Nach tragischem Unglück vor drei Jahren

Nach Deckeneinsturz: Vorderburger feiern mit Bischof abgeschlossene Kirchensanierung

Die abgeschlossene Renovierung der Kirche in Vorderburg feierten gestern die Gläubigen mit Bischof Bertram Meier. Ein Teil der Besucher war auf der Empore und unten waren an den Bänken Namensschilder angebracht. Kirchgänger mussten sich in den Tagen zuvor für den Besuch des Gottesdienstes anmelden. Darunter waren viele Ehepaare und Familien, deren Mitglieder nebeneinander Platz nehmen durften.

Die abgeschlossene Renovierung der Kirche in Vorderburg feierten gestern die Gläubigen mit Bischof Bertram Meier. Ein Teil der Besucher war auf der Empore und unten waren an den Bänken Namensschilder angebracht. Kirchgänger mussten sich in den Tagen zuvor für den Besuch des Gottesdienstes anmelden. Darunter waren viele Ehepaare und Familien, deren Mitglieder nebeneinander Platz nehmen durften.

Bild: Günter Jansen

Die abgeschlossene Renovierung der Kirche in Vorderburg feierten gestern die Gläubigen mit Bischof Bertram Meier. Ein Teil der Besucher war auf der Empore und unten waren an den Bänken Namensschilder angebracht. Kirchgänger mussten sich in den Tagen zuvor für den Besuch des Gottesdienstes anmelden. Darunter waren viele Ehepaare und Familien, deren Mitglieder nebeneinander Platz nehmen durften.

Bild: Günter Jansen

In der Vorderburger Kirche wurden im 2017 Besucher durch Deckenteile verletzt. Nun feierten die Gläubigen mit Bischof Bertram Meier die fertige Sanierung.
Die abgeschlossene Renovierung der Kirche in Vorderburg feierten gestern die Gläubigen mit Bischof Bertram Meier. Ein Teil der Besucher war auf der Empore und unten waren an den Bänken Namensschilder angebracht. Kirchgänger mussten sich in den Tagen zuvor für den Besuch des Gottesdienstes anmelden. Darunter waren viele Ehepaare und Familien, deren Mitglieder nebeneinander Platz nehmen durften.
Von Günter Jansen
22.11.2020 | Stand: 18:51 Uhr

Es hätte ein schöner, feierlicher Tag im Mai 2017 werden sollen. Mit zünftiger Stimmung, Sonnenschein, Weißbier und deftigem Essen. Doch dann kam alles anders. Der Tag, an dem der neue gemeinsam renovierte Gasthof „Hirsch“ in Vorderburg bei Rettenberg eingeweiht werden sollte, wurde zu einem Tag, den die Bürger des kleinen Ortes nicht so schnell vergaßen. Denn beim Festgottesdienst hatte sich in der Kirche St. Blasius Putz aus der Decke gelöst und war auf eine voll besetzte Kirchenbank gekracht. Nun fand wieder ein Festgottesdienst in St. Blasius statt – mit hohem Besuch: Bischof Bertram Meier war aus Augsburg angereist, um den Abschluss der Renovierung zu feiern. Er freute sich über die „Wiedereröffnung dieses wundervollen Saales zur Ehre Gottes“ gemeinsam mit bis zu 100 Gläubigen in der geschmückten Kirche.

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Drei Schwer-, zwei Leichtverletzte und traumatisierte Besucher

Das Unglück im Mai 2017 mit drei Schwer-, zwei Leichtverletzten sowie traumatisierten Besuchern hatte über das Allgäu hinaus für große Bestürzung gesorgt. In der Folge war auch eine Reihe anderer Gotteshäuser auf Schäden untersucht worden, da die Verunsicherung groß war. Die damals bereits geplante und teils abgeschlossene Renovierung der Empore in St. Blasius musste um die Stabilisierung der Kirchendecke erweitert werden. Um den Eigenanteil in Höhe von 80 000 Euro aufzubringen, ließen sich die Vorderburger einiges einfallen. Neben zahlreichen Einzelspenden gab es Benefizkonzerte, etwa des Duos Jubila und Jodula, sowie ein Adventssingen. Einen Großteil der Kosten der Dachstuhl- und Deckensanierung hat die Kirchenstiftung übernommen. Auf den großen Kraftakt der Bürger blickten nun der Augsburger Bischof und Pfarrer Florian Rapp zurück. Meier lobte das Miteinander in Vorderburg und sprach davon, dass er immer wieder mit Freude ins Oberallgäu komme.

Der Schock war groß und sitzt immer noch tief

Rapp erklärte, der Schock sei nach dem Unglück groß gewesen und sitze noch immer tief in Vorderburg. Er verwies auf den immensen Zusammenhalt in der Gemeinde und auf die vorübergehenden Gottesdienste in der unmittelbaren Nachbarschaft im Dorfgemeinschaftshaus. Auf insgesamt 880 000 Euro belief sich die Summe der Restaurierungskosten. Diverse Arbeiten wurden in Angriff genommen. So mussten zum Beispiel verfaulte Dachbalken ersetzt werden und die Kirche erhielt zudem eine neue Dacheindeckung. Der Pfarrer dankte allen beteiligten Firmen und Einzelpersonen, die zum Gelingen der Sanierung beigetragen hatten.

Abseits der Renovierung ging der Bischof auch auf andere Themen ein. So freute er sich über die Anwesenheit vieler Kinder in der Kirche und wünschte sich in diesen nicht einfachen Zeiten Fantasie und Kreativität, um Advent und Weihnachten mit den Seelsorgern so zu feiern, dass die segensreiche Botschaft über die Kirchenmauern hinaus gehen möge. Auch auf die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche ging er ein und rief dazu auf, Menschlichkeit und christliche Normen nicht zu vergessen. „Wir müssen den Skandalen ins Auge sehen“, rief er entschlossen und beschwor die Pflicht, „dem Evangelium einen neuen Klang zu geben“.

Treffen mit Bischof entfällt

Rapp bedauerte sehr, dass ein im Anschluss übliches Beisammensein mit Bischof Meier und vielen Gläubigen aufgrund der Umstände durch die Corona-Pandemie entfallen musste. Bischof Meier ergänzte, er würde sich freuen, zu anderen Zeiten wieder in die Gemeinde Rettenberg zurückzukehren und persönliche Kontakte zu pflegen.