Mint-Projekt

Wie ein Professor Mädchen für Physik und Technik begeistern will

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Grün, pink und blau: Die Schülerinnen der 5. Klasse der Maria Stern Realschule für Mädchen in Immenstadt schließen gleich mehrere Leuchtdioden an die Batterie an.

Bild: Sophia Ungerland

Grün, pink und blau: Die Schülerinnen der 5. Klasse der Maria Stern Realschule für Mädchen in Immenstadt schließen gleich mehrere Leuchtdioden an die Batterie an.

Bild: Sophia Ungerland

Ein Maschinenbau-Professor lässt die Mädchen der Immenstädter Realschule mit Elektrizität und Magnetismus experimentieren. Was der Auslöser für das Projekt war.
21.07.2021 | Stand: 05:00 Uhr

„Ich möchte zeigen, dass Physik Spaß machen kann“, sagte Thomas Eimüller, Professor für Maschinenbau an der Hochschule Kempten. Spaß – das hatten die Schülerinnen der 5. Klasse der Maria Stern Realschule für Mädchen in Immenstadt. Dort war Eimüller für eine besondere Unterrichtsstunde im Rahmen eines „Mint-Projekts“. Ziel ist es, junge Menschen für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern. Anhand von einfachen Experimenten zeigte Eimüller, wie Elektrizität und Magnetismus funktionieren.

„Damit kann man messen, wie attraktiv ihr seid“, sagt Eimüller zu den kichernden Schülerinnen und zeigt auf einen soeben gebastelten Zeiger aus Papier. Dann erklärt der Doktor der Naturwissenschaften, wie das mit der Anziehungskraft funktioniert: einen Stift aus Plastik an den Haaren reiben, in die Nähe des Zeigers halten und schon schlägt er aus. „So könnt ihr auch Luftballons statisch aufladen“, erklärt Eimann. „Und dann kann man sie an die Decke hängen“, sagt eine Schülerin, die das zuhause ausprobiert hat.

Mädchen für Physik begeistern: Das will Hochschul-Professor Thomas Eimann

Als nächstes bauen die Mädchen einen Stromkreis mit einer Batterie und bunten Leuchtdioden. Damit untersuchen sie verschiedene Materialien auf deren elektrische Leitfähigkeit. „Leitet das Mäppchen? Leitet das Kabel?“, fragt Lehrerin Dr. Harriet Unzeitig die Klasse. Die Physiklehrerin betreut die Kooperation der Mädchenrealschule mit der Hochschule Kempten.

Anstoß für das Projekt waren laut Eimann die rückläufigen Anmeldungen für technische Studiengänge an der Hochschule in den vergangenen Jahren. Bereits bei den größten „Zubringern“, den Fach- und Berufsoberschulen, mangle es an Technikern.

Immer weniger Studierende in technischen Fächern der Hochschule

Daher möchte Eimann ganz vorne ansetzen und beteiligt sich an dem Mint-Projekt, mit dem er bei Schülern das Interesse für Technik wecken will. Auch Mädchen möchte er für Physik begeistern. Denn weibliche Studierende sind in den technischen Studiengängen in der Unterzahl. Laut Eimann kommen sie im Bereich Maschinenbau auf maximal 15 Prozent.

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Das soll sich mit dem Projekt ändern. Bereits Anfang 2020 war Eimann an der Maria-Ward-Mädchenrealschule in Kempten zu Gast. Weitere Schulen in der Region sollten folgen, doch dann kam die Pandemie dazwischen. Daher konnte der Professor seine Experimente erst jetzt an der Immenstädter Realschule vorführen. In Zukunft möchte er die Aufgabe Studierenden übertragen und möglichst viele Jugendliche erreichen.

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