Handball-Landesliga

Ritt auf der Rasierklinge: TV Immenstadt startet in die neue Saison

Das Landesliga-Team für die Handballer des TV Immenstadt nach dem direkten Wiederaufstieg: (Spitze, von links) Jonas Becker (Nummer 7), Sebastian Engl (9), Trainer Mischa More, Christian Zawichowski (20), Simon Weigl (12), Tobias Fügenschuh (77), Tammo Kiemle (10), Davor Brtan (4), Martin Gerth (12), (hinten, von links) Cristian Savlovschi (8), Aleksandar Italo (14) und Florian Czitron (5). Es fehlt der verletzte Patrick Harris.

Das Landesliga-Team für die Handballer des TV Immenstadt nach dem direkten Wiederaufstieg: (Spitze, von links) Jonas Becker (Nummer 7), Sebastian Engl (9), Trainer Mischa More, Christian Zawichowski (20), Simon Weigl (12), Tobias Fügenschuh (77), Tammo Kiemle (10), Davor Brtan (4), Martin Gerth (12), (hinten, von links) Cristian Savlovschi (8), Aleksandar Italo (14) und Florian Czitron (5). Es fehlt der verletzte Patrick Harris.

Bild: Dominik Berchtold

Das Landesliga-Team für die Handballer des TV Immenstadt nach dem direkten Wiederaufstieg: (Spitze, von links) Jonas Becker (Nummer 7), Sebastian Engl (9), Trainer Mischa More, Christian Zawichowski (20), Simon Weigl (12), Tobias Fügenschuh (77), Tammo Kiemle (10), Davor Brtan (4), Martin Gerth (12), (hinten, von links) Cristian Savlovschi (8), Aleksandar Italo (14) und Florian Czitron (5). Es fehlt der verletzte Patrick Harris.

Bild: Dominik Berchtold

Nach einem Jahr Abstinenz greift der TV Immenstadt in der Landesliga an. Der neue Coach Mihaly More bemängelt den kleinen Kader. Ein Neuer könnte Schlüsselspieler werden.
03.10.2020 | Stand: 21:56 Uhr

Nur ein Jahr musste das „Städtle“ auf Landesliga-Handball verzichten – nun sind die „Grünen“ zurück. Nach dem direkten Wiederaufstieg gehen die Handballer des TV Immenstadt 2020/21 wieder in der Landesliga Süd auf Torejagd. Auswärts beim TV Altötting starten die Oberallgäuer um ihren neuen Trainer und ehemaligen TVI-Spieler Mihaly More am Sonntag ab 16.30 Uhr in die neue Spielzeit. Vor dem Auftakt sprachen wir mit dem 50-Jährigen und mit dem Torhüter und Sportlichen Leiter Simon Weigl über die Vorbereitung nach der Corona-Pause, über den Kader und über die Ziele des TVI.

Wie im Rausch – bis Corona kam

2019 hatte der TVI im zehnten Jahr der Landesliga-Zugehörigkeit den Abstieg verkraften müssen. Nach einer furiosen zweiten Saisonhälfte machte die Mannschaft um den damaligen Trainer Bernd Knuth aber ihre Hausaufgaben mit Blick auf den erhoffen Wiederaufstieg: Ab Dezember feierte Immenstadt elf Siege in Serie – bis zum Lockdown. Als Tabellenführer mit 30:6 war abrupt Schluss. Dann kam lange nichts. Dann kam More. „Es war eine schwierige Zeit, um einen Neuanfang zu starten“, erinnert sich der 50-Jährige. „Wir waren gebunden mit den Trainingszeiten und hatten nur wenig Möglichkeiten. Aber dann haben die Jungs gut mitgezogen. Ich habe ein Team mit sehr guter Einstellung übernommen.“

