Bauarbeiten

Kranzegger Steige soll 2023 saniert werden - doch eine Frage bleibt offen

Straßenschäden

Versetzungen des Untergrunds und seitliche Abbrüche des Asphalts beklagt ein Wertacher auf der Straße Richtung Kranzegg. Auf lange Sicht soll die Strecke dauerhaft verbessert werden, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums.

Bild: Günter Jansen (Archiv)

Versetzungen des Untergrunds und seitliche Abbrüche des Asphalts beklagt ein Wertacher auf der Straße Richtung Kranzegg. Auf lange Sicht soll die Strecke dauerhaft verbessert werden, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums.

Bild: Günter Jansen (Archiv)

Das Bauministerium schreibt auf Anfrage von Freie-Wähler-Politiker Dr. Herz, dass die Kranzegger Steige im Bauprogramm liegt. Ein Radweg bleibt umstritten.
11.11.2021 | Stand: 07:21 Uhr

Wie steht es denn nun um den Ausbau der Staatsstraße zwischen Kranzegg und Wertach – womöglich mit Radweg? Die Verantwortlichen in den Rathäusern der Gemeinden sind sich uneins. Nikolaus Weißinger (Rettenberg, CSU) will einen Straßenausbau mitsamt Radweg, Gertrud Knoll (Wertach, CSU) will die Themen lieber nicht verknüpfen – und favorisiert einen Radweg, vorwiegend auf landwirtschaftlichen Wegen. Was sagt das zuständige Ministerium, haben sie die Straße samt Radweg überhaupt im Blick?

Auf Aufforderung eines Wertacher Bürgers hat FW-Landtagsabgeordneter Dr. Leopold Herz (Wertach) beim Ministerium nachgefragt und eine Antwort erhalten: „Im aktuellen Bauprogramm von 2021 bis 2024 ist die Instandsetzung der Kranzegger Steige auf einer Länge von 1,4 Kilometern enthalten und für 2023 vorgesehen“, steht in dem Antwortschreiben des Ministeriums auf die Anfrage von Herz.

Kranzegger Steige: "Größerer planerischer Vorlauf" nötig

Die Erneuerung der Staatsstraße von der Kranzegger Steige Richtung Wertach auf 3,5 Kilometer Länge sei ebenfalls im Programm „allerdings nur perspektivisch mit einer baulichen Umsetzung ab 2025“, da für diese Maßnahme ein größerer planerischer Vorlauf nötig sei. Das wäre dann genau die Anbindung nach Wertach. Dort wurde die Staatsstraße im Zuge des Baus der Umgehungsstraße 2008 einige hundert Meter weit saniert und verbreitert. Auch den Bau eines Radwegs in „kommunaler Sonderbaulast“ der Gemeinden Rettenberg und Wertach führt das Ministerium an. Genau das sieht Bürgermeisterin Knoll aber als problematisch an. Auf Anfrage sagt sie: „Der Ausbau dieser Staatsstraße ist längst überfällig. Ich kann dies nur begrüßen. Natürlich wäre dann auch der Radweg wünschenswert.“ Aber den dann „in Sonderbaulast der Kommunen zu machen, sehe ich im Bezug auf unsere großen Pflichtaufgaben und Finanzen als problematisch an“. Das Schreiben des Ministeriums, das der Landtagsabgeordnete Leopold Herz anforderte, liege ihr nicht vor.

Darin ist die Rede von „schwierigen topografischen und geologischen Verhältnissen“ auf der Trasse. Sowohl der Ausbau der Straße als auch eines Radweges seien „sehr anspruchsvoll und dementsprechend teuer“. Das Ministerium rät aber, Straßenausbau und Radwegebau zu koppeln – „um Synergieeffekte zu nutzen“.

Reger Stammtischaustausch

Leopold Herz stellte die Anfrage beim Ministerium, weil einen 76-jährigen Wertacher (der namentlich nicht genannt werden möchte) die „stets schlechter werdende Staatsstraße“ zwischen Wertach und Kranzegg ärgert. Und nicht nur ihn. Der Anfrage sei ein „reger Stammtischaustausch vorangegangen“. Der 76-Jährige sagt: „Die zum Teil nur fünf Meter breite Straße wird insbesondere durch Schwerlastverkehr massiv geschädigt. Versetzung des Untergrunds und seitliche Abbrüche des Asphalts sind die Folge.“ Dabei sei doch diese Staatsstraße eine „wichtige Verbindung „für die Pendler aus Wertach, Jungholz, Unterjoch, Oy-Mittelberg und aus dem Ostallgäu in Richtung Immenstadt oder Sonthofen. Er sagt: „Auch die Anwohner der Ortsdurchfahrt Rettenberg leiden unter dem Durchgangsverkehr“. Das sei in Wertach bis 2008 ähnlich gewesen. „Als aktiver Unterstützer für die damalige Ortsumgehung Wertach“, die seit 2009 in Betrieb ist, sagt er: „Die Lebensqualität im ganzen Ort hat sich seitdem erheblich verbessert.“ Befürworter und Gegner des Baus hätten sich „so langsam wieder versöhnt“. Im Nachhinein betrachtet „ist es gut gewesen, dass es einen Bürgerentscheid in Wertach zu diesem Thema gab.“

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