Bustarif im Oberallgäu

"Keine Genehmigung in Aussicht": Neun-Euro-Ticket für Stadtbus Immenstadt gestoppt

Häufig rollt der Stadtbus nur mit wenigen Fahrgästen durch Immenstadt. Deswegen wollte der Stadtrat das Angebot mit einem Neun-Euro-Ticket für Einheimische beleben. Doch jetzt wird der Vorstoß nicht mehr weiter verfolgt, weil das Landratsamt Bedenken angemeldet hat.

Häufig rollt der Stadtbus nur mit wenigen Fahrgästen durch Immenstadt. Deswegen wollte der Stadtrat das Angebot mit einem Neun-Euro-Ticket für Einheimische beleben. Doch jetzt wird der Vorstoß nicht mehr weiter verfolgt, weil das Landratsamt Bedenken angemeldet hat.

Bild: Benjamin Liss

Häufig rollt der Stadtbus nur mit wenigen Fahrgästen durch Immenstadt. Deswegen wollte der Stadtrat das Angebot mit einem Neun-Euro-Ticket für Einheimische beleben. Doch jetzt wird der Vorstoß nicht mehr weiter verfolgt, weil das Landratsamt Bedenken angemeldet hat.

Bild: Benjamin Liss

Weil das Landratsamt Bedenken hat, verwirft Immenstadt die Idee, um das ÖPNV-Angebot für die Bürger attraktiver zu machen. Die Stadträte reagieren enttäuscht.
05.10.2022 | Stand: 07:57 Uhr

Das Angebot sollte den Stadtbus beleben und die Menschen in Immenstadt entlasten: Ende April entschied der Immenstädter Stadtrat, ein Neun-Euro-Ticket für seine Bürger einzuführen. Dieses Angebot sollte nach Ablauf des Tickets der Bundesregierung vorerst bis Ende 2023 erhältlich sein. Neben der Monatskarte war auch ein Jahresticket für 100 Euro angedacht. Doch jetzt kam das Aus für das ÖPNV-Angebot: Der Stadtratsbeschluss kann nicht umgesetzt werden.

Denn um das Neun-Euro-Stadtbusticket anbieten zu können, ist eine Genehmigung der Regierung von Schwaben notwendig. Das müssen die Busunternehmer beantragen und erläutern, welche Tarife geändert oder nicht mehr angeboten werden. Zudem müssten die Busunternehmen erklären, wie das Angebot finanziert und die Einnahmen aufgeteilt sind. Als Aufgabenträger des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist auch das Landratsamt involviert.

Neun-Euro-Stadtbusticket in Immenstadt: "Keine Genehmigung in Aussicht"

Doch die Kreisbehörde meldete bei gemeinsamen Gesprächen eine Reihe von Bedenken an und kündigte an, diese Vorbehalte auch der Genehmigungsbehörde mitzuteilen, falls die Busunternehmen den Antrag für ein Neun-Euro-Stadtbusticket stellen. „Die Regierung stellt uns so keine Genehmigung in Aussicht“, erklärte Bürgermeister Nico Sentner. „Deswegen ist der Beschluss nicht umzusetzen, weil keine Chance besteht.“

Die Bedenken des Landratsamts beziehen sich auf die geplante Tarifharmonisierung mit der Stadt Kempten, dem Mobilitätsverbund Mona und der Verkehrsgemeinschaft Oberallgäu mit der der lange gehegte Wunsch nach einem Einheitstarif umgesetzt werden soll. Zudem gebe es mit dem „Bürgerticket Alpsee-Grünten“ bereits ein gesondertes Angebot. Die Einführung eines weiteren Angebots widerspreche der Tarifharmonisierung und führe zu einem „Kannibalisierungseffekt“, heißt es aus dem Landratsamt. Zudem hätten sich die Verkehrsunternehmen verpflichtet, vor Umsetzung eines harmonisierten Tarifs keine weiteren Angebote einzuführen.

"Schade, dass der Landkreis uns nicht unterstützt"

Die Mitglieder des Stadtrats zeigten sich enttäuscht: „Es ist schade, dass der Landkreis uns nicht unterstützt und es mit dem Argument der Tarifharmonisierung abtut“, kritisierte Vize-Bürgermeister Siegfried Zengerle (CSU). „Wir müssen das Defizit ja ohnehin tragen.“ Bisher finanziert die Stadt einen jährlichen Fehlbetrag der Busunternehmer von durchschnittlich 110.000 Euro. Wie die Stadtverwaltung errechnet hat, hätte sich das Defizit durch das Neun-Euro-Ticket um weitere 40.000 Euro und damit auf insgesamt 150.000 Euro erhöht.

Ringbus kann verlängert werden

„Ich bedauere es sehr. Für unseren Stadtbus ist es eher ein Rückschritt“, sagte die dritte Bürgermeisterin Rosi Oppold (Grüne). „In Herbst und Winter wäre es ein gutes Angebot gewesen.“ Markus Fetzer (FW) kritisierte in Hinblick auf die geplante Tarifharmonisierung: „Mir fehlt ein Termin, zu dem es ein Angebot geben kann.“

„Ein Ticket für den Landkreis einzuführen wäre ein wichtiger Schritt“, sagte Sentner. Er bedauerte das Aus für das Ticket, lobte aber, dass der Ringbus um ein Jahr verlängert werden konnte.

Lesen Sie auch: