Immenstadt

Praxis-Boden in Immenstadt unter Wasser: Hoher Schaden

Wasserschaden

Von wegen „Praxis mit Meerblick“, wie eine Arzt-Serie im Fernsehen heißt. Im Gesundheitszentrum Immenstadt heißt es eher Praxis unter Wasser oder auch Praxis mit Rost. Dort haben undichte Rohre hohen Schaden angerichtet.

Bild: Ulrich Weigel

Von wegen „Praxis mit Meerblick“, wie eine Arzt-Serie im Fernsehen heißt. Im Gesundheitszentrum Immenstadt heißt es eher Praxis unter Wasser oder auch Praxis mit Rost. Dort haben undichte Rohre hohen Schaden angerichtet.

Bild: Ulrich Weigel

Im Gesundheitszentrum neben der Klinik sind Heizungsrohre undicht. Nun muss eine Praxis mit viel weniger Räumen auskommen.

02.06.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Der Schaden ist immens und locker sechsstellig. Im gerade mal neun Jahre alten Gesundheitszentrum Immenstadt bringt ein Wasserschaden Abläufe gehörig durcheinander. Betroffen ist speziell die orthopädische Gemeinschaftspraxis Stöhr-Illig-Beuckmann. Von elf Behandlungszimmern können die drei Ärzte aktuell nur vier Räume nutzen, was ihre Möglichkeiten stark einschränkt. „Wir bitten um Verständnis, dass unsere Patienten für Termine derzeit leider längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen“, sagt Dr. Thomas Illig.

Natürlich versuchen die Ärzte, zusätzliche Zimmer im Gesundheitszentrum zu nutzen. Sie haben erste Ersatzräume erhalten – etwa das Sprechzimmer eines anderen Arztes – und wollen weitere schaffen Auch in den benachbarten Therapieräumen von Fetzer und Pfund habe man jetzt einen Raum einrichten dürfen, dankt Illig. Doch auch damit kann die Praxis nicht mit voller Kapazität arbeiten. Illig rechnet mit Einschränkungen bis Ende des Jahres.

Aktuell ist von der eigentlichen orthopädischen Praxis nur ein Teil mit Anmeldung, Wartezimmer, Röntgen und einigen Behandlungsräumen nutzbar. Der Rest ist abgetrennt und Baustelle. Nach Praxis sieht dort nichts mehr aus: Die gesamte Einrichtung ist in dem Bereich weg, der komplette Boden aufgerissen. Dort finden sich angerostete Heizungsrohre und Metallträger der Trockenbauwände.

Den Schaden für die Praxis, die die drei Ärzte mit insgesamt 17 Mitarbeitern führen, schätzt Illig auf einen sechsstelligen Betrag. Die Mediziner hoffen, dass ihre Betriebsausfallversicherung das abdeckt. Die baulichen Themen wiederum sind Sache der Eigentümer, die ihre Gebäudeversicherung beim gleichen Unternehmen abgeschlossen haben.

Die Kliniken Oberallgäu sind dabei nur der Zwischenvermieter. Denn sie haben das gesamte Gebäude von der „Grundstücksgesellschaft Oberallgäu-Süd (GOS)“ gemietet. Dahinter stehen die Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu und die Wohnbau-Gesellschaft SWW (Sozial-Wirtschafts-Werk). Das Gesundheitszentrum – ein 14-Millionen-Euro-Projekt – war erst im Mai 2011 eröffnet worden. Ein Generalunternehmer hatte es für die Investoren errichtet.

„Ich gehe davon aus, dass alle Schäden über die Versicherungen abgedeckt sind“, sagt Raiba-Vorstand Heinrich Beerenwinkel. Für ihn haben die Prüfung des Ausmaßes und die Beseitigung der Schäden oberste Priorität. Beerenwinkel ärgert sich, dass es überhaupt zu dem Vorfall und den Problemen für den Praxisbetrieb kommen konnte.

Schadensursache sind Undichtigkeiten an einem oder mehreren Heizungsrohren, die im Boden (unter dem Estrich) durch die Räume führen. Neben der orthopädischen Praxis ist zumindest am Rande auch die benachbarte urologische Praxis betroffen. Tobias Kracker vom SWW schätzt den Bauschaden (also ohne Einnahmeausfällen der Ärzte) auf über 50 000 Euro. Der Betrag sei nach oben offen, denn Frage ist, was die weiteren Untersuchungen in dem großen Gebäude ergeben.