Filmfestival im Allgäu

"Musikfilmzeit": Immenstädter Kino zeigt vielversprechende Kurzfilme

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Standbild aus einem der 14 Beiträge zur „Musikfilmzeit“: „Angel’s Trumpet“, zu sehen im Union-Filmtheater Immenstadt.

Bild: Martinus Klemet

Standbild aus einem der 14 Beiträge zur „Musikfilmzeit“: „Angel’s Trumpet“, zu sehen im Union-Filmtheater Immenstadt.

Bild: Martinus Klemet

Zum zweiten Mal gibt es im Immenstädter Kino die „Musikfilmzeit“. 14 internationale Kurzfilme über Ton, Tanz und Schwingung laufen dabei in einem Wettbewerb.
18.09.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Die Premiere im vergangenen Jahr war bereits von der Corona-Pandemie überschattet. „Es wird dieses Jahr nicht anders sein“, vermutet Birgit Kern-Harasymiw. Dennoch wagt sie die zweite Auflage der „Musikfilmzeit“ in Immenstadt. Das kleine Festival ist ein Ableger der Filmzeit Kaufbeuren, eines 2008 ins Leben gerufenen Festivals, das künstlerisch hochwertige, internationale Kurzfilme zeigt. Dieses Festival, das sich in der jungen Filmszene etabliert habe, wie Leiterin Birgit Kern-Harasymiw sagt, hat im vergangenen Jahr expandiert. Neben einer „Filmzeit International“ im Colosseum in Kempten gab es auch eine „Musikfilmzeit“ in Union-Filmtheater in Immenstadt. Dabei laufen die Filme in einem Wettbewerb. Eine Jury entscheidet über den Gewinner.

In Originalsprache mit englischen Untertiteln

14 Kurzfilme aus verschiedenen europäischen Ländern von Deutschland bis Russland sind heuer bei der Immenstädter Musikfilmzeit zu sehen - in Originalsprache und mit englischen Untertiteln. Zusammengestellt zu zwei Blöcken à etwa 90 Minuten laufen die Beiträge am Mittwoch, 22. September, und Donnerstag, 23. September, jeweils ab 18.45 Uhr im Union-Filmtheater. Das Thema Musik wird dabei aus ganz unterschiedlichen Perspektiven aufgegriffen und beleuchtet.

Filmblock eins:

  • „This Is a Film About a Band“: Hinter dem prosaischen Titel verbirgt sich eine etwa halbstündige britische Dokumentation über die Band „Morton Valence“ die – frustriert vom herkömmlichen Musikgeschäft – ein eigenes Geschäftsmodell entwickeln möchte.
  • „Solo“: Der vierminütige französische Animationsfilm setzt eine Choreografie von William Forsythe aus Fotografien und Zeichnungen zusammen.
  • „Das Probespiel“: Der kleine österreichische Spielfilm erzählt von einer talentierten Musikerin, die sich mit kleinen Auftritten über Wasser halten muss. Bei einer Hochzeit, für die sie engagiert wurde, erkennt sie im Bräutigam ihren Ex-Freund.
  • „Écoute moi“ (Hör mir zu): Der zehnminütige französische Spielfilm begleitet den tauben Nathan, der in der Bar eines Freundes Konzerte besucht. Bei einem ist er von den Schwingungen eines Instruments fasziniert – und dessen Spielerin.
  • „Alexander Mosolov: Three Pieces“: Der russische Experimentalfilm erinnert an den Komponisten Alexander Mosolov (1900 - 1973), der einen eigenen Stil entwickelte.
  • „Trumpet“: Der kleine Schweizer Spielfilm schildert eine höllische Nacht, die ein japanischer Trompeter in New York erlebt. Eigentlich wollte er dort den Jazz studieren.
  • „Room with a View“: Der französische Experimentalfilm erforscht Formen von Protest und Rebellion durch Tanz.

Filmblock zwei:

  • „Zum ewigen Knecht – Das Kneipenmusical“: Der deutsche Musikfilm von Jakob Reuter zeigt ein Dorf in Aufruhr. Der junge Karl möchte die Kneipe seiner Eltern nicht übernehmen und bringt damit die Dorfbewohner gegen sich auf.
  • „Stop It“: Der dreiminütige französische Animationsfilm erweckt Gegenstände und Produkte zum Leben, die sich überbeansprucht fühlen und sich nun an ihren Nutzern rächen.
  • „Le Chant de l’ Oiseau“ (Der Gesang des Vogels): Der kleine Schweizer Spielfilm führt Ibrahim zu seinen Wurzeln zurück: Eine Studentin bittet ihn, ihr bei der Suche nach äthiopischen Liedern zu helfen.
  • „Salidas“: Der zehnminütige deutsche Tanzfilm lenkt den Blick auf eine Bestatterin. Mit der Sprache des Flamenco und angesiedelt in einem ostdeutschen Schiffshebewerk schlägt das Werk eine Brücke zwischen Nord- und Südeuropa.
  • „Der Dreher“: Die deutsche Dokumentation portraitiert das Karlsruher Original Jürgen Leppert, Erfinder von Lautsprechern und Lebenskünstler, der sich beim Tanzen wie ein Derwisch schnell im Kreis dreht.
  • „Help, I’ve Gone Viral!“: Der norwegische Dokumentarfilm beleuchtet ein Phänomen. Ein Tourist schreibt ein humorvolles Lied auf seine indonesische Lieblingsspeise, veröffentlicht es im Netz und wird so in Indonesien zum Star.
  • „Angel’s Trumpet“ (Engelstrompete): Der zweiminütige Animationsfilm begleitet einen Kolibri auf Irrwegen. Statt die Blüten einer Engelstrompete zu besuchen, versucht er, in die Hälse verschiedener Trompeten einzudringen.

Eine Jury wählt den Gewinner

Aus diesen 14 Filmen wählt eine Jury den Sieger. In der Jury sitzen Marie Reich, Filmemacherin und Vorsitzende im Verein Bayerische Filmfoniker, die Pianistin Nataliya Tkachenko aus Kempten und der am Bodensee aufgewachsene Filmemacher Douglas Wolfsperger. Neben dem Jurypreis wird bei der Preisverleihung am Samstag, 24. September, um 11 Uhr auch ein Publikumspreis verliehen. Diese Matinee beginnt mit einem bunten Filmzeit-Mix mit Beiträgen aus den anderen Wettbewerben.

Das Festival "Filmzeit"

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520 Einreichungen gab es heuer für das gesamte Festival, sagt Leiterin Birgit Kern-Harasymiw. 77 wurden davon von einer sechsköpfigen Programm-Kommission ausgewählt. Einige sind auch im Internet zu sehen:

www.filmzeitkaufbeuren.de/digitalfilmzeit

Das Festival "Filmzeit Kaufbeuren" im Internet.

Die Festivals "Filmzeit International" und "Musikfilmzeit" im Internet.

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Das Union-Filmtheater Immenstadt im Internet.