Nach dem Jahrhundert-Starkregen

Nach dem Unwetter: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger besucht Rettenberg

Hubert Aiwanger (Zweiter von links) besuchte Altach, um sich mit Bürgermeister Nikolaus Weißinger (Mitte hinten) ein Bild von den Schäden zu machen. Begleitet wurde er von Alexander Hold (links) und Landrätin Indra Baier-Müller (rechts).

Hubert Aiwanger (Zweiter von links) besuchte Altach, um sich mit Bürgermeister Nikolaus Weißinger (Mitte hinten) ein Bild von den Schäden zu machen. Begleitet wurde er von Alexander Hold (links) und Landrätin Indra Baier-Müller (rechts).

Bild: Sophia Ungerland

Hubert Aiwanger (Zweiter von links) besuchte Altach, um sich mit Bürgermeister Nikolaus Weißinger (Mitte hinten) ein Bild von den Schäden zu machen. Begleitet wurde er von Alexander Hold (links) und Landrätin Indra Baier-Müller (rechts).

Bild: Sophia Ungerland

Der bayerische Wirtschaftsminister machte sich im Rettenberger Ortsteil Altach selbst ein Bild von den Schäden des Unwetters. Welche Soforthilfen möglich sind.
30.07.2021 | Stand: 06:51 Uhr

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat sich am Donnerstag bei seinem Besuch im Oberallgäu selbst ein Bild von den Unwetterschäden gemacht. Kurzfristig legten er und sein Team einen Zwischenstopp im Rettenberger Ortsteil Altach ein. Der Minister zeigte sich erstaunt angesichts der aufgerissenen Straßen – vor allem, „dass das wie ein Teppich wegrollt“, sagte er.

„Das waren nicht nur Überflutungen, sondern Murenabgänge“, sagte Landrätin Indra Baier-Müller (Freie Wähler), die ebenso vor Ort war. Sie appellierte an den Parteichef, die finanzielle Unterstützung des Freistaats für Unwetterschäden auf das Oberallgäu auszuweiten. Damit schließt sie sich der Forderung nach Soforthilfen von Landtagsvizepräsident Alexander Hold an. „Dafür kämpfen wir, dass diese Zeitfenster und Gebiete auch mit rein genommen werden“, sagte Aiwanger. Laut einer Mitteilung stehen vom Freistaat insgesamt 50 Millionen Euro für die Hochwasserhilfen bereit. Ob es alternativ einen extra Fördertopf gebe, wenn der bestehende nicht ausgeweitet werden könne, darüber muss laut Aiwanger noch entschieden werden.

Aiwanger in Rettenberg: Minister besichtigt Schäden nach dem Unwetter im Oberallgäu

Inzwischen hat der Landkreis Oberallgäu ein Spendenkonto für die Betroffenen des Unwetters eingerichtet. Baier-Müller hatte dazu aufgerufen, Solidarität zu zeigen und zu spenden. Denn die Finanzhilfen der bayerischen Staatsregierung würden sicherlich nicht ausreichen, um die Schäden aufzufangen.

Ein heftiger Starkregen war am Montagabend über dem südlichen Oberallgäu niedergegangen. In kurzer Zeit hatten die Wassermassen Straßen, Wiesen und Keller in Rettenberg, Burgberg, Sonthofen und Blaichach überflutet. Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Kempten, sprach von einem außergewöhnlichen Wetterereignis mit „sehr hohem Niederschlag in sehr kurzer Zeit“, das in der Regel nur einmal alle 100 Jahre vorkomme. Auch Meteogroup-Chef Joachim Schug sprach von einem „Jahrhundertereignis“.

Unwetter im Oberallgäu: Überschwemmungen in Rettenberg, Burgberg, Sonthofen und Blaichach

In Wagneritz am Fuße des Grünten hatte sich das Wasser auf dem Weg ins Tal in einen reißenden Strom verwandelt und ein Auto weggeschwemmt. In Altach ist eine Familie besonders betroffen. Dort war der Keller bis zur Decke mit Wasser und Schlamm vollgelaufen. Dann hatte sich der Matsch im Erdgeschoss bis auf Kniehöhe gestaut. Rettenbergs Bürgermeister Nikolaus Weißinger (CSU) rechnet mit Schäden in Millionenhöhe.

Lesen Sie auch
##alternative##
Sturzfluten bahnten sich Weg durch Straßen

So viel Regen: Unwetter in Rettenberg und Sonthofen war ein "Jahrhundertereignis"

In Blaichach waren Turnhalle, Schule und Kindergarten überflutet. Am Goymoos-Kreisel zwischen Immenstadt und Rettenberg waren zehn Menschen in ihren Autos vom Wasser eingeschlossen worden und mussten befreit werden. In Sonthofen waren mehrere städtische Gebäude von den Überflutungen betroffen, vor allem der Kindergarten Nord.

Lesen Sie auch: