"Kohlerhaus" wird wieder aufgebaut

Ein weiteres Stück Heimat für den Staufner Buind

Staufner Buind

Das Grundstück des Heimatdienstes soll erweitert werden.

Bild: Olaf Winkler

Das Grundstück des Heimatdienstes soll erweitert werden.

Bild: Olaf Winkler

Das „Kohler-Haus“ wird Teil des „Staufner Buind“. Da aber finanzielle Mittel fehlen, muss der Bau vorerst ruhen. Langfristig plant der Heimatdienst noch eine Kapelle auf dem Gelände.
20.06.2022 | Stand: 17:00 Uhr

Georg Wagner wollte sein Vorstandsamt beim Heimatdienst eigentlich nach 40 Jahren abgeben, doch es kam etwas dazwischen, weshalb der 81-Jährige noch ein paar Jahre dranhängt. Das Heimatmuseum in Oberstaufen bekommt ein neues „Mitglied“: das „Kohler-Haus“.

Der erste Bauabschnitt ist auch schon fertig, sagt Wagner. Das Kellerabteil steht, die Isolierung ist auch schon drauf. Nun wird die Baustelle aber vorerst ruhen, denn zuerst müssten die Wasser- und Kanalanschlüsse erneuert werden. Außerdem könne der Innenausbau noch nicht finanziert werden. „Wir haben ein Darlehen von 160.000 Euro aufgenommen und die Gemeinde unterstützt uns.“ Doch der Kellerbau kostete 50.000 Euro, die nicht eingeplant waren.

Teil des „Staufner Buind“ sind bereits das Heimatmuseum, die Alpe Vögelsberg, ein Depot, ein Geräteschuppen und ein Bienenhaus. Mit dem „Kohler-Haus“ soll nun ein Handwerkermuseum das Gelände des Heimatdienstes an der Kalzhofer Straße ergänzen. Insgesamt acht Handwerksberufe, die es in Oberstaufen gab, sollen Einzug ins Museum finden. Im Erdgeschoss sollen eine Schmiedewerkstatt, eine Nagel- und eine Kupferschmiede sowie eine Wagnerei entstehen. Im Obergeschoss soll es eine Malerwerkstatt, eine Modelschreinerei, ein Fotoatelier und einen Tante-Emma-Laden geben. „Für mich war es eine Verpflichtung, diese Handwerksberufe zu erhalten und der Nachwelt zu hinterlassen“, sagt Wagner.

Keine Schulden mehr machen

Alle Werkzeuge sind im Original erhalten und derzeit noch deponiert – auch alle Teile des „Kohler-Hauses“ wurden abgetragen und warten darauf, wieder aufgebaut zu werden. Das seit knapp 30 Jahren eingelagerte Haus soll östlich der bereits bestehenden Gebäude wie dem Strumpfarhaus und der Alpe Vögelsberg wieder errichtet werden. Wann es dann endlich fertig sein wird, weiß Wagner selbst noch nicht. „Der Verein kann nicht noch mehr Schulden machen. Es hängt davon ab, wie stark wir bezuschusst werden“, sagt Wagner.

Viele Arbeiten erledigt der Heimatdienst in Eigenregie. Wagner ist gelernter Zimmermann und hat schon viele Stunden damit verbracht, die Gebäude abzutragen und wieder aufzubauen. Körperlich könne der 81-Jährige seit ein paar Jahren aber nicht mehr anpacken. Stattdessen kümmert er sich um die Organisation und übernimmt die Bauleitung. Viele Ehrenamtliche stecken zudem dahinter, „deshalb können wir die Bauten teilweise viel billiger machen“. Der Verein kümmert sich zugleich ehrenamtlich um die Pflege der Häuser. Lediglich die Arbeiten im Außenbereich erledigt ein Hausmeister.

Eine Kapelle soll gebaut werden

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Mit dem „Kohler-Haus“ soll jedenfalls noch nicht Schluss sein. „Ein letztes Projekt haben wir noch“, sagt Wagner. „Wir wollen noch eine Kapelle bauen.“ Kirchliche Gegenstände hätte der Heimatdienst bereits genügend gesammelt. Das Problem: Es gebe keine Kapelle im näheren Umkreis, die der Verein auf das Gelände transferieren könne. „Alle Kapellen stehen unter Denkmalschutz“, sagt Wagner. Stattdessen müsse sie komplett neu gebaut werden. „Wir haben schon Entwürfe. Wichtig ist, dass sie traditionelle Elemente hat und zum Ensemble passt.“

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