Versorgung

Oberstdorfer Trinkwasser für 30 Jahre gesichert

Über eine gute Trinkwasserqualität können sich die Oberstdorfer auch in Zukunft freuen.

Über eine gute Trinkwasserqualität können sich die Oberstdorfer auch in Zukunft freuen.

Bild: Benedikt Siegert

Über eine gute Trinkwasserqualität können sich die Oberstdorfer auch in Zukunft freuen.

Bild: Benedikt Siegert

Landratsamt Oberallgäu verlängert Bewilligung für die Gewinnungsanlage am Christlessee
23.02.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Bis ins Jahr 2050 ist die Trinkwasserversorgung für die Oberstdorfer gesichert. Das Landratsamt Oberallgäu hat die Wassergewinnungsanlage am Christlessee für weitere 30 Jahre bewilligt. Das teilt das kommunale Tochterunternehmen Wasserversorgung Oberstdorf (WVO) mit. Als Voraussetzung für die Genehmigung musste das Schutzgebiet an die heutigen Anforderungen angepasst werden.

Eingriffe in den natürlichen Wasserhaushalt sind im gesamten Schutzgebiet tabu. Es liegt im Trettachtal zwischen Christlessee und Talboden, dient dem Schutz der Brunnenanlage und ist in drei Zonen aufgeteilt: Die erste Zone ist das umzäunte Gelände beim Brunnen, die zweite bemisst sich an der sogenannten „50-Tage-Linie“. Sie ist so groß gewählt, dass das Grundwasser mindestens 50 Tage benötigt, bis es am Brunnen ankommt. Erst nach dieser Zeitspanne kann man davon ausgehen, dass das Wasser keimfrei ist. Die dritte Zone umfasst das Gelände bis zum Ende des Talbodens kurz vor der Materialseilbahn der Kemptener Hütte.

Wasserschutzgebiet seit 1973

Als Wasserschutzgebiet ausgewiesen wurde das Gelände am Christlessee erstmals im Jahr 1973 – befristet auf 30 Jahre. In den Folgejahren wurde die Brunnenanlage erweitert. Weil aber heute deutlich höhere Anforderungen an die Wasserqualität gestellt werden, musste den Grundstückseigentümern im Schutzgebiet eine Vielzahl von Verboten und Einschränkungen aufgelegt werden. Doch alle Flächeneigner hätten die Einschränkungen, die ein neues Schutzgebiet mit sich bringe, akzeptiert und konstruktiv an der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung mitgearbeitet, erklärt WVO-Geschäftsführer Markus Schelldorf. „Die Grundeigentümer haben ihre Flächen schon über mehrere Generationen mit Herzblut und viel Engagement bewirtschaftet“, sagt Schelldorf. „So haben sie einen großen Beitrag zum Schutz dieser schönen Kulturlandschaft geleistet.“ Für dieses nachhaltige Bewirtschaften über Generationen gebühre ihnen großer Dank, lobte der Geschäftsführer.

"Auch für Baby-Nahrung geeignet"

Die Qualität des Grundwassers aus dem Schutzgebiet Christlessee sei so hoch, dass das Wasser ohne aufwendige Aufbereitung direkt an den Kunden weitergegeben werden könne, erklärt Markus Schelldorf. „Unser Trinkwasser ist für jeglichen menschlichen Genuss geeignet, das beinhaltet auch die Zubereitung von Baby-Nahrung."

Die WVO versorgt Oberstdorf mit den Ortsteilen Kornau, Tiefenbach und Schöllang sowie Oy- und Trettachtal mit frischem Bergwasser. Das kommt ohne weitere Aufbereitung direkt aus fünf Tiefbrunnen im Gebiet Christlessee.

Lesen Sie auch
Wasserschutzgebiet Hohenschwangau

Streit ums Trinkwasser: Klage abgelehnt

Lesen Sie auch:

Oberallgäu: Trinkwasser aus fünf Hauptbrunnen