Grüntentag

Mahnung zum Frieden am Jägerdenkmal

Grüntentag

Traditionell wurden wieder Kränze niedergelegt am Jägerdenkmal auf dem Grünten. Das Landratsamt hatte allerdings wegen der Corona-Pandemie dort heuer keine große Gedenkfeier genehmigt. Deshalb fand bereits im Vorfeld des Grüntentages eine kleine Feier mit Kranzniederlegung statt.

Bild: Martin Stehböck

Traditionell wurden wieder Kränze niedergelegt am Jägerdenkmal auf dem Grünten. Das Landratsamt hatte allerdings wegen der Corona-Pandemie dort heuer keine große Gedenkfeier genehmigt. Deshalb fand bereits im Vorfeld des Grüntentages eine kleine Feier mit Kranzniederlegung statt.

Bild: Martin Stehböck

Traditionelles Gedenken in Sonthofen an die Opfer von Krieg und Gewalt. Wegen der Corona-Pandemie verlief die Veranstaltung auch heuer anders als gewohnt.
14.09.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Jahrzehntelang war die Gedenkfeier am Jägerdenkmal auf dem Grünten eine feste Tradition. Doch das Landratsamt hatte nach 2020 auch in diesem Jahr die Veranstaltung pandemiebedingt nicht genehmigt. Deshalb fand im Vorfeld des 73. Grüntentags am Jägerdenkmal eine kleine Feier mit Kranzniederlegung zum Gedenken aller Toten von Krieg und Gewalt statt.

Alfons Kögel als Vorsitzender für den Grüntendenkmal-Erhaltungsverein, Hauptmann Klaus Geiger als Vertreter des Standortältesten in Sonthofen und Hans Singer, zweiter Vorsitzender der Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft Grünten legten Kränze nieder.

Grüntentag: Anwesende gedenken Verstorbene

Anschließend gedachte Militärpfarrer Stefan Bauhofer unter anderem aller Soldaten und Gebirgssoldaten, die in den Weltkriegen und bei Auslandseinsätzen ums Leben gekommen sind. Ebenso wurden alle zivilen Opfer von Gewalt, Vertreibung, Rassismus, Terrorismus und politischer Verfolgung einbezogen.

Zum Auftakt des Grüntentags waren am Samstag Zweite Bürgermeisterin Ingrid Fischer, zahlreiche Bürger, Reservisten der Bundeswehr und ein Vertreter der italienischen Alpini aus dem Trient zum Gemeinschaftskreuz in den Sonthofer Friedhof gekommen, um der Toten der Gebirgs- und Truppenkameradschaft Grünten und des Grüntendenkmal-Erhaltungsvereins, aber auch aller Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken.

Bläsergruppe der Stadtkapelle stimmungsvoll

Eine Bläsergruppe der Stadtkapelle umrahmte gewohnt stimmungsvoll die Gedenkstunde. In seiner kurzen Predigt betonte Diakon Norbert Oeing, dass Friede nur durch das richtige Verhalten jedes Einzelnen entstehen könne. Er bedankte sich beim Grüntendenkmal-Erhaltungsverein und bei der Truppenkameradschaft, dass sie mit den Grüntentagen mahnen, sich für den Frieden einzusetzen. Am Gemeinschaftskreuz wurden schließlich Kränze niedergelegt.

Nahmen an der Kranzniederlegung teil (von links): Martin Stehböck, Sonthofens Zweite Bürgermeisterin Ingrid Fischer, Aloisia Ritter vom VdK Oberallgäu, Hans Singer (zweiter Vorsitzender der Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft Grünten) sowie Alpino Giaccomo Mazzenga aus Trento.
Nahmen an der Kranzniederlegung teil (von links): Martin Stehböck, Sonthofens Zweite Bürgermeisterin Ingrid Fischer, Aloisia Ritter vom VdK Oberallgäu, Hans Singer (zweiter Vorsitzender der Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft Grünten) sowie Alpino Giaccomo Mazzenga aus Trento.
Bild: Martin Stehböck

Lesen Sie auch
##alternative##
Fußballstar gestorben

Öffentliche Gedenkfeier für Gerd Müller in Nördlingen

Der Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael mit anschließender Gedenkfeier an der Ölbergkapelle wurde zur zentralen Veranstaltung des Grüntentages. Stadtpfarrer Josef Kühn zelebrierte – von der Stadtkapelle stimmgewaltig begleitet – die Messe. Zahlreiche Besucher aus Sonthofen und Umgebung füllten die Kirche im erlaubten Umfang. Die Fahnenabordnungen des Kameradschaftsbundes Kleinwalsertal, der Gebirgsjägerkameradschaft Bad Grönenbach, der Alpini aus dem Trentino und der Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft Grünten bildeten einen würdigen Rahmen.

Dank an die Organisatoren

Dritter Bürgermeister Josef Zengerle erinnerte daran, dass Deutschland und Westeuropa gerade die längste Friedensphase des Kontinents erlebe. Dennoch sei Krieg für viele kein Fremdwort, da Kriegsgeschehen wieder näher rücke. Er dankte den Organisatoren, dass sie unermüdlich, auch in schwierigen Zeiten wie diesen, die Erinnerung und Mahnung aufrechterhalten. Nach dem Totengedenken legte er den Kranz der Stadt nieder.

Stellvertretender Landrat Roman Haug brachte das Kranzgebinde des Landkreises mit. Er betonte angesichts der in der Welt vorhandenen Waffenarsenale und der enormen Ausgaben für Rüstung, dass die Mahnung an die Folgen von Krieg und Gewalt nicht nachlassen dürften. Auch er bedankte sich beim Grüntendenkmal-Erhaltungsverein und der Truppenkameradschaft Grünten für ihr jahrelanges Engagement. Das Lied vom „Guten Kameraden“ beendete die Veranstaltung.

Lesen Sie auch: Klimawandel: Pflanzen drängen zu den Gipfeln