Themenweg im Oberallgäu

Moderner Rahmen für alte Sagen in Obermaiselstein

Der Hirschsprung ist der Ausgangspunkt für den Sagenweg.

Der Hirschsprung ist der Ausgangspunkt für den Sagenweg.

Bild: Michael Mang

Der Hirschsprung ist der Ausgangspunkt für den Sagenweg.

Bild: Michael Mang

Themenweg zwischen Hirschsprung und Sturmannshöhle in Obermaiselstein soll ausgebaut und digitalisiert werden. Dafür gibt es staatliche Zuschüsse.
25.10.2022 | Stand: 05:00 Uhr

Ein Hirsch soll einst, auf der Flucht vor einem Luchs, über die markante Felsschlucht in Obermaiselstein gesprungen sein. Von diesem „Hirschsprung“ und anderen Sagen – wie dem Venedigermännle, dem wilden Drachen und den wilden Fräulein – erzählt ein Themenweg nahe der Sturmannshöhle, der jetzt modernisiert und um ein digitales Angebot ergänzt werden soll. Das Projekt kostet rund 80.000 Euro, 34.000 davon werden durch Leader-Mittel gefördert.

Über 30 Jahre gibt es den Sagenweg in Obermaiselstein bereits, erzählt Bürgermeister Frank Fischer. „Wir wollten etwas Neues, Zeitgemäßes machen“, sagt Fischer. So wurden im Zuge des Projektes „Digitale Hörnerdörfer“ Elemente wie kurze Videos entwickelt, die über QR-Codes an unterschiedlichen Stationen abrufbar sind. Mit dem Projekt, das staatlich gefördert wird, soll erprobt werden, wie die Digitalisierung die Lebensverhältnisse im alpinen ländlichen Raum stärken und verbessern kann.

Informationen über die "Welt der Fledermäuse"

Aber auch darüber hinaus soll der Sagenweg umfassend neu konzeptioniert und gestaltet werden. Er wird als Rundweg angelegt und um die Bereiche „Naturraum & Technik“ sowie „Welt der Fledermäuse“ mit neuen Inhalten ergänzt. Stelen sollen künftig über mystische Geschichten, aber auch den Naturraum informieren. Jede Station wird einen Hinweis auf eine kartierte Fledermausart aufweisen und beispielsweise Lebensraum, Merkmale, Vorkommen und Aussehen erläutern, um die Besonderheiten der ansässigen Tierwelt aufzuzeigen.

Besondere Verknüpfung von Themen

„Es gibt bereits viele Themenwege in unserer Region, aber keinen „Multi-Themenweg“, wie ihn der „Sagenhafte Naturraum-Weg“ darstellt, erklärt Veronika Hämmerle, Leader-Koordinatorin vom zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten, die Entscheidung, das Projekt zu unterstützen. Sagen-, Technik- und Naturthemen miteinander zu kombinieren ist ein neuer und spannender Ansatz und passt gut zum Multi-Themen-Programm Leader“, erklärt Hämmerle. Der analoge Teil werde also über Leader gefördert, der digitale über die digitalen Hörnerdörfer umgesetzt. Ein Novum, wie der Vorsitzende der Regionalentwicklung, Blaichachs Bürgermeister Christof Endreß, betont: „Diese Verknüpfung ist eine Besonderheit, die es in der Form im Oberallgäu bisher noch nicht gab. Es ist eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass Leader nicht nur allein, sondern unter gewissen Aspekten auch in Kombination funktioniert und sich mit anderen Angeboten ergänzt.“

Projekt soll 2023 umgesetzt werden

Bereits in den kommenden Wochen soll die Ausschreibung für das Projekt starten, erklärt Bürgermeister Fischer den Zeitplan. Im Frühjahr 2023 kann dann mit der Umsetzung begonnen werden.

Das Projekt soll das touristische Angebot der Gemeinde Obermaiselstein und der Hörnerdörfer verbessern – aber auch ein Angebot an die Einheimischen sein. Durch die informative und unterhaltsame Ausgestaltung sollen Besucher aktiv von sensiblen Bereichen in Wald und Umland weggelenkt werden. Mit der Verknüpfung von Mystik und Naturthemen werde die Umweltbildung für große und kleine Besucher verbessert, erklärt Fischer. „Wir möchten das große Ganze zusammen führen, egal ob man den Weg mit oder ohne Handy beschreiten möchte – es gibt ja auch Familien die bewusst darauf verzichten wollen.“

Es soll darauf geachtet werden, dass jedes Element einzeln für sich nutzbar sein wird, erläutert Fischer. „Egal ob man den Weg nur auf den Spuren der Fledermaus oder der mystischen Sagen nutzen möchte.“