Motorradunfälle auf Oberallgäuer Passtraße

Riedbergpass: An Gefahrenstelle gilt bald Überholverbot

Riedbergpass

Warntafeln weisen bereits heute darauf hin, dass der Riedbergpass eine Unfallstrecke für Motorradfahrer ist.

Bild: Michael Mang

Warntafeln weisen bereits heute darauf hin, dass der Riedbergpass eine Unfallstrecke für Motorradfahrer ist.

Bild: Michael Mang

Nach schweren Unfällen soll die Strecke zwischen Obermaiselstein und Balderschwang sicherer werden. Doch nur für einen Teil gilt ein Tempolimit.
25.08.2021 | Stand: 19:43 Uhr

Immer wieder kommt es auf dem Riedbergpass zu schweren Motorradunfällen. Im Juli kollidierte ein 57-Jähriger mit der Leitplanke, wurde von seiner Maschine geschleudert und stürzte 40 Meter die Böschung hinunter. Der Mann wurde schwer verletzt.

Ein 40-Jähriger starb im Juni. Er verlor die Kontrolle über sein Motorrad und prallte gegen ein entgegenkommendes Fahrzeug. Weil sich die Unfälle zuletzt häuften – seit Jahresbeginn zählte die Polizei 25 Vorfälle – und gleich mehrere Fahrer an der gleichen Stelle stürzten, hat jetzt die Unfallkommission verschiedene Maßnahmen beschlossen, um die Sicherheit auf der Passstraße zu verbessern.

Warnschilder für Raser

So wird an der Gefahrenstelle zwischen Parkplatz Scheuenalpe und der Einfahrt zum Steinbruch ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern und ein Überholverbot eingeführt. Zudem ist geplant, an zwei anderen Stellen Kurvenleittafeln anzubringen – Auch in der gefährlichen S-Kurve, wo es schon mehrere schwere Unfälle gab. Zusätzlich sollen digitale Schilder mit Tempo-Messung Fahrer künftig vor gefährlichen Kurven warnen, wenn sie zu schnell unterwegs sind.

Denn nicht angepasste Geschwindigkeit ist laut Polizei die Hauptursache für die Motorradunfälle. Auch Fehler beim Überholen sind häufig der Grund für schwere Kollisionen. Die Beamten haben die Unfallstellen genau untersucht und geprüft, wie Unfälle künftig vermieden werden können.

Unfallkommission betreut 275 Kilometer Kreisstraßen

Diese Vorschläge wurden in die Unfallkommission eingebracht. Das Ziel des Gremiums ist es, die Unfallzahlen durch geeignete Maßnahmen zu senken. Der Landkreis arbeitet in zwei Unfallkommissionen: Eine betreut die 260 Kilometer Staats- und Bundesstraßen, eine die 275 Kilometer Kreisstraßen. In beiden Gremien sind Straßenbaubehörde, Polizei und Landratsamt vertreten.

80 Millionen Euro in Passstraße investiert

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Fast 80 Millionen Euro hat der Landkreis Oberallgäu in den vergangenen 25 Jahren in die 16 Kilometer lange Passstraße investiert. „Es ist eine sehr sichere Straße“, sagte Christoph Wipper, Leiter des Bereichs Tiefbau am Landratsamt Oberallgäu. Der Pass sei nach den aktuellen Richtlinien und Sicherheitsstandards gebaut worden, erklärte Wipper. An den Leitplanken ist ein Unterfahrschutz und vor scharfen Kurven sind reflektierende Schilder angebracht.

Die jetzt beschlossenen Maßnahmen seien ein erstes Paket, um die Sicherheit auf der Kreisstraße zu verbessern, sagte Felix Fleischhauer, Sachgebietsleiter Verkehrswesen im Landratsamt. Im Sommer 2022 will die Unfallkommission eine Zwischenbilanz ziehen und weitere Maßnahmen prüfen, erklärte Fleischhauer. „Auch ein generelles Tempolimit für den Riedbergpass ist nicht ausgeschlossen.“

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