Kritik an Corona-Politik

Protest der Einzelhändler im Oberallgäu: Inzidenzwert soll nicht der einzige Maßstab sein

Mit grellgelben Plakaten protestieren Einzelhändler im südlichen Oberallgäu dagegen, nur den Inzidenzwert als Maßstab in der Corona-Politik anzuwenden.

Mit grellgelben Plakaten protestieren Einzelhändler im südlichen Oberallgäu dagegen, nur den Inzidenzwert als Maßstab in der Corona-Politik anzuwenden.

Bild: Hans Fili

Mit grellgelben Plakaten protestieren Einzelhändler im südlichen Oberallgäu dagegen, nur den Inzidenzwert als Maßstab in der Corona-Politik anzuwenden.

Bild: Hans Fili

Einzelhändler im südlichen Oberallgäu kritisieren den Inzidenzwert als einzigen Maßstab. Die Aktion schlage hohe Wellen, heißt es.
03.04.2021 | Stand: 08:53 Uhr

700 grellgelbe Plakate zieren in den meisten Geschäften im gesamten südlichen Oberallgäu die Auslagen der Geschäfte. Der Grund ist eine Kampagne des Einzelhandels. Die Aktion schlage bereits hohe Wellen weit über die Grenzen des Landkreises hinaus, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Denn in ganz Deutschland stünden viele Einzelhändler vor dem Aus. Zahlreiche bundesweite Anfragen zur Unterstützung und Verwendung des Plakates seien bei der Wirtschaftsvereinigung ASS aus Sonthofen eingetroffen, die die Aktion initiiert hat. „Die Solidarität im Land mit der Aktion scheint ungebrochen zu sein“, teilt die Verwaltung mit. (Lesen Sie auch: Nach Urteil: Erste Schuhgeschäfte im Allgäu öffnen wieder)

Die Forderung: Eine flächendeckene Öffnung der Geschäfte bei strikten Hygienekonzepten

Die Kernbotschaft der Kampagne: Den Inzidenzwert (hier die Werte aus dem Allgäu) als alleinigen Indikator in der Corona-Pandemie halten die Einzelhändler für falsch. Sie fordern eine flächendeckende Öffnung der Geschäfte bei Einhaltung strikter Hygiene- und Abstandskonzepte. Ansonsten drohe eine große Pleitewelle. Die Einzelhändler im Oberallgäu haben genug vom "andauernden Auf und Zu", heißt es in der Mitteilung weiter. Sie fühlten sich als Spielball eines Wertes, der auch nach Ansicht von Fachleuten nicht der alleinige Parameter für Schließungen sein dürfe.

Ein weiterer Vorwurf der Händler: "Warum sollten sich Menschen in Baumärkten, im Buchhandel und in Lebensmittelgeschäften stärkerer Gefahren aussetzen wie beispielsweise in einem Schuhgeschäft. Der Handel hat ein umfangreiches Hygiene- und Sicherheitskonzept ausgearbeitet und darf dennoch nicht öffnen. So kann und darf es nicht weitergehen." (Lesen Sie auch: Tübingen als Corona-Vorbild für Kempten?)