Handball-Landesliga

Rückkehr nach 529 Tagen: TV Immenstadt vor erstem Landesliga-Heimspiel

Der Ball fliegt wieder in der Julius-Kunert-Halle. Am Sonntag empfängt der TV Immenstadt mit Aleksandar Italo Unterpfaffenhofen/Germering.

Der Ball fliegt wieder in der Julius-Kunert-Halle. Am Sonntag empfängt der TV Immenstadt mit Aleksandar Italo Unterpfaffenhofen/Germering.

Bild: Daniel Kopatsch

Der Ball fliegt wieder in der Julius-Kunert-Halle. Am Sonntag empfängt der TV Immenstadt mit Aleksandar Italo Unterpfaffenhofen/Germering.

Bild: Daniel Kopatsch

Im ersten Landesliga-Heimspiel nach über 17 Monaten will der TV Immenstadt vor erlaubten 100 Fans überzeugen. Der misslungene Start soll ausgebügelt werden.
10.10.2020 | Stand: 17:15 Uhr

Es dürfte die größte Motivation für die „Grünen“ sein: Endlich wird in Immenstadt wieder Handball gespielt. Am Sonntag empfangen die Landesliga-Handballer des TV Immenstadt zum ersten Heimspiel nach der Corona-Krise den SC Unterpfaffenhofen/Germering auf dem Parkett der heimischen Julius-Kunert-Halle. Anwurf ist zur gewohnten Zeit um 16.30 Uhr. Saisonübergreifend ist es nach dem Abstieg 2019 sogar das erste Mal seit über 17 Monaten, dass es im Städtle wieder Landesliga-Handball zu sehen gibt. Vor 529 Tagen flog das letzte Mal der Ball in einer Landesliga-Partie.

Unterpfaffenhoffen, ein unangenehmer Gegner

Dabei haben die Spieler des TVI gleich zum Heim-Auftakt allerhand gut zu machen. Nach der herben 17:24-Auftaktniederlage beim TV Altötting kommt mit Unterpfaffenhofen/Germering zur Rückkehr aufs Parkett ein überaus unangenehmer Gegner ins Oberallgäu.

Die Handballer der SCUG gewannen ihr Auftaktspiel vergangene Woche zuhause gegen die HSG Würm-Mitte mit 29:23. Die Münchner Vorstädter präsentierten sich dabei als geschlossene Einheit und äußerst ausgeglichen. Das spiegelt sich auch bei den Torschützen wider: Fast das gesamte Team von Trainer Chris Dück trug sich in die Torschützenliste ein – vier Spieler trafen sogar exakt fünf Mal.

Ein Luxus, der im Städtle (noch) fremd ist. Umso mehr will sich der TVI nach der unglücklichen Pleite zum Start in Altötting beim ersten Auftritt vor heimischer Kulisse von einer besseren Seite zeigen. Trainer Mihaly More will die Fehler vom vergangenen Samstag beim Training unter der Woche offen angesprochen und scharf analysiert habenEine schnelle zweite Niederlage soll mit Kampf und Einsatzwillen vermieden werden – und mit dem Antrieb der eigenen Fans im Rücken.

TVI-Keeper Weigl: "Wollen etwas korrigieren"

„Natürlich freuen wir uns alle darauf, nach den sieben Monaten wieder zuhause spielen zu können“, sagt TVI-Torhüter Simon Weigl. „Vor allem im ersten Landesliga-Heimspiel gegen einen so starken Gegner, gegen den wir uns rehabilitieren wollen. Gegen den wir korrigieren wollen, was in der vergangenen Woche passiert ist.“

Dabei werden auch erstmals die Neuzugänge dem Publikum vorspielen. Von der SG Kempten/Kottern ist bekanntlich Florian Czitron zum TVI gestoßen. Der neue Mann am Kreis ist ein Glücksfall für den Aufsteiger. „Flo ist ein absoluter Kämpfer und Mannschaftsspieler. Er hat sich super in unser Team eingefügt und ist eine echte Verstärkung“, sagt More.

Der zweite Mann am Kreis ist Tammo Kienle. Der 18-Jährige kam im August aus dem Saarland für seine Ausbildung ins Allgäu. „Auch Tammo fügt sich nahtlos ins Team ein. Er arbeitet hart und ist immer mit vollem Einsatz dabei“, lobt Weigl. Zudem ist Franz Holzmann nach dem Gastspiel beim TSV Sonthofen nach Immenstadt zurückgekehrt.

Aus einer stabilen Abwehr um den Mittelblock Jonas Becker, Aleksandar Italo, Sebastian Engl und Cristian Savlovschi wollen die Städtler wurfsicherer im Rückraum und vor allem agiler im schnellen Spiel nach vorn agieren. Das zumindest hat Mihaly More als Marschroute vorgegeben. Denn auch Weigl sieht keineswegs in der Defensive die größten Baustellen bei seinem Team. „Hauptpunkt in Altötting war die Chancenverwertung – das ist das A und O. Und mehr hat auch nicht gefehlt“, sagt der 33-Jährige. „Aber die Jungs haben das drauf. Wir haben das im Training viel geübt, vor allem aber, um das Selbstvertrauen zu stärken. Das findet letztlich alles nur im Kopf statt.“

Krämer hilft aus, Brtan fraglich

Über ein schnelles Umschalten von Abwehr und Angriff und ein konzentriertes Zusammenspiel, könnten die „Grünen“ den Oberbayern so tatsächlich gefährlich werden. Für das Duell wird Routinier und Ex-Kapitän Benjamin Krämer der Mannschaft aushelfen. Der Abwehrhüne hatte sich nach der Geburt seines zweiten Sohnes aus der ersten Mannschaft zurückgezogen, sich aber bereit erklärt, im Notfall auszuhelfen.

Das ist nach den Verletzungen von Patrick Harris und Davor Brtan in der Vorbereitung bereits nötig. Brtan konnte am Donnerstag wieder trainieren und stößt Sonntag womöglich zum Kader dazu. „Meine Mannschaft ist absolut in der Lage, das Spiel zu gewinnen“, ist More sicher. „Die Jungs müssen nur ihre Leistungen aus dem Training und aus der Vorbereitung auf die Platte bringen.“

Für den ersten Heimauftritt muss allerdings auch der TV Immenstadt coronabedingt Etliches umstellen. So sind für den Auftakt in der Julius-Kunert-Halle nicht mehr als 100 Zuschauer zugelassen – der Einlass erfolgt ab 16 Uhr. „Wir müssen das Konzept der Stadt und des BHV einhalten, um weiterhin mit Zuschauern spielen zu können. Darum ist es notwendig, dass alle Maßnahmen und Anordnungen an und in der Halle befolgt werden“, bittet Abteilungsleiter Alex Käser.