Triathlon-Star arbeitet an der Top-Form

Mit Rückenwind zum „Kult“: So bereitet sich Fabian Eisenlauer auf den Allgäu-Triathlon vor

Fabian Eisenlauer

Nach der Zeit von 29:32 Minuten im Wasser radelte Fabian Eisenlauer bei der Triathlon-EM in Walchsee die 85 Kilometer in 2:08:19 Stunden. Am Ende stand Rang 23 für den 28-Jährigen.

Bild: Ingo Kutsche

Nach der Zeit von 29:32 Minuten im Wasser radelte Fabian Eisenlauer bei der Triathlon-EM in Walchsee die 85 Kilometer in 2:08:19 Stunden. Am Ende stand Rang 23 für den 28-Jährigen.

Bild: Ingo Kutsche

Bei der EM in Walchsee kämpft sich der Sonthofer Triathlet Fabian Eisenlauer auf Rang 23. Nun liegt der Fokus des 28-Jährigen auf dem Allgäu-Triathlon.
29.06.2021 | Stand: 18:21 Uhr

Nach langer Wettkampf-Durststrecke stand für Fabian Eisenlauer endlich wieder ein Höhepunkt an. Der Sonthofer Triathlet startete bei der EM auf der Mitteldistanz der „Challenge Kaiserwinkl-Walchsee“. Abgesehen von einem kleineren Rennen am Kalterer See war es für den 28-Jährigen im Bezirk Kufstein in Tirol das erste sportliche Kräftemessen des Jahres, in das er aber „sehr gut vorbereitet“ startete – und mit Rang 23 auch zufrieden beendete.

Während des Lockdowns nutzte der Sonthofer die Zeit und widmete sich verstärkt dem Lauf- und Radtraining. Dank Sondergenehmigung durfte er ab dem Jahreswechsel im Wonnemar trainieren, was der Triathlon-Profi auch intensiv tat. Allerdings im Neoprenanzug, da das Wasser im Bad für das Training der Sportler nicht beheizt wurde. Erst mit Einsetzen der großen Hitzewelle verlagerte Eisenlauer einige Einheiten in den Sonthofer Baggersee.

Ungewohnte Situation für Eisenlauer ohne Neoprenanzug

In Tirol galt es zunächst, 1,9 Kilometer im Walchsee zu absolvieren. „Das ist ein sehr schöner See mit guter Wasserqualität und der Kurs war als Viereck auch nicht besonders anspruchsvoll“, beschreibt der Oberallgäuer. Dennoch blieb Eisenlauer mit 29:32 Minuten im Wasser hinter seinen Trainingsleistungen zurück. Zum einen erwischte er beim Wasserstart unter den 52 Profis eine schlechte Ausgangsposition, zum anderen war es für ihn eine ungewohnte Situation, erstmals überhaupt ohne Neoprenanzug zu schwimmen. Der Walchsee hatte 22,4 Grad Wassertemperatur, Profis dürfen laut Reglement nur bis 22 Grad einen „Neo“ tragen.

Beim Laufen, seiner Paradedisziplin, hatte Fabian Eisenlauer zwar mit Magenproblemen zu kämpfen – der 28-Jährige biss sich aber durch.

Beim Laufen, seiner Paradedisziplin, hatte Fabian Eisenlauer zwar mit Magenproblemen zu kämpfen – der 28-Jährige biss sich aber durch.

Bild: Ingo Kutsche

Die auf 90 Kilometer festgeschriebene Radstrecke war aufgrund einer Baustelle am Wendepunkt auf 85 Kilometer verkürzt, was das Unterfangen jedoch nicht einfacher machte. „Auf der technisch anspruchsvollen Strecke hatten wir 1100 Höhenmeter, also bin ich mit dem Ziel, richtig Gas zu geben, in den Sattel gegangen“, sagt Eisenlauer. Das gelang dem Gesamtsieger des Kraichgau-Ironman 70.3 von 2017 auch mit einer Zeit von 2:09:18 Stunden durchaus. „Die Strecke liegt mir und macht richtig Laune. Den Großteil der Zeit bin ich ziemlich alleine gefahren, habe aber gut performt und ein paar Plätze gut gemacht“, erzählt Eisenlauer. Und bei all den Positionskämpfen blieb offenbar auch noch Zeit, um auf der Strecke eine Anekdote zu sammeln. „Die Strecke führte auch durch kleinere Straßen und da stand auch die ein oder andere Kuh am Rand – wir Fahrer mussten gerade in den Abfahrten aufpassen, nicht in die Tiere zu fahren“, erzählt Eisenlauer.

Nach der Paradedisziplin Halbmarathon: "Super zufrieden"

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Das abschließende Laufen war für den 28-jährigen Ausdauersportler „das Highlight“ – immerhin ist das die Paradedisziplin von Fabian Eisenlauer. Auf der Halbmarathondistanz von 21,1 Kilometer ging es mit dem Profil von insgesamt 100 Höhenmetern auf vier Runden um den Walchsee – bis auf einen größeren Anstieg war die Strecke flach. Die ersten drei Runden war Eisenlauer auf einer Lieblingsetappe gut unterwegs. In der letzten Runde zwangen extreme Magenprobleme den 2019er Sieger des Kemptener Halbmarathons allerdings zum kurzen Stopp, durch den er zwei wertvolle Minuten verlor, sodass am Ende eine Zeit von 1:13:53 Stunde zu Buche stand.

Dennoch ist der Sonthofer, der mit der Gesamtzeit von 3:55:50 Stunden auf Rang 23 landete, insgesamt „super zufrieden“. Auch die Hitze in Tirol habe er gut gemeistert. Während der Startschuss bei 20 Grad fiel, steuerte das Quecksilber gegen Ende die 30 Grad-Marke an. „Bei solchen Temperaturen ist die Gefahr groß, dass man überhitzt. Da musst du schauen, dass du alles Wasser nimmst, was geht und, dass du es dir über den Kopf leerst“, erklärt Eisenlauer seine Strategie.

Das „große Highlight“, auf das Fabian Eisenlauer in der laufenden Saison hinfiebert, ist der für den 22. August geplante Allgäu-Triathlon. Darauf will er bis zum Startschuss den Fokus legen. Welche Wettkämpfe er auf dem Weg mitnimmt, entscheidet der Elite-Athlet allerdings spontan. In Zeiten der Pandemie ist das für ihn der mental bessere Weg, um nicht von möglichen Absagen enttäuscht zu werden. So, wie auch der Allgäu-Triathlon 2020 bekanntlich ins Wasser fiel. 2019 hatte Fabian Eisenlauer bereits wegen seines schweren Rennrad-Sturzes wenige Tage zuvor in St. Moritz nicht starten können. 2021 soll nichts dazwischen kommen.