Traditionelles Treffen

Nikolaus-Darsteller trotzen Corona bei Treffen in Missen

Nikolaus Godi

Missens Pfarrer Sojesh Perukilakkattu segnete die neuen Mitglieder der Nikolaus-Bruderschaft, darunter der evangelische Pfarrer Micha Steinbrück und Wolfgang Rotgerber, der eigens aus Prien am Chiemsee angereist war.

Bild: Olaf Winkler

Missens Pfarrer Sojesh Perukilakkattu segnete die neuen Mitglieder der Nikolaus-Bruderschaft, darunter der evangelische Pfarrer Micha Steinbrück und Wolfgang Rotgerber, der eigens aus Prien am Chiemsee angereist war.

Bild: Olaf Winkler

In Corona-Zeiten müssen Nikolaus-Darsteller mehr denn je Zuversicht vermitteln. Wie der traditionelle Aussendungs-Gottesdienst in Missen ablief.
29.11.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Für die Nikolaus-Darsteller fand der traditionelle Aussendungs-Gottesdienst bereits zum zweiten Mal unter Pandemie-Bedingungen statt. Corona war dabei nicht nur für die geringe Zahl von 15 Teilnehmern verantwortlich – das Virus und seine Folgen zog sich durch alle Reden und die Predigt. Die hielt mit Micha Steinbrück aus Immenstadt erstmals ein evangelischer Pfarrer.

Der Organisator des Nikolaus-Treffens, Franz Horn, machte gleich zu Beginn deutlich: Auch und gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist der Wunsch nach „Wärme und Geborgenheit“, aber auch „nach einem Ablauf, wie wir ihn seit der Kindheit kennen“, größer denn je. Daher gehen die Nikolaus-Darsteller auch heuer zu den Kindern und Familien – und das „mit Vorsicht, Abstand und Mundschutz“. Dabei schlüpfen sie in die Rolle jenes Heiligen, der „ein mitfühlender Mensch und ein gläubiger Mann Gottes“ war, wie es Missens Pfarrer Sojesh Perukilakkattu formulierte. Der heilige Nikolaus fordere dabei jeden Einzelnen auf, „Gutes an den Mitmenschen zu tun“. Perukilakkattu segnete auch die neuen Mitglieder der Nikolaus-Bruderschaft.

Jeder Einzelne warte, dass man sich wieder ohne Riskio treffen kann

In dem erstmals ökumenisch gestalteten Gottesdienst erinnerte Pfarrer Steinbrück in seiner Predigt daran, dass der Nikolaus auch der „Patron der Wartenden“ ist. Geduld sei in diesen Monaten mehr gefragt denn je. Schließlich warte jeder Einzelne darauf, Freunde und Familie ohne Vorbehalte wieder treffen zu können – oder auch nur, wieder im Büro statt im Homeoffice zu arbeiten. Wartezeit könne jedoch auch zu einer spirituellen Erfahrung werden. Am Ende sollte eine „bessere und gerechtere Welt“ stehen.

Die Fürbitten galten den Menschen, die sich in Quarantäne befinden und die dabei viel Einsamkeit erleben – aber auch der Gesellschaft, die in arm und reich, aber zunehmend auch in Geimpfte und Ungeimpfte gespalten sei. Hier gelte es, nicht hartherzig, sondern barmherzig zu handeln.

"Herzlichkeit und Miteinander leiden unter der Pandemie"

Für Bürgermeisterin Martina Wilhelm, die als Organistin den Gottesdienst musikalisch umrahmt hatte, war es „leider wieder ein abgespecktes Treffen“. Auch sie machte deutlich: „Die Menschen sehnen sich nach Beständigkeit, Hoffnung, Zuversicht, Licht und Wärme.“ Denn: „Herzlichkeit und Miteinander leiden unter der Pandemie.“ Die Nikolaus-Darsteller seien heuer daher besonders gefordert, dies nach außen zu tragen.

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