Förderbescheid

Neue Söllereckbahn soll im Dezember fahren

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (rechts) übergab den Förderbescheid für die neue Söllereckbahn an Bergbahnchef Henrik Volpert (links). Im Hintergrund ist die neue Talstation zu erkennen.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (rechts) übergab den Förderbescheid für die neue Söllereckbahn an Bergbahnchef Henrik Volpert (links). Im Hintergrund ist die neue Talstation zu erkennen.

Bild: Martina Diemand

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (rechts) übergab den Förderbescheid für die neue Söllereckbahn an Bergbahnchef Henrik Volpert (links). Im Hintergrund ist die neue Talstation zu erkennen.

Bild: Martina Diemand

Das Millionenprojekt in Oberstdorf liegt im Zeitplan. Zuschüsse und neue Großaktionäre ermöglichen die Modernisierung des Skigebiets. Zwei weitere Lifte solle noch ersetzt werden

05.09.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Der Parkplatz ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Trotz Großbaustelle ist die Söllereckbahn ein beliebtes Ausflugsziel. Während die Arbeiten an der neuen Zehner-Kabinenbahn auf Hochtouren laufen, haben die Sommerrodelbahn Allgäu-Coaster, der Kletterwald und die Berggastronomie geöffnet. So flanieren zahlreiche Wanderer über die Baustelle, als hoher Besuch aus München eintrifft. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) ist gekommen, um den Förderbescheid für die neue Söllereckbahn zu übergeben. „Wir wollen den Tourismus unterstützen und nicht riskieren, dass alte Anlagen eines Tages schließen müssen“, sagt Aiwanger."Allgäu-Rundschau

Während der Minister spricht, ist Baustellenlärm zu hören. Die Arbeiten laufen weiter. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagt Henrik Volpert, Vorstand Oberstdorfer Bergbahn AG (OBB). Der Zeitplan ist sportlich: Weil die Bergbahnen wegen des Corona-Lockdowns ohnehin stillstanden, hatte das Unternehmen im April entschieden, den Neubau der Söllereckbahn um zwei Monate vorzuziehen. Am 25. Dezember soll die moderne Hauptbahn – pünktlich zur Wintersaison – fertig sein. Die neuen Anlagen sind langsam zu erkennen. Die Betonfundamente an der Tal-, Mittel- und Bergstation sind fast fertig. An der Mittelstation wurde bereits mit dem Bau von Werkstatt und Raupengarage begonnen. Zahlreiche Bestandteile der Zehner-Kabinenbahn wurden in der Zwischenzeit angeliefert und direkt vor Ort zwischengelagert, erklärt Volpert. Im nächsten Schritt werden die Teile der neuen Stützen verarbeitet. Die erste Stütze oberhalb der Mittelstation wurde bereits errichtet. Weitere werden in den kommenden Tagen und Wochen folgen.

Bis ins Jahr 2022 soll das Skigebiet schrittweise modernisiert werden. Die Kosten werden auf 42,9 Millionen Euro geschätzt. Vom Freistaat gab es jetzt einen Zuschuss von 7,77 Millionen Euro. Zudem hat die Oberstdorfer Bergbahn AG eine Kapitalerhöhung durchgeführt, um die Investitionen stemmen zu können. Zwei neue Großaktionäre wurden gewonnen: Die Allgäuer Unternehmerfamilie Behr (Blaichach) und die im Seilbahnbau tätige Leitner GmbH (Telfs) beteiligen sich mit Millionenbeträgen. Der frühere Oberstdorfer Bürgermeister Laurent Mies dankte als Vertreter der Kapitalgeber dem Minister für die Unterstützung. „Das ist ein Projekt, dass uns im Landkreis sehr guttut“, sagte Landrätin Indra Baier-Müller. „Viele Kinder lernen hier das Skifahren.“ Oberstdorfs Bürgermeister Klaus King nannte die Bergbahn einen bedeutenden Wirtschaftsmotor und einen wichtigen Arbeitgeber vor Ort. Der FW-Landtagsabgeordnete Alexander Hold unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der Seilbahnförderung des Freistaats. „Wenn wir unsere Gebiete nicht modernisieren und nicht beschneien, bleiben die Gäste ja nicht zuhause“, sagte Hold. „Sie fahren einfach woanders hin.“

Nach 70 Jahren seien die Anlagen veraltet und eine Modernisierung des Gebiets überfällig gewesen, erklärte Bergbahnchef Volpert. „Komfortabel, modern und zeitgemäß“ könnten die Gäste künftig befördert werden. Zudem bleibt Familien künftig der Fußmarsch vom Parkplatz erspart, weil die neue Talstation direkt an der Bundesstraße errichtet wird. Die moderne Sechser-Sesselbahn Schrattenwang ist bereits im vergangenen Winter in Betrieb gegangen. Nach der Fertigstellung der Söllereck-Hauptbahn sollen in den kommenden Jahren auch noch die Schlepplifte Wanne und Höllwies durch neue Anlagen ersetzt werden. Zudem wurde die Beschneiungsanlage verbessert.