Fußball-Landesliga

Plötzlich Gejagter: 1. FC Sonthofen erwartet Nördlingen zum nächsten Gipfeltreffen

FCS-Stürmer Andreas Hindelang glaubt an den Aufschwung seiner Mannschaft.

FCS-Stürmer Andreas Hindelang glaubt an den Aufschwung seiner Mannschaft.

Bild: Dominik Berchtold

FCS-Stürmer Andreas Hindelang glaubt an den Aufschwung seiner Mannschaft.

Bild: Dominik Berchtold

In Sonthofen kommt es erneut zum Spitzenspiel. Diesmal ist der 1. FCS als Spitzenreiter erstmals Gejagter. Wer im Duell mit Nördlingen Favorit ist.
01.10.2021 | Stand: 18:05 Uhr

Es ist das nächste Gipfeltreffen für den 1. FC Sonthofen – nur wenige Wochen nach der starken Vorstellung beim 3:0 gegen Landesliga-Spitzenreiter Gilching. Nun aber sind die Rollen gänzlich anders verteilt, wenn der FCS am Samstag ab 14.30 Uhr den TSV Nördlingen in der Baumit-Arena empfängt. Sonthofen ist Tabellenführer, Nördlingen Zweiter – der Gastgeber mit 26 Punkten neuerdings Gejagter, die Gäste (25) erster Jäger. Die Daten der derzeit besten Teams versprechen einen Leckerbissen: Sonthofen hat die beste Abwehr und ist seit elf Spielen ungeschlagen, Nördlingen stellt den erfolgreichsten Sturm. Nuancen werden das Duell entscheiden.

Die Hausherren gehen bestens vorbereitet in die Partie – und sind auf heimischem Rasen noch unbesiegt. Die Form stimmt und mit der jüngsten Erfolgsserie kam auch die Leichtigkeit zurück. Das bestätigt Co-Trainer Marc Penz, der wie zu Saisonbeginn den verletzten Kapitän Manuel Wiedemann nach dessen Unterarmbruch vertritt. „Je länger wir miteinander spielen, umso besser passen die Abläufe zusammen“, sagt der 37-Jährige. „Es ist zwar immer noch Stückwerk dabei, aber wir sind in einen Lauf gekommen, in dem wir die Spiele holen – zumindest aber nicht mehr verlieren. Und wir reiten diese Welle jetzt so, dass wir uns bei einem Rückstand nicht geschlagen geben und ein Spiel nicht leicht verlieren.“

Aufschwung nach dem Ende der Verletzungswelle

Dieser Aufschwung kommt allerdings nicht unvermittelt, die Kreisstädter haben ihn sich gegen etliche Verletzungsausfälle hart erkämpfen müssen. Das Team scheint an den Aufgaben gewachsen, hat sich weiterentwickelt und wirkt heute enger zusammengerückt. Nun, da Wiedemann ausfällt, sind immerhin Tom Liebherr und Patrick Littig wieder ins Training eingestiegen. Punkten Torjäger Andreas Hindelang (vier Treffer) und sein Team dreifach, könnte das für die künftigen Aufgaben einen weiteren Schub geben.

„Erster gegen Zweiter ist immer etwas Besonderes“ sagt Hindelang. „Wir sind derzeit gut drauf. Die Erfolgsserie hat uns gut getan und das merkt man in allen Aktionen.“ In den vergangenen Partien sei man auch spielerisch vorangekommen. „Zuletzt in Gersthofen beim 0:0 hat allerdings etwas die Effektivität gefehlt – Chancen waren genügend vorhanden. Von daher können wir mit großen Selbstvertrauen in das Duell gehen“, sagt der 34-Jährige. Auch Sturmkollege Kevin Haug sieht es ähnlich positiv. „Seitdem unsere Personalsituation besser geworden ist, geht es aufwärts. Uns fehlt zwar noch unser Kapitän, aber bis auf wenige Ausnahmen sind wir fast vollzählig“, sagt der 26-Jährige.

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In der Offensive zeige der FCS seit Wochen gute Ansätze – allein in einigen Aktionen habe das Quäntchen Glück gefehlt. „Ich bin überzeugt davon, dass der Knoten früher oder später ganz platzen wird. Wenn wir das noch auf die Reihe bekommen, glaube ich fest daran, dass wir Nördlingen schlagen können“, sagt Kevin Haug. Abwehrchef Manuel Schäffler spricht zudem von „ausreichender Kader-Qualität“ zur Verteidigung der Tabellenführung. Immerhin hat sich bisher noch kein Team in der Liga absetzen können. Der FCS kann den ersten Schritt gehen, einen direkten Konkurrenten zu distanzieren. Schäffler ergänzt, dass es ein absolutes „Highlight“ sei, wenn die beste Abwehr auf den besten Sturm trifft. „Darauf freue ich mich. Wir werden versuchen, hinten wieder zu null zu spielen. Am Ende des Tages ist es mir aber egal, ob uns das gelingt, Hauptsache wir gewinnen“.

Die beiden Trainer kennen sich

Sonthofens Trainer Benjamin Müller ist vor dem Gipfeltreffen zuversichtlich. Er kennt Gäste-Coach Daniel Kerscher im Übrigen von einem gemeinsamen Trainerlehrgang. Einer von beiden wird am Samstag den besseren Matchplan haben.

Der TSV Nördlingen sorgte nach seinem Bayernliga-Abstieg eine Klasse tiefer zügig wieder für Furore und entwickelte sich im bisherigen Saisonverlauf zu einer richtigen Torfabrik. Simon Gruber führt mit elf Treffern die Landesliga-Torschützenliste an. Auch Julian Bosch (5) war schon effektiver als der beste Sonthofer. Insgesamt netzten die Nordschwaben 32 mal ein – beeindruckende Offensivzahlen. Vergangene Woche zu Hause gegen den SC Ichenhausen ließ das Team von Trainer Daniel Kerscher beim 1:1 allerdings viele Chancen ungenutzt und kam erst in der 90. Minute durch Nico Schmidt zum Ausgleich. Die Bilanz in den bisherigen Duellen spricht für die Gäste: In diesem Ranking führt Nördlingen mit zwölf Siegen bei sechs Remis und drei FCS-Erfolgen klar.

Die Bilanz aber ist Geschichte – am Samstag sind die Rollen neu verteilt. „Ich höre es lieber, dass wir nun der Gejagte sind, als dass wir unseren Erwartungen hinterherlaufen“, sagt Marc Penz. „Die ganze Liga sieht uns schon seit dem Sommer als den Topfavoriten auf den Aufstieg und es kristallisiert sich allmählich auch in der Tabelle heraus, wer oben mitmischt. Im Prinzip wollten wir das ja von Anfang an. Und es pusht mehr, wenn man zu Beginn der Woche sieht, dass man in der Tabelle oben steht.“

Reserve gegen Immenstadt

Die Landesliga-Reserve des FCS (6. / 13 Punkte) arbeitet sich in der Tabelle der Kreisklasse allmählich voran. Nach dem Landesliga-Spitzenspiel will das Team von Dieter Walther ab 16.30 Uhr gegen den FC Immenstadt (13./4) den vierten Sieg in Serie. Seitdem etliche Akteure ihre Verletzungen auskuriert haben, zeigt die Formkurve nach oben. Immenstadt knöpfte zuletzt a dem TSV Fischen beim 3:3 einen Punkt ab.