Eiskunstlauf

Olympiasiegerin Aljona Savchenko will Oberstdorf treu bleiben

50 JAhre Nebelhorn Trophy

Wie Erinnerungen aus einem anderen Leben erscheinen Aljona Savchenko Bilder wie diese: Hier präsentiert sie ihre Goldmedaille mit ihrem Paarlauf-Partner Bruno Massot im Oberstdorf-Haus.

Bild: Dominik Berchtold

Wie Erinnerungen aus einem anderen Leben erscheinen Aljona Savchenko Bilder wie diese: Hier präsentiert sie ihre Goldmedaille mit ihrem Paarlauf-Partner Bruno Massot im Oberstdorf-Haus.

Bild: Dominik Berchtold

Die 37-Jährige verlegt ihren Lebensmittelpunkt in ihre Wahlheimat und will künftig als Trainerin ihre Erfahrung an den Nachwuchs weitergeben.
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Von Sophie Hargesheimer
01.05.2021 | Stand: 00:01 Uhr

Vor drei Jahren verzauberten Aljona Savchenko und Bruno Massot mit ihrer Kür die ganze Welt. Im südkoreanischen Pyeongchang wurde ein Wintermärchen wahr und das Oberstdorfer Eiskunstlaufpaar gewann mit seinem magischen Programm nicht nur die Herzen der Zuschauer, sondern auch Olympisches Gold.

Wie Erinnerungen aus einem anderen Leben erscheint das Savchenko heute. „Alles hat sich sehr verändert.“ Denn ihr Trainingsalltag am Oberstdorfer Eissportzentrum wird von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bestimmt und auch sonst hat sich in ihrem Leben einiges verändert: Nach der Geburt ihrer Tochter Amilia zog sich die 37-Jährige zunächst auf die Trainerposition hinter die Bande zurück und betreut derzeit Nachwuchshoffnung Aya Hatakawa.

Savchenko: "Froh, dass wir noch trainieren dürfen"

Mit Blick auf die Corona-Krise ist Savchenko aber glücklich, überhaupt noch arbeiten zu können: „Manche Sportarten mussten komplett schließen, wir sind froh, dass wir trainieren dürfen.“ Dennoch sei die Situation „für alle Sportler, auch mit Blick auf die Zukunft, eine Katastrophe“.

Ihren Optimismus hat die Wahl-Oberstdorferin dennoch nicht verloren und gibt diesen auch ihren Schützlingen auf den Weg. Trotz Einschränkungen seien „Ziele und Träume wichtig, alles andere muss ausgeblendet werden“. Diesen Ratschlag habe sie zu ihrer aktiven Zeit auch stets selbst befolgt, erzählt Savchenko. „Ich habe mir beim Training in der leeren Halle Zuschauer auf den Rängen vorgestellt und so getan, als wäre es ein Wettkampf“, erinnert sich die Olympiasiegerin. Dieser Trick gegen Lampenfieber könne in Pandemie-Zeiten auch als Motivationshilfe dienen. Bis „diese komische Zeit“ vorbei ist, helfe es nur positiv zu denken, sagt Savchenko.

Umzugspläne nach Berlin

Die Olympia-Siegerin hat entschieden, ihrer Wahlheimat Oberstdorf treu zu bleiben. Zeitweise planten Savchenko und Ehemann Liam Cross mit der gemeinsamen Tochter nach Berlin zu ziehen. Doch bei der Ankunft in der Hauptstadt habe sich die Entscheidung nicht mehr richtig angefühlt. „Wir konnten uns nicht vorstellen, dort zu leben“, erinnert sich die sechsfache Weltmeisterin.

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Neben ihrer Schülerin Aya, habe sie auch die Berge vermisst, erzählt Savchenko. „Ich liebe Oberstdorf, ich liebe die Natur und für unser Baby ist es auch sehr schön.“ Diese drei Gründe hätten schließlich den Ausschlag gegeben. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Corona-Pandemie zuschlug und nicht nur den Umzug, sondern auch die Eingewöhnung in der Großstadt zu einer Herausforderung gemacht hätten.

Tochter steht schon auf Schlittschuhen

Statt in Berlin sammelt Savchenkos Tochter Amilia nun in Oberstdorf erste Schlittschuh-Erfahrungen. Ihre berühmte Mutter würde einer Eiskunstlauf-Karriere „nicht im Weg stehen“ und könnte sich sogar vorstellen, eines Tages gemeinsam mit ihr auf dem Eis zu stehen. Aber: „Natürlich nur, wenn sie Lust darauf hat.“ An einen Abschied von ihrer Herzenssportart möchte Savchenko selbst noch nicht denken. „Es ist schwer ‚Jetzt ist es beendet!’ zu sagen, weil ich gerne noch Wettkämpfe laufen würde, verrät die gebürtige Ukrainerin. „Ich liebe Wettkämpfe!“ (Lesen Sie auch: Savchenko will 2022 Comeback)

Grundsätzlich würde sie aber gerne mal „etwas anderes“ ausprobieren, erzählt die Sportsoldatin. Doch wohin führt der Weg, wenn man mit seiner größten Leidenschaft bereits alles erreichen konnte? „Ich muss in eine völlig neue Richtung denken“, sagt Savchenko.

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