Nachwuchsfußball im Oberallgäu

Projekt: Marke Eigenbau! Wie der 1. FC Sonthofen für die Zukunft plant

Der 1. FC Sonthofen will für die Zukunft verstärkt auf den eigenen Unterbau im Herrenbereich setzen.

Der 1. FC Sonthofen will für die Zukunft verstärkt auf den eigenen Unterbau im Herrenbereich setzen.

Bild: Siegfried Rebhan

Der 1. FC Sonthofen will für die Zukunft verstärkt auf den eigenen Unterbau im Herrenbereich setzen.

Bild: Siegfried Rebhan

Der 1. FC Sonthofen hat ein Konzept aufgestellt, das auf die Vereins-DNA baut. Als Sportlicher Leiter für die Jugend soll Marco Brade Strukturen aufbauen.
25.05.2021 | Stand: 18:23 Uhr

„Wir wollen etwas bewegen“, sagt Marco Brade. Der 41-Jährige hat für den 1. FC Sonthofen in seiner Funktion als Sportlicher Leiter für den Jugendbereich ein ausgeklügeltes und auf mehreren Säulen basierendes Jugendkonzept ausgearbeitet. In enger Abstimmung mit dem Herrenbereich wollen die Verantwortlichen damit „im Gesamtverein einiges verändern“. Um langfristig mit Spielern planen zu können, die sich mit dem Verein identifizieren und dadurch auch Zuschauermagneten sind, baut Brade schon bei der Auswahl der Trainer auf „eigene Leute, die die DNA des Vereins tragen“.

Große Bandbreite an Ex-Kickern bei Coaches im Jugendbereich

So gehören mit Bernhard Jörg (A-Junioren), Dennis Marquardt (B-Junioren), Michael Abrell (D-Junioren) und Thomas Stumpf (F-Junioren) bekannte ehemalige FCS-Kicker zum Trainerstab und Brade setzt daher darauf, dass sie die Philosophie des Clubs weitergeben. Das Konzept setzt bei den Wurzeln an.

Die Kleinsten sollen zwar lernen, allerdings steht der Spaß im Vordergrund. Daher legt der 41-Jährige größten Wert darauf, dass im Bereich der Bambini bis zur E-Jugend die Spielform „Funino“ angewandt wird. Diese basiert auf der Prämisse, dass alle Kinder unabhängig vom Talent auf die gleichen Einsatzzeiten kommen und zudem, was die Positionen angeht, rotieren. Ab der D-Jugend aufwärts rückt das Leistungsprinzip immer mehr in den Vordergrund.

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Hier erhalten Trainer entsprechend der Spielphilosophie präzise Vorgaben zu den Inhalten ihrer Einheiten und detaillierte Trainingspläne, um die gezielte Weiterentwicklung der Spieler zu gewährleisten. Durch genaue Vorgaben, was in welchem Jahrgang vermittelt wird, werden Nachwuchskicker auf einen einheitlichen Wissensstand gebracht. Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass die Umstellung „definitiv Zeit braucht“, sagt Brade. Die A-Junioren arbeiten künftig eng mit dem Herrenbereich zusammen, in den sie mehr und mehr eingebunden werden sollen. Schließlich möchte der FCS in ein paar Jahren auch seine Herrenteams mit regionalen Spielern aus der eigenen Jugend bestücken.

Brade in regem Austausch mit dem BFV

Die Umsetzung von Brades Konzept, das die Trainer in gedruckter Form erhalten werden, erfordert ein gut ausgebildetes Trainerteam. Die entsprechenden Fortbildungen sind daher ein wichtiger Punkt. So habe es bereits Online-Schulungen gegeben, zudem hat Brade in die Wege geleitet, dass in Sonthofen ein dezentraler Lehrgang für den C-Schein angeboten wird. Der Sportliche Leiter der Sonthofer Junioren steht in regelmäßigem Austausch mit dem BFV. Am 26. Juni findet beim 1. FC Sonthofen zudem ein Talentsichtungstag in Zusammenarbeit mit der Fußballschule des FC Augsburg statt.

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Brades Bestreben, „sehr viel für die Jugend zu machen“, wurde in einigen Bereichen aber unglücklicherweise durch die Corona-Pandemie gewaltig ausgebremst. „Ich habe viele Ideen, von denen wir einige leider nicht umsetzen konnten“, sagt der Ex-Kicker. „Das Fußballverbot im Lockdown hat Spuren hinterlassen.“ Der Verein habe diese schwierige Situation aber „super gelöst“, sagt Brade. „Allen Trainern muss man für ihr Engagement im Cyber- und Corona-Training großes Lob aussprechen.“

FCS hält Kinder im Lockdown fit - und bei Laune

So haben es die Kreisstädter geschafft, die Kinder fit und vor allem auch bei Laune zu halten. Was die Trainingsaufnahme angeht, waren die Sonthofer „Vorreiter“. Dank einem jeweils dem Inzidenzwert angepassten Konzept, das von der Stadt und vom Gesundheitsamt abgesegnet wurde, ist der Club bereits seit fünf Wochen mit seinen Teams draußen. „Immer nur online ist für die Kinder langweilig“, erklärt Brade, warum es für ihn eine Herzensangelegenheit gewesen sei, die Kinder raus auf den Platz zu bekommen.

Dort dürfen sich die Verantwortlichen trotz des vorgeschriebenen kontaktlosen Spiels über eine Top-Trainingsbeteiligung freuen. Da in Sonthofen, wie Brade sagt, alle „bestens vorbereitet und dank der sinkenden Zahlen zudem sehr optimistisch“ sind, hoffe man, bald wieder normal, mit Körperkontakt Fußball spielen zu können.