Mobilfunkversorgung

„Der Standort war nicht mehr zukunftssicher“ - Neuer Standort für Mobilfunkanlage in Sonthofen gesucht

Die Mobilfunkversorgung soll sich in Sonthofen weiter verbessern. Deshalb ist die Kommune in Gesprächen mit dem Netzbetreiber.

Die Mobilfunkversorgung soll sich in Sonthofen weiter verbessern. Deshalb ist die Kommune in Gesprächen mit dem Netzbetreiber.

Bild: Annette Zoepf/Symbolbild

Die Mobilfunkversorgung soll sich in Sonthofen weiter verbessern. Deshalb ist die Kommune in Gesprächen mit dem Netzbetreiber.

Bild: Annette Zoepf/Symbolbild

Der Stadtrat Sonthofen beschließt, dass zwei Bereiche als neuer Standort für eine bestehende Mobilfunkanlage infrage kommen. Um diese Gebiete geht es dabei.
08.07.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Die Stadt Sonthofen und die Telekom suchen im Bereich der Grüntenkaserne und des gegenüberliegenden Gewerbegebiets einen neuen Platz für eine Mobilfunkanlage. Denn der bisherige Standort an der östlichen Alpenstraße wird aufgelöst. Das berichtete Andreas Weller von der Corwese GmbH im Stadtrat. Das Fachbüro kümmert sich im Auftrag der Kommune um Angelegenheiten beim Mobilfunk.

Die Kommunalpolitiker beschlossen einstimmig, dass im Bereich der Grüntenkaserne und des nahe gelegenen Gewerbegebiets nach einem neuen Platz für den Mast gesucht werden soll. Die Stadt macht dabei Gebrauch vom kommunalen Mitwirkungsrecht bei der Suche nach neuen Standorten. Zu den Gründen, warum die Anlage an der östlichen Alpenstraße abgebaut wird, teilt Frank-Peter Käßler von der Telekom auf Nachfrage unserer Redaktion mit: „Der Standort war nicht mehr zukunftssicher.“

Neuer Standort für Mobilfunkanlage in Sonthofen gesucht: Um diese Gebiete geht es

Zweite Bürgermeisterin Ingrid Fischer (Grüne) beschäftigte die Frage, welche Auswirkungen die langfristige Entwicklung des Areals der Grüntenkaserne auf eine mögliche Mobilfunkanlage dort hätte. Denn, wie berichtet, soll die militärische Fläche in eine zivile umgewandelt werden und möglicherweise für eine Landesgartenschau genutzt werden. Das wäre aber erst 2031 oder 2032 der Fall. „Was passiert, wenn sich dann wieder etwas ändert?“, wollte Fischer wissen.

Freilich sei eine verlässliche Planung schwierig, wenn noch keine Sicherheit bestehe, antwortete Weller. Sollte die weitere Entwicklung unabwägbar sein, würde er eher den Bereich des jetzigen Gewerbegebiets gegenüber der Grüntenkaserne in den Fokus nehmen. Bürgermeister Christian Wilhelm ergänzte, es sei auch unklar, wie die Technik in zehn Jahren sei.

Tatsächlich beschäftigt sich die Landesregierung laut Bayerns Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Roland Weigert, bereits mit der Entwicklung von 6G, während der 5G-Mobilfunk mit einer besonders hohen Datenübertragung gerade „flächendeckend“ ausgerollt werde. (Lesen Sie auch: Im Gespräch mit dem Vodafone-Chef: Wie bekommen wir gutes Handynetz ins Allgäu?)

Welche weiteren Standorte stehen zur Diskussion?

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Beim Mobilfunk muss Füssen in den sauren Apfel beißen

Siegfried Zint (CSU) wollte wissen, ob der Standort an der östlichen Alpenstraße der Einzige sei, der zur Diskussion stehe. Um diese Frage beantworten zu können, müssten alle Betreiber an einen Tisch geholt werden, antwortete Weller. Er berichtete in der Sitzung, was zumindest von der Telekom bekannt ist: Diese habe im Rahmen der Markterkundung für das bayerische Mobilfunk-Förderprogramm mehrere Maßnahmen erwähnt. Der Netzbetreiber plant einen neuen Standort im Ortsteil Binswangen, eine Erweiterung mit LTE – also einem verbesserten Netz mit höherer Datenübertragung im Vergleich zu Vorläufer-Standards – in Staig und eine neue sogenannte Small Cell im Zentrum von Sonthofen.

Dabei handelt es sich um eine Sendeleitung mit sehr geringer Reichweite – also lediglich für die Versorgung von Plätzen oder Straßenzügen, ähnlich wie WLAN-Hotspots. (Lesen Sie auch: Besserer Empfang im Funkloch - Bau eines Mobilfunkmasts in Knottenried kann starten)

Statt "weiße Flecken" zu versorgen, will die Stadt den Mobilfunk innerorts weiter verbessern

Gleichzeitig ist die Telekom in ihrer Stellungnahme auf „weiße Flecken“ eingegangen – also Gebiete mit schlechtem oder gar keinem Empfang weit außerhalb. Dazu zählen die Bereiche Dreiangelhütte mit Unterkunftshaus, Starzlachtal, Unterkunftshaus Sonnenklause, Strausberghütte/Naturfreundehaus sowie das Gebiet östlich von Altstädten. Hier bestehe ein Konsens mit der Stadt, nicht die „weißen Flecken“ zu versorgen, sondern den Mobilfunk innerorts zu verbessern.

Rathauschef Wilhelm erklärt dazu auf Nachfrage: „Der Fokus der Stadt liegt auf einem flächendeckenden, gut verteilten und möglichst verträglichen Mobilfunkausbau.“ Dabei nehme die Kommune auch Ängste oder Einwände von Bürgern wegen gesundheitlicher Auswirkungen oder optischer Beeinträchtigungen durch Antennenanlagen „sehr ernst“. (Lesen Sie auch: Immenstadt erhält Geld für den Bau von Mobilfunk-Masten)

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