Oberstaufen

Montessori-Schule in Oberstaufen will neu bauen

Oberstaufen Montessori-Schule

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Bild: Olaf Winkler

Oberstaufen Montessori-Schule

Bild: Olaf Winkler

Bildung Projekt ist für 145 Schüler ausgelegt und soll 3,8 Millionen Euro kosten. Standort beschäftigt den Gemeinderat
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Von Olaf Winkler
13.10.2019 | Stand: 17:29 Uhr

Die 2001 gegründete und derzeit von 110 Buben und Mädchen besuchte Montessori-Schule in Oberstaufen will ein eigenes Gebäude errichten. Untergebracht ist die Schule derzeit in Räumen des Kinderheims St. Maria. Doch dessen Träger sieht zunehmend eigenen Platzbedarf. Zudem ist die Schule in den letzten Jahren gewachsen und muss schon jetzt in Räume der Mittelschule ausweichen. Der Trägerverein Monte e.V. sieht daher akuten Handlungsbedarf. Der Marktgemeinderat unterstützt das Vorhaben – sieht aber im Standort der neuen Schule ein Problem.

Der Neubau soll möglichst nahe an der Mittelschule liegen, damit sich einzelne Fachräume und insbesondere die Turnhalle wie bislang gemeinsam nutzen lassen. Gleichzeitig kam in der Sitzung des Gremiums klar zum Ausdruck: Zu nahe an die fast 50 Jahre alte Mittelschule sollte das neue Gebäude der Montessori-Schule nicht heranrücken. Aber nur dort scheinen derzeit Grundstücke verfügbar zu sein. Ratsmitglied Thomas Stehle erinnerte daran, dass in Vorgesprächen Einigkeit darüber bestand, dass „wir Montessori in Oberstaufen wollen, aber nicht direkt neben der Mittelschule“. Auch deren Schulleiter Arno Sippel machte keinen Hehl daraus: „Es gibt ein gutes Miteinander. Aber ich sehe keinerlei Vorteile für uns, wenn wir die neue Schule vor der Nase haben“. Ob sich ein Neubau der Montessori-Schule existenzbedrohend für die Mittelschule auswirken könne, lasse sich schwer prognostizieren, sagte Sippel. Im vorigen Jahr war es der Schule nicht gelungen, eine fünfte Klasse zu bilden: „Da geht es um jeden einzelnen Schüler“. Heuer war das bei 27 Anmeldungen kein Problem. Geplant ist ein Neubau für bis zu 145 Schüler. Er soll, ohne Grundstück, rund 3,8 Millionen Euro kosten. 70 Prozent davon könnten als Zuschuss vom Freistaat fließen. Den Rest könnte der Verein als Kredit erhalten und diesen mit Hilfe der Schulgebühren tilgen. Drei Standort-Varianten stellte der Geschäftsführer der Montessori-Schule, Thomas Körner, vor. Ein Neubau gegenüber dem jetzigen Gebäude an der Klosterstraße wäre aus Sicht von Bürgermeister Martin Beckel ideal. Doch ist das Grundstück in Privatbesitz. Und Gespräche über einen möglichen Verkauf gab es bislang nicht. Scheidet dieser Standort aus, soll ein Neubau neben der Turnhalle und damit oberhalb des Sportplatzes verfolgt werden. Hier sind zwar Fragen wie die Zufahrt und die Schaffung von Parkplätzen ebenso offen wie der Immissionsschutz zur benachbarten Wohnbebauung. Allerdings gehört das Grundstück teilweise bereits der Gemeinde, die es in Erbpacht an den Monte-Verein abtreten würde. Die dritte Variante scheidet faktisch aus. Sie sieht eine Bebauung eines Grundstücks der Stiftung Kinderheim vor. Sie wäre auch zum Verkauf bereit. Doch signalisierte das Landratsamt, dass es sich in diesem bislang freien Bereich zwischen Kalzhofen und Oberstaufen eine Bebauung nicht vorstellen kann.

Markus Geißler stimmte am Ende als Einziger gegen die grundsätzliche Unterstützung des Projekts. Mit Blick auf die notwendigen Verfahren bis hin zu einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan schätzt Marktbaumeister Josef Aichele, dass es im nächsten Jahr noch keinen Baubeginn geben kann.