Kulturgemeinschaft Oberallgäu

Rätselhafte Vorfälle auf hoher See: Fitzek-Thriller kommt auf Oberstaufner Bühne

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Rätsel über Rätsel: Helene (vorne) und Maria Jany sowie Silvio Hildebrandt in der Produktion „Passagier 23“ des Berliner Kriminaltheaters, die in Oberstaufen zu sehen ist.

Bild: Herbert Schulze

Rätsel über Rätsel: Helene (vorne) und Maria Jany sowie Silvio Hildebrandt in der Produktion „Passagier 23“ des Berliner Kriminaltheaters, die in Oberstaufen zu sehen ist.

Bild: Herbert Schulze

Das Berliner Kriminaltheater bringt Sebastian Fitzeks Roman „Passagier 23“ in Oberstaufen auf die Bühne. Er erzählt von Menschen, die auf See verschwunden sind.
15.01.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Der Polizeipsychologe Martin Schwartz hat vor Jahren auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ Ehefrau und Sohn verloren – sie verschwanden auf unerklärliche Weise. Nun taucht auf dem Schiff ein kleines Mädchen auf, das vor einigen Monaten mit seiner Mutter ebenfalls verschwunden war. Es trägt einen Teddybär bei sich, den Schwartz als das Kuscheltier seines Sohnes identifiziert …

Christian Scholze hat den Bestseller „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek für die Bühne bearbeitet. Das Berliner Kriminaltheater hat das Stück inszeniert und zeigt es für die Kulturgemeinschaft Oberallgäu am Freitag, 21. Januar, im Oberstaufner Kurhaus. Mit dem Regisseur Thomas Wingrich sprach Veronika Krull.

Wie weit entfernt sich die Bühnenfassung von der Romanvorlage?

Thomas Wingrich: Die Grundlage unserer Inszenierung ist die Bühnenfassung von Christian Scholze, die ich noch etwas gekürzt und bearbeitet habe. Natürlich kann eine Stückfassung nicht alle kleinen Geschichten und Details des Romans wiedergeben, aber in der Grundgeschichte bleiben wir ganz beim Roman.

Welche Schwerpunkte haben Sie bei der Inszenierung gesetzt?

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Wingrich: Sehr wichtig war mir das Hintergrundthema bei „Passagier 23“, ein gesellschaftlich relevantes und sehr düsteres Thema, auch eine Herausforderung an die Schauspieler, sich dem zu stellen. Ich möchte es aber ungern direkt benennen, weil es zu viel verraten würde und den Blick verstellen könnte für alle, die die Geschichte noch nicht kennen. Hinzu kam die Herausforderung, wie stellt man mit wenigen Mitteln auf kleiner Bühne ein Kreuzfahrtschiff plausibel dar? Eine einfache und gleichzeitig überzeugende Bühnenbildlösung musste her, und wir haben viel mit Licht-Räumen gearbeitet (Bühnenbild: Sven Seemann). Ein paar Videosequenzen kommen auch zum Einsatz, aber eingebettet ins Bühnenbild und auch nur, wo sie wirklich notwendig sind. Schließlich stehen die Schauspieler bei mir im Mittelpunkt, die durch ihr Spiel die Situationen in diesen Räumen lebendig und mitfühlbar werden lassen.

Womit haben Sie die Spannung der Handlung unterstützt?

Wingrich: Es sind straffe, kurze Szenen entstanden, dazu schnelle Wechsel der Licht-Räume. Und dann ist ein Krimi immer ein Denkvergnügen, und wenn das beim Verwirren und Ermitteln auf der Bühne stattfindet, wird es sich auf die Zuschauer übertragen. Im besten Falle ermitteln sie sozusagen mit Martin Schwartz (Silvio Hildebrandt) zusammen. Schließlich sind wir vor überraschenden Wendungen in diesem Psychothriller nie sicher ...

Musik spielt dabei auch eine Rolle?

Wingrich: Musik spielt eine wichtige Rolle. Wir hatten das Glück, dass unser Bühnentechniker Gernot Pohle auch Musiker ist und extra für unseren „Passagier 23“ eine Bühnenmusik komponiert hat – elektronische Sequenzen, die Räume und Spannung auf faszinierende Weise mittragen.

Hat Herr Fitzek das Stück gesehen? Falls ja, wie war sein Kommentar?

Wingrich: Sebastian Fitzek war zu unserer Premiere gekommen, und wir haben sehr angenehme Gespräche geführt. Ihm hat die Inszenierung seiner Geschichte sehr gut gefallen – und er fühlte sich verstanden.

Die Vorstellung: Sebastian Fitzeks Psychothriller „Passagier 23“ wird am Freitag, 21. Januar, um 20 Uhr im Oberstaufner Kurhaus aufgeführt.

Die Anmeldung: Eine Anmeldung und Registrierung ist für alle Theaterbesucher erforderlich unter Telefon 08323/9 98 00 78 oder E-Mail karten100@web.de, um die geltenden Regeln einhalten zu können.

Der Vorverkauf: Karten gibt es bei den Tourist-Informationen in Sonthofen und Oberstaufen, der Buchhandlung Lindlbauer und dem Medienshop des Allgäuer Anzeigeblatts, Telefon 08323/802-150, in Immenstadt oder direkt bei der Kulturgemeinschaft Oberallgäu und an der Abendkasse ab 19 Uhr.

Der Zubringerbus: Es fährt ein Bus ab Sonthofen mit Zustiegsmöglichkeiten in Rieden, Blaichach und Immenstadt. Abfahrt: 19 Uhr Sonthofen Shell-Tankstelle, 19.30 Uhr Immenstadt.

Was die Kulturgemeinschaft Oberallgäu alles bietet.

Das Berliner Kriminaltheater.

Der Schriftsteller Sebastian Fitzek.

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