Crowdfunding in Wertach

Nach Feuer in Wertacher Mühle - Sohn des Brandopfers sammelt Geld übers Internet

Nach dem Brand: Wertacher Mühle

Danke, danke, danke – sagt Natascha Glasow über die Hilfe, die ihr nach dem Brand der Ferienstätte „Wertacher Mühle“ zukommt. Ihr Sohn und andere junge Leute haben für sie eine Spendenaktion übers Internet gestartet.

Bild: Matthias Becker

Danke, danke, danke – sagt Natascha Glasow über die Hilfe, die ihr nach dem Brand der Ferienstätte „Wertacher Mühle“ zukommt. Ihr Sohn und andere junge Leute haben für sie eine Spendenaktion übers Internet gestartet.

Bild: Matthias Becker

Nach dem Brand ind Wertach: Ziel sind 100.000 Euro für den Wiederaufbau der Wertacher Mühle. Natascha Glasow ist gerührt und hat ein Ziel vor Augen.
09.04.2021 | Stand: 19:23 Uhr

Natascha Glasow hat durch den Brand ihrer Ferienunterkunft „Wertacher Mühle“ am 22. März alles verloren. Jetzt kommt sie aus dem Dankesagen gar nicht mehr heraus. „Das ist so ein tolles Miteinander, ich bin gerührt“, sagt sie am Telefon. Auch ihr langjähriger Mitarbeiter, Flüchtling Tesfit aus Eritrea, sei angetan über das Zusammenwirken im Allgäu. Glasow: „Er sagt immer, das ist wie bei uns zuhause, da helfen die Nachbarn zusammen.“ Aber nicht nur die: Ihr Sohn Fabian und einige seiner Freunde haben eine Crowdfunding-Aktion im Internet gestartet und schon über 24.000 Euro für den Wiederaufbau der „Wertacher Mühle“ gesammelt. Als Ziel geben sie 100.000 Euro an.

Mit einem Teil des Geldes will Glasow zunächst einmal den Schutt auf dem Anwesen wegräumen. Die Versicherung stelle zwar eine mittlere fünfstellige Summer zur Verfügung, „aber das wird niemals reichen“. Sie ist froh, dass sich ihr Bruder ums Abräumen und die Verhandlungen mit der Versicherung kümmert. „Das ist toll, dass ganz viele Leute jetzt für mich mitdenken. Ich brauche diese Leute auch.“

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Die Wertacher Mühle nach der Brandkatastrophe

Ihr Sohn habe mit seiner Freundin einige Tage tatkräftig zugepackt auf dem Gelände, das immer noch bedeckt ist mit Brandresten. Er habe geholfen, dass im noch bestehenden Nachbargebäude zwei Räume vorbereitet wurden. Da will Glasow künftig wohnen und arbeiten, bis die alte Mühle wieder steht. „Fabian und seine Freundin mussten vor einigen Tagen aber wieder zum Arbeiten zurück nach Berlin“, sagt die 55-Jährige.

Mitarbeiter der Wertacher Mühle: "Ein guter Hirte und Hufschmied"

Einer, der bleibt und dauerhaft hilft, ist Tesfit. „Er ist ein guter Hirte und Hufschmied“, sagt Glasow zum Mitarbeiter, der sich unter anderem um die drei Ponys und das Pferd im noch bestehenden Stall kümmert. „Er hat ebenfalls sein gesamtes Hab und Gut beim Brand verloren, auch Erspartes“, sagt Glasow. „Aber er sagt immer, Hauptsache uns ist nichts passiert – und da hat er recht.“

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Über 6.000 Euro an Soforthilfe seien bereits eingegangen über die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, und den Allgäuer Hilfsfonds. „Diese Solidarität berührt mich, das ist supertoll.“ Und jetzt stehen bereits via Internet 24.000 Euro auf der Spendenseite von Gofundme. Gespendet haben viele Leute, die dort Urlaub machten und wieder machen wollen. Peter Schuhmann schreibt: „Wir wollen wiederkommen.“ Annette Wenzel spendete, „damit auch künftig Alleinerziehende mit ihren Kindern sich bei einem Mühlenurlaub richtig gut erholen können.“

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Haus in Wertach brennt

Glasow ist „über jeden Betrag dankbar und froh“ für den Wiederaufbau der Ferienstätte für Alleinerziehende und deren Kinder. 30 Jahre bestand sie in Wertach. Es ist das über viele Jahre aufgebaute Lebenswerk der ehemaligen Sozialarbeiterin und Alleinerziehenden. Ihr Wunsch ist es, so bald wie möglich wieder Gäste beherbergen zu können und die „Wertacher Mühle“ erneut zu einem Ort zu machen, an dem Menschen zusammenkommen.

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