Evangelische Kirche

Oberstaufen verabschiedet sich von dem Pfarrer mit dem grünen Daumen

Bei der Abschiedszeremonie segnet stellvertretender Dekan Dr. Wolfgang Thumser (links) Pfarrer Frank Wagner und seine Frau Martina.

Bei der Abschiedszeremonie segnet stellvertretender Dekan Dr. Wolfgang Thumser (links) Pfarrer Frank Wagner und seine Frau Martina.

Bild: Sabine Meier

Bei der Abschiedszeremonie segnet stellvertretender Dekan Dr. Wolfgang Thumser (links) Pfarrer Frank Wagner und seine Frau Martina.

Bild: Sabine Meier

Pfarrer Frank Wagner wechselt nach 13 Jahren von Oberstaufen nach Donauwörth, wo er Dekan wird. Was er am Oberallgäu vermissen wird.
##alternative##
Von Sabine Meier
08.06.2022 | Stand: 11:30 Uhr

Nach 13 Jahren Amtszeit verlässt Pfarrer Frank Wagner die evangelische Kirchengemeinde in Oberstaufen. Seine Entlassung aus dem Amt wurde nun feierlich vollzogen. Vertrauensmann und Vorsitzender des Kirchenvorstands Christoph Schröder eröffnete den Abschiedsgottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche. Zahlreiche Gäste, unter ihnen auch sieben Geistliche aus den umliegenden Kirchengemeinden, waren der Einladung gefolgt.

Pfarrer Wagner ging in der Predigt auf seinen Abschied ein. „Nun ist es soweit, die letzte Predigt ist gekommen. Zwischen Umzugskisten habe ich mich auf den Abschied aus Oberstaufen vorbereitet“, sagte Wagner und nannte drei Abschiedsworte. Sein erstes Wort war „Dankbarkeit“. Er dankte dem Kirchenvorstand, allen Kollegen und vor allem allen helfenden Händen. „Bei allem Schmerz des Abschieds danke ich meiner Gemeinde, dass ich mich hier weiterentwickeln konnte und nun als Dekan nach Donauwörth wechseln darf.“ (Lesen Sie auch: Karl-Bert Matthias zur katholischen Kirche: „Was im Schlafzimmer passiert, geht uns nichts an“)

Pfarrer Frank Wagner: „Es war immer mein Bestreben, die Leute für die Kirche zu begeistern“

Sein zweiter Punkt bezog sich auf „Begeisterung“ – allen voran beim Bau des Gemeindehauses. „Es war immer mein Bestreben, die Leute für die Kirche zu begeistern.“ Als drittes Abschiedswort nannte er die „Liebe“. Es sei nicht nur der spezielle Begriff alleine, sondern allgemein die Nächstenliebe. „Ich weiß nicht, ob diese Worte in Erinnerung bleiben – aber: Schee war’s.“

Die Austeilung des Abendmahls wurde von Musikanten mit Orgelmusik und Saxofon begleitet. Die feierliche Aussegnungszeremonie erfolgte durch den stellvertretenden Dekan Dr. Wolfgang Thumser aus Waltenhofen. „Eine leitende Person verlässt die Gemeinde. Es ist der richtige Schritt, den er geht, auch wenn er nicht vor Fehlern gewahrt ist“, sagte Thumser und weiter: „Es ist nur ein Abschied räumlicher Natur. Der Gedanke geht weiter. Ich hoffe, Ihr haltet es aus so ganz ohne Berge, ohne Berggottesdienste und ohne unsere Blasmusik.“ Abschließend segnete Thumser Martina und Frank Wagner mit den Worten: „Was liegen geblieben ist, ist liegen geblieben.“

Sie wollen immer über die neuesten Nachrichten aus dem Oberallgäu informiert sein? Abonnieren Sie hier unseren kostenlosen, täglichen Newsletter "Der Tag im Oberallgäu".

Lesen Sie auch
##alternative##
Oberstaufens Tourismus- und Kurseelsorger

Josef Hofmann geht in den Ruhestand

Beim Empfang im Gemeindehaus wurden noch zahlreiche Abschiedsworte und -geschenke übermittelt. Der katholische Pfarrer der Gemeinde Oberstaufen Dekan Karl-Bert Matthias lobte die „kollegiale Art“ von Pfarrer Wagner, die Matthias „in sehr guter Erinnerung“ bleiben werde: „Wer Pfarrer Wagner kennt, weiß, dass er seine Wünsche meistens durchgesetzt hat. Nicht nur in der Ökumene, sondern auch bei vielen gemeinsamen Aktionen.“ 2019 lernten sich die beiden kennen. Noch vor dem Bürgermeister habe er damals den evangelischen Kollegen angerufen, um sich vorzustellen“, erzählte Matthias.

Höhepunkt war der Bau des Gemeindehauses in Oberstaufen

„Nach 13 Jahren müssen wir dich nun ziehen lassen“, blickte Bürgermeister Martin Beckel zurück: „Du bist immer überkonfessionell in unserer Gemeinde aufgetreten.“ Es sei Wagner immer wichtig gewesen, „dass das Gemeinsame der beiden christlichen Kirchen gepflegt wird und nicht das Gegeneinander“. Der Bau des Gemeindehauses 2010 war der Höhepunkt in Wagners Zeit in Oberstaufen. „Wir verabschieden dich als Pfarrer, der einen geordneten, blühenden Garten hinterlässt und mit dem grünen Daumen gekommen ist“, erklärte Beckel.

Lesen Sie auch: 300 Menschen setzen in Oberstaufen ein Zeichen für den Frieden