Trainer More: „Wie ein Puzzle zusammensetzen“

Diese Einstellung hat die Mannschaft auch durch den Frühsommer getragen. Nach den ersten Lockerungen startete More Anfang Juni mit der Vorbereitung – in Kleingruppen, mit Badminton und Laufeinheiten. „Wir hatten keine andere Möglichkeit, als viel Gas zu geben und uns richtig fit zu machen“, sagt der neue Trainer. „Parallel dazu habe ich versucht, Abwehr und Angriff wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Hoffentlich passt das Bild zum Saisonstart.“ In den zwei Testspielen hat es offenbar gepasst: Mit 35:32 besiegte der TVI Vöhringen und Kaufbeuren/Neugablonz 36:25. „Wir haben wenige Fehler im Angriff gemacht, die es dem Gegner ermöglichen, uns schnell zu bestrafen“, lobt Torhüter Simon Weigl. „Das wird der entscheidende Faktor für unser Spiel.“ Der Wermutstropfen: Beim Test verletzte sich Außenspieler Patrick Harris schwer am Kreuzband – die Saison ist für das Eigengewächs so gut wie beendet.

Zwei Neue und ein Rückkehrer

Entsprechend habe man sich viel auf dem Markt umgesehen, wie Weigl, der zudem für die Kaderplanung zuständig ist, erzählt. Mit Kreisläufer Florian Czitron von der SG Kempten-Kottern ist den „Grünen“ ein „Glücksgriff“ gelungen, wie Mihaly More findet: „Er überzeugt in der Trainingsbeteiligung, hat eine super Einstellung, ist überraschend spielstark“, lobt der Coach. Mit Backup Tammo Kiemle – der 19-Jährige kommt aus dem Saarland – verstärkt ein talentierter Spieler, der „noch an den physischen Komponenten arbeiten kann“ (More) den Kader. Linksaußen Franz Holzmann kehrt aus Sonthofen zurück.

Das größte Problem stellt die Torhüterposition dar. Nach dem – mit fadem Beigeschmack abgelaufenen – Abgang von Alex Hagenauer ist die Position hinter Weigl nach wie vor vakant. „Wir haben viel Zeit investiert. Das ist für uns eine Vollkatastrophe“, ärgert sich Weigl. Der Ex-Immenstädter Martin Gerth hilft als zweiter Mann im Tor aus.

Kleiner Kader – starkes Team

„Der Kader ist sehr klein in dieser Saison und das wird über die lange Zeit ein Ritt auf der Rasierklinge“, glaubt der 33-jährige Schlussmann. „Aber: Die, die wir haben, sind qualitativ sehr stark. Wir müssen nur hoffen, dass wir möglichst von Verletzungen verschont bleiben.“ In die gleiche Kerbe schlägt sein Trainer. Für More, der in der Vorbereitung kaum sechs gegen sechs im Spiel trainieren konnte, ist der kleine Kader „sicher eine Schwäche, mit der wir leben müssen. Aber die Stimmung im Team ist gut in der Konstellation. Die Jungen haben in den vergangenen Jahren Erfahrung gesammelt und das ergänzt sich gut.“

Mit Variabilität zum Klassenerhalt

Mit dieser Mischung will More für die Gegner unberechenbar werden. „Ich versuche, den Spielern beizubringen, dass wir im Rückraum variabel sind, dass jeder Spieler auf jeder Position gefährlich sein muss“, sagt der 50-Jährige. Ein Hauptaugenmerk legt der Coach auf das Umschaltvermögen – offensiv, wie defensiv. „Wir müssen schnell in die erste Welle und umgekehrt, nach Fehlern, schnell in die Rückzugsbewegung gehen“, sagt More. Für seinen verlängerten Arm auf dem Parkett ist die Defensive das Prunkstück der Mannschaft – und Schlüssel zum unbedingten Saisonziel. „Unsere Abwehr um den Mittelblock mit Becker, Italo und Savlovschi wird Stabilität geben, aus der wir zu schnellen Toren kommen“, hofft Weigl. „Das ist der Grundstein für eine stabile Saison. Der TVI gehört in diese Liga und diese wollen wir halten. Dazu werden wir alles reinhauen, was wir haben.“