Bilanz

Macht der Skytrail minus oder nicht?

Der Alpsee Skytrail in Bühl sorgt immer wieder für Diskussionen: Ohne Abschreibung macht er Gewinn, mit der eingerechneten Wertminderung macht er Verlust.

Der Alpsee Skytrail in Bühl sorgt immer wieder für Diskussionen: Ohne Abschreibung macht er Gewinn, mit der eingerechneten Wertminderung macht er Verlust.

Bild: Benjamin Liss

Der Alpsee Skytrail in Bühl sorgt immer wieder für Diskussionen: Ohne Abschreibung macht er Gewinn, mit der eingerechneten Wertminderung macht er Verlust.

Bild: Benjamin Liss

Die Alpsee Immenstadt Tourismus GmbH legt erstmals öffentlich eine Jahresbilanz vor.Darin geht es auch um den Kletterturm in Bühl. Ab Dezember lockt ein Schnupperangebot
02.11.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Immer wieder war der Kletterturm am Großen Alpsee in den vergangenen Jahren ein Streitthema in Immenstadt: Macht der Alpsee Skytrail in Bühl nun Profit oder zahlt die Alpsee Immenstadt Tourismus GmbH (AIT) als Träger drauf? Zwar hat Geschäftsführerin Theresa Schöberl (geborene Klingebiel) im Stadtrat erstmals ihre Jahresbilanz öffentlich vorgelegt. Ob der Skytrail Gewinn oder Verlust macht, ist aber nach wie vor Ansichtssache.

Deutliche Schwankung bei den Personalausgaben

Schöberl stellte die Zahlen der Jahre 2017 bis 2019 vor. Demnach gingen die Einnahmen von knapp 63 500 auf 58 300 Euro zurück. Eine deutliche Schwankung gab es bei den Ausgaben fürs Personal: Waren die 2017 noch bei 43 300 Euro, schnellten sie ein Jahr später auf 55 300 Euro hoch und gingen 2019 auf 35 000 Euro zurück. Auf der Minusseite kamen Aufwendungen für Versicherung, Instandhaltung oder Werbung hinzu, die zwischen 8400 und 9600 Euro lagen.

Nimmt man rein diese Zahlen, bei denen auch Geldwerte flossen, „ergibt sich beispielsweise im vergangenen Jahr ein Gewinn von 15 000 Euro“, erklärte Schöberl. Doch als steuerliches Instrument komme dann die Abschreibung ins Spiel. So erfährt der Alpsee Skytrail im Laufe der Zeit eine Wertminderung, weil er einfach älter wird.

Diese Wertminderung fließt in die steuerliche Wirtschaftlichkeitsberechnung mit ein. Sie beträgt für das Jahr 2019 immerhin 34 600 Euro. Daraus ergibt sich unterm Strich beim Skytrail ein Defizit von 19 600 Euro. Ohne die Abschreibung würden die jährlichen Einnahmen ausreichen, um die Ausgaben für Personal und Instandhaltung auch künftig abzudecken, ist sich die Geschäftsführerin sicher.

Die Bilanzrechnungen der vergangenen drei Jahre für die gesamte AIT lesen sich ähnlich wie die Personalkosten beim Kletterturm. Machte die GmbH 2017 noch einen Gewinn von 22 000 Euro, schlug die Abrechnung 2018 in ein Minus von 31 000 Euro um, während es 2019 wieder ein Plus von 17 000 Euro gab. Den Grund für diese enorme Schwankung sah Alexandra Konda (Frauenliste) im Wechselspiel bei der Mitarbeiterzahl.

Alpe und Catering treiben Kosten in die Höhe

Das bestätigte Schöberl: „2018 mussten wir die Alpe Schönesreuth betreuen und das Catering im Hofgarten übernehmen. Dazu benötigten wir zusätzliche Arbeitskräfte.“ Das seien zwar „schöne Projekte“ gewesen, doch brachten sie keinen Gewinn in die Kasse. Im Gegenteil: So musste die GmbH in diesem Jahr 18 Mitarbeiter entlohnen, während es 2019 nur noch elf waren. Ob die Gesellschaft aber heuer auch ein Plus einfahre wie 2019, „ist eher fraglich“, meinte die Geschäftsführerin. Denn die Corona-Pandemie habe eine Reihe von Veranstaltungen platzen lassen, von denen sie sich Gewinne erhofft habe.

„Ruder herumgerissen“

Trotzdem attestierte Immenstadts Bürgermeister Nico Sentner der Geschäftsführerin, „dass sie hervorragende Arbeit geleistet und das Ruder herumgerissen hat“. Die Entwicklung des Kletterturms gelte es aber in den nächsten Jahren genau im Auge zu behalten.

Wobei Theresa Schöberl immer wieder versucht, „das Image des Skytrails in Immenstadt zu verbessern“. So gibt es nach dem Monats-Lockdown im November ab Dezember ein Lock-Angebot: „Es erhalten alle die Möglichkeit, den Skytrail zu einem ermäßigten Eintrittspreis zu entdecken“, sagt die Geschäftsführerin. Statt 9,50 Euro zahlen Erwachsene nur sieben Euro.