Oberallgäuer Nahverkehr

9-Euro-Ticket steht im Oberallgäu noch im Stau: "Wissen noch nicht, was wir anbieten können"

Die Fahrt mit dem Bus und der Regionalbahn soll von Juni bis Ende August monatlich neun Euro Kosten. Wie das allerdings im Oberallgäu umgesetzt werden soll, ist noch ungewiss.

Die Fahrt mit dem Bus und der Regionalbahn soll von Juni bis Ende August monatlich neun Euro Kosten. Wie das allerdings im Oberallgäu umgesetzt werden soll, ist noch ungewiss.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Die Fahrt mit dem Bus und der Regionalbahn soll von Juni bis Ende August monatlich neun Euro Kosten. Wie das allerdings im Oberallgäu umgesetzt werden soll, ist noch ungewiss.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Das 9-Euro-Ticket soll im Juni kommen und drei Monate gelten. Warum es im Oberallgäu noch kein Konzept für die Umsetzung gibt, in anderen Regionen aber schon.
02.05.2022 | Stand: 08:10 Uhr

Vom 1. Juni bis 31. August soll deutschlandweit das 9-Euro-Ticket im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eingeführt werden. Das heißt: Jeder darf für monatlich neun Euro mit Bus, Straßenbahn, U-Bahn, S-Bahn und Regionalzug (2. Klasse) im Nah- und Regionalverkehr fahren. Damit will der Bund die Bürgerinnen und Bürger aufgrund der aktuell hohen Energie- und Kraftstoffpreise entlasten. Zudem soll der ÖPNV attraktiver werden und möglichst viele Autofahrer umsteigen und künftig auch bleiben.

Ob das Sonderticket allerdings eingeführt wird, hängt vom Bundestag und Bundesrat ab. Ende Mai stimmen sie über einen entsprechenden Gesetzentwurf ab. Die Weichen stehen also, es wird nur noch diskutiert, wie viel Geld die Länder dafür vom Bund erhalten. (Lesen Sie dazu auch: Der Ringbus im Oberallgäu verspätet sich)

Landratsamt Oberallgäu: Noch keine Informationen zum 9-Euro-Ticket

Doch wie sieht es in der Region aus? Christiane Jentsch, Geschäftsführerin der Regionalverkehr Allgäu GmbH (RVA), könne sich derzeit noch nicht zu dem geplanten 9-Euro-Ticket äußern. Auf Anfrage unserer Redaktion sagt sie: „Uns Verkehrsunternehmen liegen leider auch noch keine konkreten Informationen vor“. Betriebsleiter des RVA Alexander Klasen rechnet mit hohen finanziellen Einbußen für die Verkehrsunternehmen, sollte das Sonderticket eingeführt werden. Doch er verweist auch darauf, dass die Länder noch mit dem Bund verhandeln würden und „das 9-Euro-Ticket auf der Kippe steht“.

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Deshalb habe auch das Landratsamt, Aufgabenträger des ÖPNV im Oberallgäu, noch keine Pläne für die Einführung des 9-Euro-Tickets erarbeitet. Auf Anfrage unserer Redaktion sagt Pressesprecherin Franziska Springer, dass sie aktuell nichts dazu sagen können. „Wir wissen noch nicht, was wir den Bürgerinnen und Bürgern anbieten können. Dazu fehlen uns einfach noch die nötigen Informationen vom Bund und den Ländern“, sagt Springer. Erst wenn sie mehr wissen, könne über eine Umsetzung gesprochen werden.

Bodo-Verkehrsverbund: Planungen zum 9-Euro-Ticket gestartet

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Der Bodo-Verkehrsverbund, dessen Busse den Nahverkehr in Oberstaufen und dem Westallgäu abwickeln, bereitet sich derweil schon auf das neue Ticket vor. „Die große Herausforderung ist, dass wir das 9-Euro-Ticket auch unseren Bestandskunden anbieten müssen und wollen“, sagt Bodo-Geschäftsführer Jürgen Löffler. Noch stehe der Termin des Verkaufsbeginns nicht fest. Sicher sei aber, dass man das Ticket an den Fahrkartenautomaten, in den Mobilitätszentralen und in den Bussen kaufen könne – und auch auf digitalem Weg. Löffler rechnet zudem mit einem großen Zulauf auf die öffentlichen Verkehrsmittel.

In Immenstadt geht der Stadtrat sogar einen Schritt weiter: Im Stadtgebiet soll das „9-Euro-Stadtbusticket“ bis Ende des Jahres verlängert werden. Das würde der Stadt nach Berechnungen der Verwaltung zwar etwa 40.000 Euro mehr kosten. Doch sie hoffen, dass damit mehr Leute zum Umsteigen vom Auto auf den Bus gewonnen werden.

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