Landratsamt Oberallgäu erklärt

Darum gibt es keine Corona-Zahlen von einzelnen Kommunen

Wer Zahlen zu Infizierten im Oberallgäu erfahren will, findet im Internet nur Angaben zum Landkreis, aber nicht zu einzelnen Orten.

Wer Zahlen zu Infizierten im Oberallgäu erfahren will, findet im Internet nur Angaben zum Landkreis, aber nicht zu einzelnen Orten.

Bild: Jessica Berger (Symbolbild)

Wer Zahlen zu Infizierten im Oberallgäu erfahren will, findet im Internet nur Angaben zum Landkreis, aber nicht zu einzelnen Orten.

Bild: Jessica Berger (Symbolbild)

Viele Oberallgäuer fragen sich immer wieder, warum es keine detaillierten Daten zu einzelnen Orten im Landkreis gibt. Das Landratsamt erklärt die Hintergründe.
16.04.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Wie hoch ist die Zahl der Infizierten im eigenen Wohnort? Viele Bürger im Landkreis Oberallgäu wollen das gerne wissen. Die Forderung wurde bereits im vergangenen Jahr laut, in den zurückliegenden Wochen erreichten unsere Redaktion weitere Zuschriften von Lesern. Immer wieder lautet die Frage: Warum gibt es keine detaillierten Angaben zu Infizierten wegen der Corona-Pandemie in einzelnen Kommunen?

Das Landratsamt hat auf Nachfrage unserer Redaktion erneut erklärt, warum dies im Oberallgäu im Vergleich zu Nachbarlandkreisen wie dem Ostallgäu und Kreis Lindau nicht der Fall ist. Die Begründung ist dieselbe wie im vergangenen Jahr.

Inzidenzen der einzelnen Kommunen im Oberallgäuer "schaffen keine Vorteile"

Die Inzidenzen bis auf die kommunale Ebene darzustellen, schafft keine Vorteile“, teilt Pressesprecher Andreas Kaenders mit. Dies würde Sicherheiten und Risiken suggeriert, die faktisch nicht bestünden. „Solche Zahlen hätten eine trügerische Aussagekraft: In einem Ort mit mehreren Fällen glauben die Menschen, dass sie nicht mehr sicher sind, und in einem ohne Fälle glauben sie, dass sie es sind. Beides ist nicht wahr“, ergänzt Kaenders.

Dass solche Zahlen auf einzelne Orte beschränkt falsch interpretiert würden, zeigten auch Anfragen, die die Kreisbehörde direkt erreichen. Es werde von Bürgern zum Beispiel argumentiert: „Wenn ich wüsste, dass im Ort X eine hohe Inzidenz bestünde, würde ich dort nicht mehr Einkaufen gehen.“ (Lesen Sie auch: Newsblog: Findet die "Querdenker"-Demo in Kempten statt?)

Manche Oberallgäuer könnten glauben, dass sie in einem Hot-Spot sind, und gehen dort nicht mehr zum Einkaufen

Beispielsweise wäre ein Ort mit 4000 Einwohnern laut Kaenders bereits bei acht Infektionen bei einem Inzidenzwert von 200. Wenn man davon ausgehe, dass zum Beispiel zwei bis drei Familien bereits eine solche Anzahl ausmachen könnten, zeige sich, wie schwierig eine Veröffentlichung wäre, wenn Bürger glauben, dann in einem Hot-Spot zu sein – und dann den Einkauf dort meiden würden. (Lesen Sie auch: Auf dem Kemptener Wochenmarkt gibt's vorerst keine Kässpatzen und Würstle mehr - "müssen Reißleine ziehen")

Landratsamt Oberallgäu: Zahlen zu Kommunen helfen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie "überhaupt nicht weiter"

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Die Veröffentlichung solch detaillierter Zahlen helfe bei der Bekämpfung der Pandemie „überhaupt nicht weiter“, sagt Kaenders. Helfen könne allein die strikte Einhaltung der Verhaltens- und Hygieneregeln – vor allem jetzt sei das nötig, während die Zahlen in der Fläche steigen und die Anzahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen immer weiter zunehme.

Kaenders äußerte sich auch zu zwei Gerüchten, die immer wieder kursieren: Werden Impfdosen weggeworfen? Dazu laute die Antwort: Nein. Und gibt es im Impfzentrum eine Nachrückerliste, wenn Impfdosen übrig sind? Wird dadurch dann die Impfreihenfolge geändert? Es gebe eine Nachrückerliste, die aber nur priorisierte Gruppen enthalte. Dadurch werde die Impfreihenfolge nicht aufgegeben.

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