Lockerungen im Einzelhandel

Oberallgäuer Schuhgeschäfte öffnen wieder: Es bleibt aber viel Unsicherheit

Zwar freuen sich die Geschäftsführer der Oberallgäuer Schuhgeschäfte über die Öffnung, aber es gibt noch viele Unklarheiten.

Zwar freuen sich die Geschäftsführer der Oberallgäuer Schuhgeschäfte über die Öffnung, aber es gibt noch viele Unklarheiten.

Bild: Caroline Seidel, dpa (Symbolbild)

Zwar freuen sich die Geschäftsführer der Oberallgäuer Schuhgeschäfte über die Öffnung, aber es gibt noch viele Unklarheiten.

Bild: Caroline Seidel, dpa (Symbolbild)

Inhaber von Schuhläden im Oberallgäu freuen sich über die Öffnung, aber zum Beispiel in Oberstaufen ist die Stimmung nicht nur euphorisch.
01.04.2021 | Stand: 16:10 Uhr

Schuhläden in Bayern dürfen wieder öffnen. Das war die Nachricht, die die Branche am Donnerstagmorgen auch im Oberallgäu in Bewegung gebracht hat. "Eine Kundin hat uns das gesagt", erzählt Eva Ruppaner vom Schuhstadl Komfortmode in Fischen. Jetzt haben sie bereits geöffnet. "Wir hoffen, das bleibt so", sagt sie. "Wir haben Gott sei Dank sehr flexibles Personal", sagt sie. Daher ist die Öffnung so kurzfristig möglich gewesen. Allerdings gibt es noch viele Unklarheiten. "Wir wissen jetzt nicht sicher, ob wir Bekleidung auch verkaufen dürfen", sagt sie. Im Geschäft sei der Anteil der Bekleidung unter 50 Prozent. Als Gegenbeispiel verweist Ruppaner auf große Supermärkte, die neben den Lebensmitteln auch Schuhe verkaufen dürften. Mit dem "Click & Meet" habe sie hingegen nur einen Bruchteil des Umsatzes gemacht: "Für viele Kunden war das Ausmachen eines Termins doch eine große Hemmschwelle."

"Solange Gastronomie und Hotellerie zu ist, ist Oberstaufen tot"

Auch das Schuhhaus Kuhn in Oberstaufen hat am Donnerstagnachmittag wieder auf gemacht. "Ich sehe eine positive Perspektive", sagt Geschäftsführer Thomas Kuhn. Zwar sei die orthopädische Werkstatt, die Teil des Ladens ist, auch vorher bereits geöffnet gewesen, aber jetzt hofft er auf ein paar mehr Kunden. "Gerade Zweitwohnungsbesitzer", sagt Kuhn. Denn von den Einheimischen lebe das Geschäft nicht. Normalerweise kämen viele Kunden auch aus der Schweiz und Österreich. Doch: "Solange Gastronomie und Hotellerie zu ist, ist Oberstaufen tot", sagt Kuhn. "Wenn das noch länger so weiter geht, werden wir Orte wie Oberstaufen, Oberstdorf oder auch Garmisch und Berchtesgaden nicht mehr wieder erkennen." Dennoch sehe er "eine gewisse Aufbruchsstimmung." Wie Ruppaner werde auch er die Kontaktdaten der Kunden weiterhin erfassen, "zum Eigenschutz und zum Schutz der Kunden".

(Alle Neuigkeiten zu Corona im Allgäu, in Deutschland und der Welt erfahren Sie in unserem Newsblog.)

Kinder können Schuhe wieder im Laden anprobieren

Seit morgens um neun ist die Ladentür des Schuh-Mann in Immenstadt bereits auf. "Ich find's toll und wichtig", sagt Filialleiterin Martina Wolf, "gerade bei den Kinderschuhen." Dort sei der Bedarf groß und viele hätten noch Winterschuhe. "Die Kinderschuhe kauft man ja nicht auf Vorrat", sagt Wolf. Auch das Anprobieren sei sehr wichtig. Das ist jetzt mit der Öffnung der Schuhläden wieder möglich. "Da gibt es so viele verschiedene Marken und Firmen, die alle unterschiedlich ausfallen", sagt Wolf. Viele Kunden seien erstaunt, dass der Laden wieder geöffnet ist, sagt Wolf. "Aber die meisten freuen sich riesig." Auch die Filiale in Sonthofen hat seit Donnerstag wieder geöffnet.

Wie andere Schuhläden im Allgäu reagiert haben, erfahren Sie hier.

Lesen Sie auch
##alternative##
"Wir wurden eiskalt erwischt"

Nach Urteil: Erste Schuhgeschäfte im Allgäu öffnen wieder