Reaktionen auf den Klimawandel

Oberstdorf führt einen Klimabeirat ein

Durch Oberstdorf rollen bereits E-Busse. Das ÖPNV-Angebot soll weiter verbessert werden.

Durch Oberstdorf rollen bereits E-Busse. Das ÖPNV-Angebot soll weiter verbessert werden.

Bild: RVA

Durch Oberstdorf rollen bereits E-Busse. Das ÖPNV-Angebot soll weiter verbessert werden.

Bild: RVA

Das neue Gremium soll den Gemeinderat und die Verwaltung bei der Bauleitplanung und dem Energiemanagement beraten.
25.01.2023 | Stand: 05:30 Uhr

Um dem Klimawandel, dem wohl drängendsten Umweltproblem unserer Zeit, zu begegnen, geht die Gemeinde Oberstdorf jetzt neue Wege: Die Kommune führt einen Klimabeirat ein. Das hat der Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen. Die Verwaltung wurde beauftragt, unter Beachtung von Fördermöglichkeiten, Vorschläge zur Herangehensweise auszuarbeiten und zudem Angebote für eine Wärmeplanung einzuholen um eine Vergabeentscheidung vorzubereiten. Wann der neue Beirat seine Arbeit aufnehmen wird, steht noch nicht fest.

  • Zusammensetzung: Zusammengesetzt ist das Beratungsgremium aus Experten vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (EZA) sowie der Energieversorgung Oberstdorf (EVO) und dem Bauamt, aber auch Vertretern aus allen sieben Fraktionen des Gemeinderates. Hinzu kommen Beiratsmitglieder vom Verein der ehemaligen Rechtler der Ortsgemeinde Oberstdorf als Vertreter der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft. Auch Vertreter von Bund Naturschutz und der Gruppe „Oberstdorf for Future“ gehören dem neuen Gremium an.
  • Initiative: Initiiert haben den Klimabeirat die Fraktionen von CSU und Grünen in einem gemeinsamen Antrag. Die Idee: Städte und Gemeinden sind wesentliche Akteure, wenn es um die Umsetzung von Maßnahmen zur Klimaanpassung geht. Kommunen können naturschutz- und bauordnungsrechtliche Satzungen erlassen und so Regeln festlegen und beeinflussen, wie beispielsweise in erschlossenen Wohngebieten gebaut wird. „Mit dem Antrag wollen wir bewirken, dass wir proaktiv in dem Gremium Ideen für unsere Gemeinde entwickeln“, sagte Adalbert Schall (CSU).
  • Aufgaben: Der neue Klimabeirat soll eine Klimaanpassungsstrategie für den Ort entwickeln, die dann auch dem Gemeinderat als Orientierungshilfe bei Entscheidungen dient. Zudem soll eine Wärmeplanung erarbeitet werden.
  • Arbeitsfelder: Energie, Mobilität und Klimawandel sind die Arbeitsfelder des neuen Beirats. So soll das Gremium beispielsweise Vorschläge erarbeiten, wie der Energieverbrauch reduziert und die Nutzung alternativer Energien verbessert werden soll. Im Bereich Mobilität sind die Themen die Verbesserung des ÖPNV-Angebots, die Reduzierung des Individualverkehrs, die Stärkung der Fahrradmobilität, die gezielte Besucher- und Gästelenkung, Optimierung und Reduktion des Lieferverkehrs sowie die Einführung neuer Verkehrskonzepte wie beispielsweise On-Demand-Busse und Mitfahrplattformen.
  • Organisation: Organisatorisch soll der Energie- und Klimabeirat sowie das Gesamtthema Klimaschutz dem kommunalen Tochterunternehmen EVO zugeordnet werden, sagte der stellvertretende Hauptamtsleiter Helmut Schratt.
  • Diskussion: Die Initiative für den Klimabeirat fand breite Anerkennung – alle Fraktionen stimmten zu. „Das steht uns gut zu Gesicht“, sagte Kathrin Bäuerle (SPD). Diskussionen gab es über die Zusammensetzung: „Ich hätte mir ein kleineres Gremium gewünscht“, sagte Bergith Hornbacher-Burgstaller (Grüne). „Der Klimabeirat sollte ein Expertengremium sein. Deshalb wären Gemeinderäte nicht so wichtig gewesen, denn wir sind alle keine Experten.“ Christian Raps (FW) hingegen lobte die Zusammensetzung: „Wir freuen uns, dass jede Fraktion ein Mitglied entsenden durfte.“

    Lesen Sie auch zu dem Thema:
    Lindau will klimaneutral werden - doch für einige Projekte reicht das Geld nicht
    Klimaschutz: So will Kempten Autofahrer aus der Stadt raushalten