Bier-Genuss-Dorf

Rettenberger Brauereien sitzen in den Startlöchern

An der Alpe Stockach (vorne) geht einer der beiden Bier-Genuss-Wege künftig vorbei.

An der Alpe Stockach (vorne) geht einer der beiden Bier-Genuss-Wege künftig vorbei.

Bild: Daniel Kopatsch

An der Alpe Stockach (vorne) geht einer der beiden Bier-Genuss-Wege künftig vorbei.

Bild: Daniel Kopatsch

88 000-Euro-Projekt baut auf Bier-Wege. Das werden die ersten im Allgäu. Bernardi Bräu, Engelbräu und Zötler beteiligen sich an den Kosten.
18.09.2020 | Stand: 09:38 Uhr

Im künftigen „Bier-Genuss-Dorf Rettenberg“ rüsten die Brauereien schon mal auf: Zötler baut demnächst elf neue Lagertanks für jeweils 400 Hektoliter Bier – „zum Nachreifen“, wie Brauereichef Niklas Zötler erläutert. Der alte Lagerkeller wird so ersetzt – und erweitert. Der Gemeinderat stimmte der Planung vor wenigen Tagen zu. Ein Ja gab es auch für den Anbau eines Lagers an die Brauerei Bernardi Bräu. Und Engelbräu setzte vor Kurzem eine neue, 850 Quadratmeter große Lager- und Logistikhalle in Betrieb.

"Naturnah und gut begehbar"

Die Brauereien prägen die Gemeinde schon lange, logisch, dass nun dort auch ausgewiesene „Bier-Genuss-Wege“ entstehen und auch folgerichtig, dass sich die Brauereien an den Kosten des Bier-Genuss-Projekts beteiligen – mit 27 000 Euro. Diese ersten Bier-Genuss-Wege im Allgäu sollen „naturnah, in manchen Teilen barrierefrei und gut begehbar sein“, sagt Nikolaus Weißinger, der Bürgermeister. Die Gemeinde selbst muss noch ungefähr 24 000 Euro aufbringen, 37 000 Euro gibt es als sogenannte „Leader“-Fördermittel.

 

>>>Weitere Wanderwege finden Sie hier.

 

Weißinger und das Projektteam Tanja Oswald und Yvonne Rädler von der Tourist-Info bekamen den Förderbescheid und die Leader-Tafel überreicht. In der Begründung der Förderung heißt es: „Mit neu konzipierten Routen auf bestehenden Wanderwegen werden die Besonderheiten des Brauereidorfes erlebbar gemacht.“ Klassische Infotafeln soll es an den Wegen (siehe Grafik) nicht geben, stattdessen Stationen zum Verweilen, Geschichten per QR-Code am Smartphone und „Probiererle“. Das Projekt trage so zur Steigerung der Wertschätzung regionaler Produkte bei. Dass die Bürger ihre Ideen bei Workshops einbringen sollen und originelle Ruhebänke entlang der Wanderwege gestalten, „passt sehr gut zu den Zielen von Leader, die Vernetzung und Bürgerbeteiligung im ländlichen Raum zu stärken“, sagt Veronika Hämmerle, neue Leader-Koordinatorin am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten.

Schon jetzt ist dort einiges los

Faltblätter sollen zum Wandern und Einkehren animieren. Auch ohne diese Werbemittel ist auf den künftigen „Bier-Genuss-Wegen“ (die Beschilderung fehlt noch) schon jetzt einiges los, sagt Petra Göhl von der Bernardi Bräu „Bier Alp“. Göhl ist Bier-Sommelière. Sie bietet in ihrer „Bier Alp“ Verkostungen und informiert, welches Bier zu welchen Mahlzeiten passt: Ein Starkbier empfiehlt sie zur deftigen Käse-Brotzeit, zum Biergulasch ein Märzen. Dieses malzige, stärkere Bier sei früher nur im März gebraut worden und habe daher seinen Namen. „Wir merken jetzt schon das Interesse am Bier-Weg“, sagt Göhl.

In allen an den Genuss-Wegen liegenden Gasthöfen oder Hütten werden Getränke der Rettenberger Brauereien ausgeschenkt. Die Tourist-Info sucht weitere Projektpartner für heimische Lebensmittel. Wenn alles läuft, sollen die Wanderwege im Mai 2021 beschildert sein.