Versorgung der Kleinsten in Immenstadt

Neueröffnung des Naturkindergartens: „Ein Kindergarten wie ein Ferienhof“

IS Naturkindergarten

Im Hintergrund der Bauwagen, im Vordergrund naturbelassene Wiesen. Die Kinder verbringen im Naturkindergarten die meiste Zeit im Freien.

Bild: Fotos: Marina Kraut

Im Hintergrund der Bauwagen, im Vordergrund naturbelassene Wiesen. Die Kinder verbringen im Naturkindergarten die meiste Zeit im Freien.

Bild: Fotos: Marina Kraut

Am Auwald in Immenstadt ist ein städtischer Naturkindergarten eröffnet worden. 20 Kinder können dort betreut werden. Die Stadt deckt so eine Versorgungslücke.
10.06.2021 | Stand: 06:00 Uhr

„Neun Kinder sind schon da, im September sind es dann 20.“ Immenstadts Bürgermeister Nico Sentner ist froh, dass der städtische Naturkindergarten am Auwald endlich eröffnet wurde. Denn der Stadt fehlen laut einer Berechnung nach dem Hildesheimer Modell bis 2023 noch etwa 118 Plätze. 20 davon sind jetzt mit dem Naturkindergarten abgedeckt. Die übrigen Plätze sollen über die Erweiterung der Kita in Stein und die Umgestaltung des ehemaligen Tennisheims Grün-Weiß bis 2023 gefüllt werden.

„Die Standortfrage“ für den neuen Naturkindergarten habe den Stadtrat lange beschäftigt, erklärt Sentner. Immenstadt sei zwar der größte kommunale Waldbesitzer im Oberallgäu, dennoch habe es lange keine Einigung für einen geeigneten Platz gegeben. Anfangs war der Auwald im Gespräch. Dann hätte aber der ganze See dort eingezäunt werden müssen.

Naturkindergarten: Nähe zum Auwald-Kindergarten praktisch

An der Stadtalpe auf dem Kalvarienberg war zwar das Gelände ideal, doch weite Anfahrtswege und die dezentrale Lage hätten dagegen gesprochen. Der jetzige Standort am ehemaligen „Greiner-Gelände“ sei laut Sentner deutlich besser: „Die zentrale Lage, der nahe Auwald und der Baumbestand sind für den Kindergarten optimal.“ Zudem sei die Nähe zum Auwald-Kindergarten praktisch.

Haselnuss- und Johannisbeersträucher sind schon jetzt auf dem neuen Areal gepflanzt. Bald sollen auch noch Ziegen hinzukommen, die dem angrenzenden Landwirt und ehemaligen Pächter des Grundstücks gehören. „Dann ist der Kindergarten wie ein Ferienhof“, sind sich Sentner und die neue Leiterin Sonja Zehfuß einig.

Wenn draußen mal ganz schlechtes Wetter ist, lädt das Innere des Bauwagens mit Sitzmöglichkeiten, Küche und Spielecken zum Verweilen ein.
Wenn draußen mal ganz schlechtes Wetter ist, lädt das Innere des Bauwagens mit Sitzmöglichkeiten, Küche und Spielecken zum Verweilen ein.
Bild: Marina Kraut

Das Konzept des Naturkindergartens unterscheidet sich laut Zehfuß nur unwesentlich von dem eines herkömmlichen Kindergartens. Die pädagogischen Grundsätze seien dieselben. Der Unterschied liege darin, „dass die Kinder hier die Natur mit allen Sinnen erleben“, sagt Zehfuß.

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Feinmotorik werde mit Materialien wie Steinen gelernt, Sozialkompetenz mit anderen Kindern im Freien. Spielmaterialien kommen aus der Umgebung und sollen so gut wie möglich von den Kindern selbst gebaut werden. Bei Festen wie St. Martin wird mit dem benachbarten Auwald-Kindergarten zusammengearbeitet. Ebenso bei der gezielten Förderung der Vorschulkinder.

Immenstadt hat auch dank Spende einen Naturkindergarten

Den Ausbau des Gebiets möglich gemacht hat unter anderem die Kaiser-Sigwart-Stifung mit einer Spende von 30.000 Euro. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Sentner. Die Kosten des Bauwagens belaufen sich auf 66.500 Euro. Die Baukosten betrugen 50.000 Euro. Den Wagen aus witterungsbeständiger Lerche nutzen die Kinder, ihre zwei Erzieherinnen und der Kinderpfleger vor allem bei schlechtem Wetter. Eine kindgerechte Toilette befindet sich im Wagen. Auch sonst ist er bereits vollständig an die Versorgungsnetze der Stadtwerke und einer externen Firma angeschlossen.

Wie der Naturkindergarten heißen soll, steht noch nicht fest. „Das sollen die Kinder im Laufe der Zeit selbst entscheiden“, sagt Zehfuß. Von Tigerzahn bis Indianerstamm – es sei nahezu alles möglich.

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