Millionenprojekt

Neue Außensauna fürs "Aquaria" in Oberstaufen: Mehr Platz fürs Schwitzen

Aquaria

Der Bau einer neuen Außensauna ist derzeit eine der größten Baustellen in Oberstaufen. Bis Weihnachten soll die neue Anlage mit einer Fläche von 9500 Quadratmetern fertig sein.

Bild: Günter Jansen

Der Bau einer neuen Außensauna ist derzeit eine der größten Baustellen in Oberstaufen. Bis Weihnachten soll die neue Anlage mit einer Fläche von 9500 Quadratmetern fertig sein.

Bild: Günter Jansen

Die Arbeiten für die Außensauna im „Aquaria“ in Oberstaufen liegen im Plan. Dort und auch im „Wonnemar“ in Sonthofen hofft man, dass die Häuser bald wieder öffnen können. Doch dafür fehlt ein Signal aus München

09.06.2020 | Stand: 18:14 Uhr

Trotz Corona-Krise haben sich die Arbeiten für den Neubau der Außensauna im „Aquaria“ in Oberstaufen nicht verzögert. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt Geschäftsführerin Heidi Köberle. „Ich gehe davon aus, dass wir die neue Anlage kurz vor Weihnachten eröffnen können.“ 6,5 Millionen Euro sollte das Projekt ursprünglich kosten. Jetzt sind es knapp zehn Millionen Euro geworden (wir berichteten). Köberle hofft darauf, dass das Freizeitbad nach der Schließung Mitte März aufgrund der Corona-Pandemie bereits in der nächsten Woche wieder öffnen darf.

Die neue Außensauna soll pünktlich zum Start der Wintersaison fertig sein. Die Arbeiten begannen mit Sprengarbeiten im März. Zuletzt hatte die Marktgemeinde 2016/17 über ihren Tourismuseigenbetrieb 1,5 Millionen Euro ins „Aquaria“ investiert. Doch das Geld floss primär in den Brandschutz. Jetzt will man Einheimischen und Gästen etwas Besonderes bieten. Auf einem Areal von 1200 Quadratmetern entstehen drei Saunen, Ruheräume, ein Abkühlbecken, eine Gastronomie und Terrassen mit Blick zum Hochgrat. Künftig sollen 50 Liegen im Außenbereich und 30 in den Ruheräumen zur Verfügung stehen. Die „Aquaria“-Anlage wächst um rund 1000 auf insgesamt 9500 Quadratmeter. Der Bau erfolgt in den Berg hinein über drei Ebenen.

Gestiegen waren die Kosten in der Planungsphase. Das lag vor allem an der guten Baukonjunktur: Die Finanzierung übernimmt der Tourismus-Eigenbetrieb der Kommune (TEO), der dafür neue Kredite aufnimmt. Die Betriebsgesellschaft des „Aquaria“ zahlt an TEO eine jährliche Pacht und ermöglicht so die Tilgung. Mittlerweile sind die Kosten auf zehn Millionen Euro gestiegen. Doch dafür soll es eine deutlich größere Umgestaltung und Sanierung geben als bisher geplant. Hintergrund sind die größeren Chancen auf eine Förderung, sagte Bürgermeister Martin Beckel im Februar. Die 6,5 Millionen Euro sollten bislang nur in den Bau einer neuen Sauna-Landschaft fließen. Doch eine Beschränkung darauf hätte zur Folge gehabt, dass möglicherweise keine Zuschüsse vom Freistaat fließen. Der unterstützt Sauna-Bauten nur in Verbindung mit anstehenden Bäder-Sanierungen. Deshalb stockte Oberstaufen auf: Neben der neuen Sauna-Landschaft soll es auch einen „Infinity-Pool“ geben, der den Badegästen den Eindruck des Schwimmens direkt in die Landschaft hinein vermitteln soll. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro. Zudem soll das bestehende Außenbecken samt Technik saniert werden, wofür nochmals gut 2,4 Millionen Euro veranschlagt sind.

„Können sofort aufmachen“

Noch ist das Freizeitbad – wie auch das „Wonnemar“ in Sonthofen – geschlossen. „Doch wir haben ein Hygienekonzept ausgearbeitet, sodass wir sofort aufmachen können“, sagt Geschäftsführerin Köberle. Statt der maximal 800 Gäste könnten dann 200 im „Aquaria“ schwimmen. Dann wäre vielleicht auch wieder die Innensauna-Anlage nutzbar. „Den nötigen Abstand können wir jedenfalls schaffen“, sagt die Geschäftsführerin. „Jetzt fehlt nur noch das Okay von Markus Söder.“

Darauf hofft auch Maximilian Haag, Betriebsleiter des „Wonnemar“ . Er geht davon aus, dass die Freizeiteinrichtung in Sonthofen erst wieder am 1. Juli die Türen aufsperren kann, denn bisher habe er noch kein Signal der bayerischen Regierung vernommen, „dass Hallenbäder und Thermen wieder öffnen können“. Trotz der Tatsache, „dass wir in Sachen Hygiene ja auch schon vor Corona Profis waren“. Nachdem in der „Alpentherme Ehrenberg“ im benachbarten Reutte zu Beginn des nächsten Monats wieder geschwommen und sauniert werden darf, „stehen unserer Chancen gut, dass auch wir wieder öffnen können“, glaubt Haag.