Glaube

Neuer Leiter der Pfarreiengemeinschaft Stein eingeführt

Dekan Karl-Bert Matthias bei der Einführung (rechts) von Pater Sojesh Perukilakkattu (Bildmitte) in Missen.

Dekan Karl-Bert Matthias bei der Einführung (rechts) von Pater Sojesh Perukilakkattu (Bildmitte) in Missen.

Bild: Sabine Verspohl-Nitsche

Dekan Karl-Bert Matthias bei der Einführung (rechts) von Pater Sojesh Perukilakkattu (Bildmitte) in Missen.

Bild: Sabine Verspohl-Nitsche

Pater Sojesh Perukilakkattu Abraham ist künftig für sechs Gemeinden zuständig. Bereits mit 15 Jahren trat er ins Priesterseminar ein
28.09.2020 | Stand: 19:00 Uhr

„Ich freue mich, dich in unserer Mitte zu wissen“, sagte Dekan Karl-Bert Matthias bei der Einführung des neuen Leiters der Pfarreiengemeinschaft (PG) Stein, Pater Sojesh Perukilakkattu Abraham. Während des offiziellen Gottesdienstes brannten als Zeichen für jede der zur PG gehörenden Pfarreien, Stein, Akams, Diepolz, Eckarts, Knottenried und Missen sechs Kerzen auf dem Altar der Kirche St. Martin in Missen. In den Zeiten, in denen wir Masken vor Mund und Nase aufziehen müssten, wünschte Dekan Matthias dem 36-jährigen indischen Seelsorger, er möge niemals eine innere Maske tragen, die sein Gesicht als Priester verdecke.

Zum Gottesdienst, der musikalisch von Michael Hanel gestaltet wurde, waren neben Vertretern der sechs Pfarreien Gäste aus dem kirchlichen und politischen Leben gekommen. Dekan Karl-Bert Matthias richtete sich in seiner Ansprache an Pater Sojesh: „Hab keine Angst.“ In den Pfarreien stünden ihm wunderbare Menschen zur Seite, die in unterstützen würden. „Mögest du dich mutig und gelassen dem stellen, wozu Gott dich bestimmt hat“, fuhr Dekan Matthias fort.

In seiner Ansprache ging der neue Leiter der PG Stein auf das Evangelium ein und stellte sich die Frage, ob er in seinem Leben eher ein Ja-Sager sei oder nicht. Vor diesem Hintergrund schilderte der 36-Jährige seinen Werdegang und die Abschiede, die er bereits erlebt hat.

Er ist mit einem Bruder bei seinen Eltern in der südindischen Provinz Kerala aufgewachsen. Mit 15 Jahren trat er bereits ins Priesterseminar ein, legte sein Abitur ab. Zum weiteren Studium entsandte ihn sein Provinzial nach Deutschland, wo er in Augsburg Theologie studierte.

In seiner Heimatpfarrei empfing Pater Sojesh im Mai 2014 die Priesterweihe. 2018 kam der Geistliche als Kaplan nach Bad Wörishofen. „Es hat allein 15 Jahre bis zur Weihe gedauert, aber wenn wir auf Gott vertrauen, gelingt alles“, sagte Perukilakkattu.

Er habe oft Heimweh gehabt, gesteht er. Und so sei er auch in diesem Frühjahr zu seiner Familie nach Indien geflogen. Dort saß er wegen der Corona-Pandemie fünf Monate fest, bevor er wieder nach Deutschland zurückkehren konnte. Es sei eine Vorsehung Gottes, dass er nun in der PG Stein sei. „Der Herr ist mein Herr, er führt mich“, richtete er sich abschließend an die Gläubigen. Die Pastoralratsvorsitzende Balbina Abt begrüßte den neuen Pfarrer und richtete sich mit einem Zitat aus einem Büchlein an ihn: „Das, was werden soll, soll unter einem guten Stern stehen.“ Sie sicherte Pater Sojesh die volle Unterstützung zu und wünschte ihm, dass er sich in der PG bald daheim fühle. Missens Bürgermeisterin Martina Wilhelm stellte fest, man müsse die Zeichen der Zeit erkennen. Dabei sei es wichtig, das Feuer und die Glut weiterzugeben und nicht die Asche zu bewahren. Sie wünschte ein weiterhin gutes Miteinander von Kirche und Kommune.

Einen Apfelbaum als Geschenk

Immenstadts Bürgermeister Nico Sentner überreichte dem neuen PG-Leiter einen Apfelbaum, der als Symbol für sein Wirken stehe. „Möge Ihre Arbeit stets auf fruchtbaren Boden fallen. Dazu wünsche ich eine glückliche Hand und Gottes Segen“, sagte Sentner.