Neue Konzertreihe

Pianist will Immenstädter Kulturleben mit "Klassik im Schloss" bereichern

Fasziniert von der spätromantischen Klavierliteratur und begeistert von Immenstadt: Pianist Johannes Gaechter plant eine neue Konzertreihe: „Klassik im Schloss“.

Fasziniert von der spätromantischen Klavierliteratur und begeistert von Immenstadt: Pianist Johannes Gaechter plant eine neue Konzertreihe: „Klassik im Schloss“.

Bild: Diana Pätzold

Fasziniert von der spätromantischen Klavierliteratur und begeistert von Immenstadt: Pianist Johannes Gaechter plant eine neue Konzertreihe: „Klassik im Schloss“.

Bild: Diana Pätzold

Johannes Gaechter ist von Immenstadt begeistert. Der Pianist plant mit „Klassik im Schloss“ eine neue Konzertreihe. Er will sie mit einem Soloabend Mitte April eröffnen. Wer dieser Künstler ist.
31.01.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Die Natur, die Berge, der Alpsee, … Pianist Johannes Gaechter schwärmt von Immenstadt. Er träume schon seit Jahren davon, seinen Wohnsitz dorthin zu verlegen, sagt der 40-Jährige. Noch wohnt er allerdings in Ditzingen bei Stuttgart. Aber er wolle sich bereits jetzt künstlerisch in Immenstadt einbringen, so wie er das auch an seinem derzeitigen Wohnort tue. Johannes Gaechter plant eine Konzertreihe: „Klassik im Schloss“. Der Auftakt ist für Mitte April vorgesehen, sofern es die Corona-Pandemie zulässt.

Das Programm dieses ersten Konzertes will Johannes Gaechter selbst gestalten. Es soll von der Klassik zur Spätromantik und Moderne führen – mit Werken von Joseph Haydn, Franz Liszt, Sergej Rachmaninow und Maurice Ravel. Die Spätromantiker faszinieren den Pianisten zur Zeit besonders.

Das Klavierspielen wurde Johannes Gaechter gleichsam in die Wiege gelegt. Sein Vater ist Konzertpianist, seine Mutter Klavierlehrerin. Der gebürtige Elsässer, der in Deutschland aufgewachsen ist, saß bereits mit vier Jahren am Instrument und versuchte sich an Stücken. Technisch Schwieriges von Frédéric Chopin hatte es ihm vor allem angetan.

Doch der Weg dorthin führte erst einmal über leichtere Stücke für Kinder und dann später über Bach, erzählt Johannes Gaechter schmunzelnd. Er sei zunächst von seinen Eltern am Klavier unterrichtet worden, habe sich einiges aber auch autodidaktisch beigebracht. Erfolge stellten sich bald ein.

Als er schließlich vor der Wahl stand, Musikstudium ja oder nein, entschied er sich dagegen: „Zum Glück“, wie er heute sagt. Denn ein Künstler, der mit der Musik sein Brot erwerben müsse, sei einem enormen Druck ausgesetzt. „Mir war unterschwellig bewusst, dass ich dadurch die Freude an der Musik verlieren würde“, sagt Johannes Gaechter.

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Ein begnadeter Virtuose

Er hat sie sich bewahrt und hat heute zwei Berufe: Er ist Pianist und Diplom-Ingenieur im Fachbereich Informatik. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin entwickele und betreibe er Web-Seiten zum Thema Hochzeit, erzählt er, und verdiene damit sein Geld. Seine Leidenschaft fürs Klavierspiel ist geblieben. Auch seine Ausbildung an diesem Instrument hat er weiterverfolgt und bei namhaften Professoren und Hochschuldozenten vervollständigt, etwa bei Konrad Elser und Andrej Jussow. Mit Letzterem spielt er auch im Duo. Andrej Jussow, der an der Hochschule für Musik in Karlsruhe unterrichtet, berate ihn weiterhin, gebe ihm Tipps und Anregungen. Denn, fügt Johannes Gaechter an, man lerne als Pianist ein Leben lang.

Johannes Gaechter hat bereits Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen und eine CD eingespielt. Sie trägt den Titel „Auf verwachsenem Pfade“ und enthält neben dem gleichnamigen Zyklus von Leoš Janáček auch Alexander Skrjabins dritte Sonate und ein Notturno von Ottorino Respighi – also ein psychologisch fein austariertes, klanglich sensibles Programm.

Jedes Jahr erarbeite er in der Regel zwei Programme, erzählt Johannes Gaechter. Derzeit fasziniere ihn russische Musik. Gerade studiere er Sergej Rachmaninows zweites Klavierkonzert ein. Auch für sein Immenstädter Auftakt-Programm hat er Rachmaninow vorgesehen, die sechs „Moments musicaux“.

Der Premiere im Frühjahr könnte ein weiteres Konzert im Herbst folgen. Pro Jahr plant Johannes Gaechter dann etwa drei bis vier Konzerte im Schloss. Dabei wolle er sich auf die Klassik beschränken, verschiedene Besetzungen und Ensembles präsentieren. Er verfüge über ein Netzwerk an Künstlern, würde aber auch gerne regionale Kräfte miteinbeziehen. Das Schloss eigne sich ideal für solche Konzerte, sagt Johannes Gaechter.

Er freut sich auf das Projekt in Immenstadt, denn neben der Landschaft und den sportlichen Möglichkeiten haben den begeisterten Segler und Wasserskiläufer vor allem die Menschen beeindruckt. Alle, denen er bisher begegnet sei, waren „unglaublich nett“.

Konzert: Die Reihe „Klassik im Schloss“ soll am Samstag, 17. April, um 19 Uhr im Immenstadter Schloss beginnen.

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