Mit App-Technik

Parkzeit auf der Bergtour verlängern: Neues Smartphone-System im Kleinwalsertal

Im Kleinwalsertal kann man künftig mit dem Smartphone einen digitalen Parkschein lösen - und auch verlängern.

Im Kleinwalsertal kann man künftig mit dem Smartphone einen digitalen Parkschein lösen - und auch verlängern.

Bild: Bernhard Weizenegger

Im Kleinwalsertal kann man künftig mit dem Smartphone einen digitalen Parkschein lösen - und auch verlängern.

Bild: Bernhard Weizenegger

Auf allen zwölf kommunalen Parkplätzen im Kleinwalsertal können Autofahrer Parkscheine jetzt mit dem Smartphone lösen. Von Vorteilen und Verkehrsüberwachung.
04.08.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Autofahrer im Kleinwalsertal können ihre Parkscheine auf allen zwölf kommunalen Parkplätzen jetzt mit dem Smartphone lösen. „Wir schaffen eine weitere Bezahlmöglichkeit für die Benutzung der Parkplätze“, erklärt Bürgermeister Andi Haid. „Als eines der führenden Urlaubsgebiete im Alpenraum bieten wir unseren Gästen damit einen wirklichen Mehrwert.“ Parkscheine können im Tal künftig digital gelöst und unterwegs verlängert werden – wenn beispielsweise eine Bergtour etwas länger dauert als geplant. Lästiges Kleingeldsuchen und Warteschlangen an den Parkautomaten gehören der Vergangenheit an“, sagt Haid.

Angebot soll auf das gesamte Kleinwalsertal ausgeweitet werden

Kooperationspartner bei der App für das digitale Parken ist das Unternehmen „Parkster“. Es vermarktet Lösungen zur Parkraumverwaltung für Städte und Gemeinden, Tourismusverbände sowie Immobilienbewirtschafter und Parkraumbetreiber. Parkster wurde 2010 in Schweden gegründet und ist seit 2018 mit einer Tochtergesellschaft auch in Deutschland am Markt aktiv. Mit der Gemeinde Mittelberg startet „Parkster“ jetzt auch in der ersten Gemeinde in Österreich. Mit weiteren Parkplatzbetreibern werden derzeit Gespräche geführt, um das Angebot auf das gesamte Kleinwalsertal auszuweiten.

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So funktioniert das Smartphone-Parken im Kleinwalsertal

Aber wie funktioniert das Smartphone-Parken? Der Autofahrer benötigt für das Lösen eines digitalen Parkscheins die kostenlose „Parkster App“ auf seinem Smartphone. Für den Parkvorgang gibt der Autofahrer sein Kennzeichen und die Parkdauer ein. Ein Vorteil des digitalen Parkscheins gegenüber seinem gedruckten Vorgänger: Der Autofahrer kann mit seinem Handy die Parkzeit im Rahmen der Höchstparkdauer verlängern. Kein Grund mehr also, ein Knöllchen zu fürchten, wenn er im Café noch bleiben möchte oder es im Wartezimmer länger dauert. Kehrt der Fahrer früher zu seinem Fahrzeug zurück, beendet er den digitalen Parkschein vorzeitig und spart so unnötige Parkgebühren.

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Monatliche Rechnung per E-Mail

„Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, digitales Parken möglichst einfach, transparent und kundenfreundlich zu machen“, erklärt Stefanie Rudoll, Sales Managerin bei der Parkster Deutschland GmbH. Sie betont, dass mit der „Parkster App“ keine höheren Parktarife anfallen. „Wer privat mit der Parkster App parkt, bezahlt dafür das Gleiche wie am Parkautomaten. Darüber hinaus bieten wir dem Autofahrer in der App kostenpflichtige Zusatzdienste, wie ein gemeinsames Familienkonto, an.“

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App verlange keine sensiblen Daten

Die Eingabe sensibler Kontodaten in der App sei nicht erforderlich. Bezahlt werden könne auf Rechnung oder mit Kreditkarte, erläutert Rudoll. Der Autofahrer erhalte hierzu von Parkster per Post oder E-Mail eine monatliche Rechnung, die detailliert seine Parkvorgänge auflistet.

Und wie wird der digitale Parkschein kontrolliert?, hakten Gemeindevertreter im Kleinwalsertal. nach. Die Verkehrsüberwachung der Gemeinde kann alle über die „Parkster App“ gelösten Parkscheine einsehen. Deren Mitarbeiter sehen also bei jedem Fahrzeug sofort, ob ein Ticket gelöst wurde und ob dieses noch gültig ist.