Medizinische Versorgung sicherstellen

Gibt es auch in Zukunft genügend Ärzte und Pflege?

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Es gibt immer mehr Senioren, die medizinische Hilfe und Pflege brauchen, aber immer weniger junge Menschen, die das leisten können. Dem wollen das Oberallgäu und Kempten mit der "Gesundheitsregion plus" entgegen wirken.

Bild: Cordula Homann

Es gibt immer mehr Senioren, die medizinische Hilfe und Pflege brauchen, aber immer weniger junge Menschen, die das leisten können. Dem wollen das Oberallgäu und Kempten mit der "Gesundheitsregion plus" entgegen wirken.

Bild: Cordula Homann

Das Oberallgäu und Kempten wollen sich um die Versorgung der älter werdenden Bevölkerung kümmern und die „Gesundheitsregion plus“ bilden. Das steckt dahinter.
14.10.2021 | Stand: 05:12 Uhr

Der Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten planen eine gemeinsame „Gesundheitsregion Plus“, die die medizinische und pflegerische Versorgung der 220.000 Einwohner sicherstellen sollen. Denn es gibt immer mehr Senioren, die Hilfe brauchen – und immer weniger Jüngere, die diese Arbeiten übernehmen. „Doppelte Demografiefalle“ nennen die Fachleute diese Entwicklung, erklärte Andrea Schmid vom Bildungsbüro des Landkreises dem Kreisausschuss.

Ziel der Gesundheitsregion plus ist laut Schmid, dass das Oberallgäu und Kempten genügend Ärzte und Pflegeangebote haben, um die älter werdende Bevölkerung auch in Zukunft zu versorgen. Eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit soll Lösungen für die Region erarbeiten, das Gesundheitswesen effizienter werden, die Qualität steigen.

Geschäftsstelle der "Gesundheitsregion plus" im Landratsamt Oberallgäu

Dazu soll laut Schmid ein „Gesundheitsforum“ aus Fachleuten gebildet werden, das zentrale Fragen diskutiert. Beschäftigte des Landratsamts und der Stadt sollen eine Steuerungsgruppe bilden, Arbeitsgruppen themenbezogen Lösungsvorschläge erarbeiten. Außerdem wird die „Gesundheitsregion Plus“ eine Geschäftsstelle erhalten, die im Landratsamt angesiedelt werden soll. Einzelne Projekte würden von der Hochschule Kempten wissenschaftlich begleitet, sagte Schmid. (Lesen Sie auch: Senioren am Steuer: Wann ist das Risiko zu groß?)

Mit dem Thema beschäftige sich der Kreistag schon länger, erklärte Vize-Landrat Roman Haug (Freie Wähler/FW), der die Sitzung leitete. Den Stein ins Rollen brachte jetzt ein Antrag der FW. Fraktionsvorsitzender Dr. Philipp Prestel wundere sich in der Sitzung allerdings, warum Kempten keine eigene Gesundheitsregion bilde. Dann hätten womöglich beide Regionen die staatliche Förderung in Höhe von 50 000 Euro erhalten, sagte Prestel. Das sei jedoch nicht möglich, da Kempten den nördlichen Landkreis mit Ärzten mitversorge, erklärte Abteilungsleiter Ralph Eichbauer.

Diskussion um Bezahlung der Geschäftsstellenleitung

Diskutiert wurde im Kreistag außerdem, wie die Geschäftsstellenleitung bezahlt werden soll. Die vorgeschlagene maximale Eingruppierung in Entgeltgruppe zwölf des öffentlichen Dienstes erschien Kreisrat Michael Käser (FDP) zu hoch. Sie entspricht einem Jahresgehalt von 47 000 bis 75 000 Euro. Kreisrat Joachim Konrad (CSU) entgegnete: „Wer studiert hat und motiviert ist, will auch Geld verdienen.“

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Eichbauer verwies darauf, dass der Kreistag jede Einstellung ab Entgeltgruppe zwölf genehmigen muss. Damit war auch Käser einverstanden, sodass der Kreisausschuss dem Kreistag einstimmig empfahl, das Konzept zu beschließen.

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