahre gekommen ist“, lobte Vize-Bürgermeister Fritz Sehrwind (CSU) das Vorhaben, mahnte jedoch: „Säulen und Tafeln dürfen das Juwel Moorweiher in keinem Fall beeinträchtigen.“ Diese Sorge teilten auch seine Ratskollegen: „Zu viel Eingriffe in dem Gebiet können auch nach hinten losgehen“, sagte Kathrin Bäuerle (SPD). „Der Bereich Gesundheit kommt etwas kurz“, kritisierte Peter Titzler (FW). „Es ist eigentlich ein modernisierter Natur-Lehrpfad.“ Matthias Dornach (CSU) regte an, auch touristische Trends wie Selbstfindung und Persönlichkeitsentwicklung bei dem Pfad zu berücksichtigen. Sein Fraktionskollege David Berktold schlug vor, die Themen in weniger Stationen zusammenzufassen. Michael Finger (ÖDP/Grüne) forderte, keine Bäume zu fällen und das Projekt vor der Umsetzung mit dem Fischereiverein abzustimmen (Lesen Sie auch: 17 Fakten zum Tourismus im Allgäu - einige davon werden Sie überraschen).

Gespräche mit Eisstock-Schützen

Anton Weiler (UOL) trat ebenso wie Fritz Sehrwind (CSU) und Siegmund Rohrmoser (Grüne) dafür ein, eine Hütte mit öffentlicher Toilette am Moorweiher zu errichten. Tourismusdirektor Jost erklärte, man sei wegen der Hütte in Gesprächen mit den Eisstock-Schützen, die den dortigen Platz im Winter nutzen. Eine öffentliche Toilette sei im Bereich des Moorbades geplant, erklärte Bürgermeister Klaus King. Wegen der verschiedenen Kritikpunkte der Mitglieder, regte der Rathauschef schließlich an, das Konzept für den Pfad noch einmal zu überarbeiten und den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Dieser Vorschlag wurde im Gremium einstimmig angenommen.