Hochwasser-Katastrophe

Nach Hochwasser in Ahrweiler: Oberallgäuer BRK-Bereitschaften helfen Katastrophengebiet

Helferinnen und Helfer der Oberallgäuer BRK-Bereitschaften waren im Landkreis Ahrweiler nach der Hochwasser-Katastrophe im Einsatz.

Helferinnen und Helfer der Oberallgäuer BRK-Bereitschaften waren im Landkreis Ahrweiler nach der Hochwasser-Katastrophe im Einsatz.

Bild: Sebastian Stadler

Helferinnen und Helfer der Oberallgäuer BRK-Bereitschaften waren im Landkreis Ahrweiler nach der Hochwasser-Katastrophe im Einsatz.

Bild: Sebastian Stadler

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus Kempten und dem Oberallgäu berichten über ihren Einsatz im Landkreis Ahweiler. Was sie dort erlebt haben.
18.08.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Ein Geruch nach Fäulnis, nassem Unrat und Diesel liegt in der Luft. „Der hat mich bis ins Allgäu zurückverfolgt“, erzählt Sebastian Stadler vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, war Stadler von der Bereitschaft Kempten mit 14 weiteren Ehrenamtlichen nach dem Hochwasser im Landkreis Ahrweiler im Einsatz. Ebenso vor Ort war Julia Rebuck mit einer Kollegin und einem Kollegen. Sie leitet den Fachdienst Psychosoziale Notfallversorgung der Oberallgäuer BRK-Bereitschaften sowie den Arbeitskreis Krisenintervention.

„In unserem Einsatzgebiet waren viele Gebäude komplett zerstört“, sagt Stadler. „Das Ausmaß der Vernichtung hat mich erschüttert, zumal ich die Gegend sehr gut kenne und somit weiß, wie es vorher hier aussah“, ergänzt Rebuck. Sie und ihre Kollegen führten viele Gespräche mit Betroffenen und Einsatzkräften. Auffällig sei gewesen, „dass die Menschen noch nicht dazu gekommen sind, die Geschehnisse zu verarbeiten“. Die psychischen Folgen der Katastrophe würden unweigerlich eintreten.

Oberallgäuer BRK nach Hochwasser in Ahrweiler: Tausende Einsatzkräfte vor Ort

Tausende Einsatzkräfte von Feuerwehren, Bundeswehr, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und zahlreichen anderen Hilfsorganisationen aus ganz Deutschland sammelten sich laut Stadler im Lagezentrum am Nürburgring. Die Einsatzkräfte stellten Ersatzstromerzeuger, mobile Toilettenhäuschen und Duschcontainer auf. Auch von einer riesigen Feldküche berichtet Stadler. „Dort werden 1000 Menschen pro Tag unentgeltlich mit Frühstück, Mittag- und Abendessen und auch mit Trinkwasser versorgt“, sagt der Helfer. „Wir selbst hatten 24 000 Hühnereier dorthin gebracht, die ein Geflügelhof bei Altusried für die Menschen im Katastrophengebiet zur Verfügung gestellt hatte.“ Auch die Zivilbevölkerung aus der Umgebung sei extrem hilfsbereit, sagt Rebuck.

Sie selbst habe aus dem Einsatz Ideen für ihre ehrenamtliche Arbeit im Oberallgäu mitgenommen. „Ich würde gerne Spenden generieren, um für unseren Fachdienst Psychosoziale Notfallversorgung beim BRK Oberallgäu ein eigenes Dienstfahrzeug anschaffen zu können, mit Tisch für Besprechungen, Gespräche und Material“, sagt Rebuck. Zudem schwebten ihr Aus- und Fortbildungen vor, wie zum Beispiel Funkübungen oder die Vertiefung der Katastrophenschutz-Kenntnisse.

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