Winterwetter

Müllwerker im Kampf gegen den Schnee

Manfred Kleiner (links) und seine beiden Kollegen kämpfen sich tagtäglich bei jeder Wetterlage durch die Straßen des Oberallgäus. Der Schneefall der vergangenen Wochen hat sie stark herausgefordert.

Manfred Kleiner (links) und seine beiden Kollegen kämpfen sich tagtäglich bei jeder Wetterlage durch die Straßen des Oberallgäus. Der Schneefall der vergangenen Wochen hat sie stark herausgefordert.

Bild: Matthias Becker

Manfred Kleiner (links) und seine beiden Kollegen kämpfen sich tagtäglich bei jeder Wetterlage durch die Straßen des Oberallgäus. Der Schneefall der vergangenen Wochen hat sie stark herausgefordert.

Bild: Matthias Becker

Die Müllabfuhr hat es im Winter nicht leicht: von engen Straßen, eingeschneiten Tonnen und „verloren gegangener Menschlichkeit“ unter den Bürgern
28.01.2021 | Stand: 11:30 Uhr

So schön der Schnee auch sein mag, er macht den Alltag vieler Allgäuer beschwerlich. Auch den der Müllwerker, die sich täglich durch verschneite Straßen kämpfen, um die Tonnen der Bürger zu leeren. „Die Straßen werden im Winter immer enger“, sagt Andreas Rosacker, Geschäftsführer der Oberallgäuer Firma Dorr. Die vergangenen Wochen haben die Müllwerker vor große Herausforderungen gestellt. Zusätzlich „pressiert’s den Leuten im Verkehr. Das ist ermüdend“, erzählt Manfred Kleiner. Er fährt die Müllabfuhr für die Firma Dorr. Das mache er schon seit 30 Jahren. Bei den kalten Temperaturen sei das „kein Zuckerschlecken“, sagt Kleiner.

Immer wieder müssen Fahrzeuge der Müllabfuhr geborgen werden

Wenn es stark schneit, kämen laut Rosacker zwar zwei winterfeste Zusatzfahrzeuge hinzu, allerdings könnten diese nur vier Tonnen statt der sonst üblichen zehn transportieren. Längere Schichten für die Mitarbeiter sind daher vorprogrammiert. Bis zu zwei oder drei Stunden zusätzlich sind die Müllwerker dann unterwegs. Dabei müssen die Fahrer ständig achtsam sein. „Im Winter müssen wir immer wieder Fahrzeuge bergen, die sich trotz Schneeketten festfahren“, sagt Rosacker. In dieser Saison seien es bereits vier gewesen.

Allerdings hat es laut Kleiner schon schlimmere Winter gegeben. Nur „menschlich wird’s immer schlimmer“, meint der Müllwerker. Dem stimmt auch Rosacker zu. „Die gegenseitige Rücksichtnahme war früher besser“, sagt er. Teils führt er das auf die Last der Corona-Bestimmungen zurück. „Dabei geht die Menschlichkeit verloren“, sagt Rosacker. Im ländlichen Raum gebe es mehr Beschwerden als in der Stadt. An manchen Orten lasse das Einfühlungsvermögen sehr zu wünschen übrig.

Nicht mehr Beschwerden als in den vergangenen Jahren

Immer mal wieder gebe es Beschwerden, sagt der Geschäftsleiter des Zweckverbands Abfallwirtschaft Kempten (ZAK), Christian Oberhaus. Allerdings sei die Anzahl in den vergangenen Jahren gleich geblieben. Er nennt das Beispiel einer eingeschneiten Tonne. „Manche Bürger erwarten, dass die Mitarbeiter die Tonne rausholen“, erzählt Oberhaus. Aber es gibt auch andere Fälle. So komme es manchmal vor, dass eine Straße aufgrund der Schneeverhältnisse nicht befahrbar sei. „Dann fällt die Tonne an diesem Tag natürlich aus“, sagt Oberhaus. Die Leute könnten ihren Müll sammeln und beim nächsten Mal einfach einen Sack dazu stellen.

Was Bürger tun können

Generell werde bei Unregelmäßigkeiten einen Tag später nachgefahren. Wer die App des ZAK benutzt, bekommt die Informationen diesbezüglich auf das Smartphone mitgeteilt. Allerdings um einen Tag zeitverzögert, da die Daten erst dann beim ZAK ankämen. Deswegen gilt: „Einfach stehen lassen“, sagt Oberhaus. Welche Tipps gibt er sonst noch? „Die Bio-Tonne nicht einen Tag oder in der Nacht vorher rausstellen“, sagt Oberhaus. Der Bio-Abfall sei sehr feucht, friere in der Nacht fest und könne nicht mitgenommen werden. Rosacker freut sich indes nur bedingt auf das Tauwetter der nächsten Tage. Zwar seien wärmere Temperaturen besser für die Fahrzeuge, allerdings befürchtet er Überschwemmungen.

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