Bürgerversammlung

Oberstaufen möchte mehr Schrothkurgäste statt Party-Kultur

Schrothkur

Entspannen in kalten Wickeln ist unter anderem Bestandteil der Schrothkur. Sie soll künftig besser vermarktet werden.

Bild: Oberstaufen Tourismus

Entspannen in kalten Wickeln ist unter anderem Bestandteil der Schrothkur. Sie soll künftig besser vermarktet werden.

Bild: Oberstaufen Tourismus

Tourismusdirektorin Constanze Höfinghoff verspricht, das traditionelle Naturheilverfahren besser zu vermarkten. Auch das Übungsgelände für E-Biker wird kritisiert.
30.07.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Die Schrothkur soll auch weiterhin ein wichtiger Baustein im touristischen Angebot des Markts Oberstaufen sein, bekräftigten Bürgermeister Martin Beckel und Tourismusdirektorin Constanze Höfinghoff bei der Bürgerversammlung. Die Schrothkur war eines der Themen, zu denen sich die Bürger zu Wort meldeten. Gerade einmal 25 Staufner waren ins Kurhaus gekommen, um sich über die wichtigsten Projekte im Ort zu informieren und Fragen zu stellen.

Diese Möglichkeit nutzte Stefan Kennerknecht, der die Schrothkur als einzigartiges Produkt mit einem Alleinstellungsmerkmal bezeichnete. „Doch dieses Produkt wird vernachlässigt“, kritisierte Kennerknecht. Stattdessen stehe immer mehr die Party-Kultur in Oberstaufen im Mittelpunkt.

Werbe-Etat soll erhöht werden

Das werde man ändern, sagte Tourismusdirektorin Höfinghoff. „Die Schrothkur passt sehr gut in die heutige Zeit“, betonte die neue Chefin von Oberstaufen Tourismus. Doch dazu brauche man auch den Schrothverband. Deshalb will Höfinghoff mit dessen Vertretern darüber sprechen, den Werbe-Etat für Angebote rund um die Schrothkur zu verdoppeln. Bürgermeister Beckel möchte unter anderem mit einem „Schrothpark“ innerhalb des neuen Kurparks auf das Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde und auf die Vorzüge der Behandlungen hinweisen.

Übungsgelände für E-Biker

Kritisch über das geplante Übungsgelände für E-Mountainbiker im Rainwald äußerte sich Susanne Wilfer. Dort sollen Gäste und Einsteiger auf einer Fläche von 1,6 Hektar und Strecken mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad lernen, wie man mit dem Elektrorad gefährliche Situationen vermeidet. „Das ist doch ein Naherholungsgebiet für uns Einheimische, die dort spazieren gehen, und das sollte auch so bleiben. Ich war entsetzt, als ich von den Plänen mit den E-Bike-Strecken gehört habe“, sagte Wilfer.

Bei dem geplanten Gelände handle es sich nicht um einen Bike-Park, in dem sich Hobbyradler austoben, beruhigte der Bürgermeister: „Hier sollen geführte Gruppen lernen, wie man richtig bremst und bergab fährt.“ Die Gemeinde werde „ein Auge darauf haben, dass Wanderer und Spaziergänger nicht beeinträchtigt werden“.

Anwohner sind sauer

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Belästigt werden dagegen die Anwohner rund um den Kurpark, berichtete Dietmar Rotter. Was dort an der Wertstoffinsel in der Nähe des Norma-Parkplatzes abgehe, sei „eine Katastrophe und nicht mehr länger hinnehmbar“. Kaum einer beachte die Einwurfzeiten an den Containern. „Bis spät in die Nacht und auch am Wochenende werden Flaschen eingeworfen.“ Vor allem Besucher des Kurparks und Besitzer von Wohnmobilen machten viel Lärm und Ärger.

„Es gibt keinen anderen Standort, wir haben keine bessere Lösung“, entgegnete Beckel. Denn auch die älteren Leute sollten die Möglichkeit haben, zu Fuß ihren Müll zu entsorgen, ohne in ein Auto oder einen Bus steigen zu müssen.

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