Ein halbes Leben für das Ehrenamt

Oberstdorfer Ehepaar pflegt Kapelle 55 Jahre lang

Bei der Ehrung in der Birgsauer Kapelle: Helga und Max Thaumiller mit Pfarrer Maurus Mayer und Klaus Probst, Diözesanleiter des Mesnerverbandes.

Bei der Ehrung in der Birgsauer Kapelle: Helga und Max Thaumiller mit Pfarrer Maurus Mayer und Klaus Probst, Diözesanleiter des Mesnerverbandes.

Bild: Sabine Metzger

Bei der Ehrung in der Birgsauer Kapelle: Helga und Max Thaumiller mit Pfarrer Maurus Mayer und Klaus Probst, Diözesanleiter des Mesnerverbandes.

Bild: Sabine Metzger

Markt Oberstdorf zeichnet Helga und Max Thaumiller für ihr Engagement mit der Gertrud-von-le-Fort-Medaille aus. Das ist die höchste Auszeichnung der Gemeinde.
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Von Sabine Metzger
05.08.2022 | Stand: 05:00 Uhr

Helga und Max Thaumiller sind mit der Gertrud-von- le-Fort-Medaille ausgezeichnet worden. Die Gemeinde Oberstdorf würdigt damit ihren Einsatz für die Pflege und den Erhalt der Birgsauer Wendelins Kapelle in den vergangenen 55 Jahren.

„Der Beschluss, dem Ehepaar Thaumiller diese hohe Auszeichnung zu verleihen, fiel einstimmig im Gemeinderat,“ sagte Bürgermeister Klaus King. Es sei auch das erste Mal, dass eine Ehepaar Ehrenmedaillen bekommen hat. Die Gertrud-von-le-Fort-Medaille ist die höchste Auszeichnung, die die Gemeinde Oberstdorf für besondere Verdienste zu vergeben hat.

Pfarrer würdigt Preisträger: Arbeit ohne große Worte

Oberstdorfs Pfarrer Maurus Mayer zelebrierte den Gottesdienst in der schön geschmückten Birgs-auer Kapelle. Das Engagement der Thaumillers bezeichnete er als „Arbeit ohne große Worte“ und als „Dienst an Gott und den Menschen“. Die junge Harfenistin Lina Vogler umrahmte die kirchliche Feier sehr gefühlvoll und Klaus Probst, Diözesanleiter des Mesnerverbandes aus Dillingen, überreichte Max und Helga Thaumiller nach dem Gottesdienst Ehrenurkunden und die Silbernen Mesnermedaillen der Diözese Augsburg.

„Die Birgsauer Wendelins Kapelle war immer schon etwas Besonderes“, sagte King beim anschließenden Empfang. 55 Jahre Ehrendienst, so wie die Thaumillers ihn geleistet haben, sei vorbildlich und ehrenhaft – einmal mehr in Zeiten, in denen es immer weniger Menschen gibt, die ein Ehrenamt übernehmen.

Schnee geräumt und die Fenster geputzt

Helga und Max Thaumiller sind 81 und 83 Jahre alt. In den letzten 55 Jahren haben sie sich um die Kapelle gekümmert – im Winter Schnee geräumt, jeden Tag auf- und wieder zugeschlossen, den Kapellenraum und die Fenster geputzt und sich darum bemüht, dass Gottesdienste in St. Wendelin gefeiert werden, die sie dann mitgestaltet haben.

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Helga Thaumiller hat zudem jahrzehntelang Weihnachts-, Oster- und Blumenkerzen selbst gemacht und verkauft. „Die gingen weg wie die warmen Semmeln“, sagen sie. Der Erlös floß in den Erhalt der Kapelle.

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