Passanten leisten Erste Hilfe

Plötzliche Herzschwäche: Sonthofer retten 50-Jährigen

Wiederbelebung, Defibrillator

Haben geistesgegenwärtig mit einem Defibrillator einem Mann das Leben gerettet (von links): Walter Wilhelm von der Stadtverwaltung Sonthofen und Feuerwehrkommandant Markus Adler.

Bild: Benjamin Liss

Haben geistesgegenwärtig mit einem Defibrillator einem Mann das Leben gerettet (von links): Walter Wilhelm von der Stadtverwaltung Sonthofen und Feuerwehrkommandant Markus Adler.

Bild: Benjamin Liss

Ordnungsamtsleiter und Feuerwehrkommandant reanimieren einen Mann in Sonthofen und setzen einen Defibrillator ein - und appellieren nun an Unternehmen.
01.07.2021 | Stand: 14:39 Uhr

Schreckmoment in Sonthofen: Als Feuerwehrkommandant Markus Adler und Sonthofens Ordnungsamtsleiter Walter Wilhelm gerade von einer Sicherheitsbegehung der Markthalle zurückkommen, bricht vor ihnen ein 50-jähriger Oberallgäuer zusammen. Er kann am Ende gerettet werden – dank des beherzten Einsatzes von Adler und Wilhelm.

„Ich habe den Mann angesprochen, aber er zeigte keine Reaktion“, erzählt Adler. Er und Wilhelm wussten, was zu tun ist. „Ich habe sofort den Notruf abgesetzt und dann mit der Reanimation begonnen, Walter Wilhelm ist derweil zum 50 Meter entfernten Feuerwehrhaus gerannt und hat den Defibrillator geholt“, berichtet der 40-jährige Kommandant und erfahrene Notfallsanitäter.

Mann bricht in Sonthofen zusammen: Passanten eilen zu Hilfe

Auch ein Arzt vom Gesundheitsamt, das direkt neben dem Feuerwehrhaus liegt, kam herbei und unterstützte die beiden. „Der Defibrillator hat zweimal ausgelöst, dann hatte er zum Glück wieder einen Puls. Wie ich später erfahren habe, war er im Krankenhaus auch schon wieder ansprechbar“, berichtet Adler. Wohl nur durch das schnelle Eingreifen wurde das Leben des Oberallgäuers gerettet.

Insgesamt besitzt die Feuerwehr Sonthofen drei Defibrillatoren an ihren Fahrzeugen – dank Sponsoren wie dem Lions Club. „Beim plötzlichen Herztod ist die sofortige Reanimation der Schlüssel zum Erfolg“, betont Adler. Der Feuerwehrkommandant und Wilhelm appellieren deshalb an Unternehmen, dass sie Defibrillatoren für ihre Betriebe anschaffen und öffentlich zugänglich anbringen sollten, damit im Ernstfall schnell geholfen werden kann.

Plötzlicher Notfall: So leistet man Erste Hilfe

In diesem Fall haben die sofortige Reanimation des Mannes und der Einsatz des Defibrillators dem 50-jährigen Oberallgäuer das Leben gerettet. Wer zu einem solchen Notfall kommt, sollte sich laut Adler so verhalten: Zuerst einen Notruf über die 112 absetzen. Danach sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Dazu legt man beide Hände übereinander auf die untere Hälfte des Brustbeins, drückt 30 Mal und beatmet anschließend zweimal über die Nase oder den Mund. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis der Rettungsdienst eintrifft.

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